Antwort auf Geschäftsbericht offenbart Zockerei von Teletrabi.
Teletrabi schrieb am 29.08.2022 13:48:
M.O.I Abt. Wiederbeschaffung schrieb am 29.08.2022 08:58:
Die grundsätzliche Frage ist doch schon, was ist bei Uniper eigentlich so schief gelaufen, dass Uniper sich um 23 Milliarden (!!) verspekuliert hat?
Und warum soll die Allgemeinheit ein Unternehmen retten, das sich um 23 Milliarden verzockt hat? Und dann noch quasi "bedingungslos" ?!?
Wie konnte das überhaupt passieren bei Uniper? Hat Uniper Gasmengen vertickt, für die Uniper noch gar keine Einkaufsverträge hatte?
Die Sache mit den angeblichen Lieferkürzungen Russlands, was derzeit als Ursache für die Schieflage bei Uniper angegeben ist, ist so nicht wirklich nachvollziehbar. Zumindest bis April hat Russland noch maximal geliefert, d.h. die Pipelines waren voll ausgelastet. Alle Piplines. Erst im Mai mit dem Lieferstopp durch die Jamal-.Pipeline und mit der Wartung von Nordstream-I im Juli wurden die "Durchflussmengen" reduziert.
Da muss es also noch andere Ursachen geben, wenn Uniper für das erste Halbjahr 2022 einen Verlust von fast 13 Milliarden angibt. Denn der Zeitraum war von einer Kürzung der Liefermengen - zumindest was Deutschland angeht - nicht betroffen.
Und wie soll das weitergehen? Nächstes Jahr nächste "Rettungsaktion" ? Noch mehr Umlagen, wie die Speicherumlage?
Geschäftsbericht S.32...
https://www.uniper.energy/sites/default/files/2022-05/2022-02-23_Uniper_Gesch%C3%A4ftsbericht_2021.pdf
~2,26 Mrd KWh Absatz
~0,36 Mrd kWh langfristige Einkaufsverträge.
Und das übliche Sommerpreisloch fiel dieses Jahr aus, weil Russland derzeit nur noch Langfristmengen (zu den Langfristkondidtionen) liefert und keine Neuaufträge am Spotmarkt annimmt mit Verweis auf laut Scholz doch gar nicht fehlende Turbinen, von denen Kanada nun aber plötzlich fünf weitere zurückzugebende bei sich entdeckt haben will...
Hätte Uniper aber nicht überraschen dürfen, denn die zusätzlich geringen Speicherfüllstände nach dem kurzfristigen Verkloppen der Vorräte im letzten Jahr haben eine Rangelei um's billige Sommergas eigentlich bereits absehen lassen.
Danke für den Link! Aber das sind schon Zahlen für 202ß und 2021, nicht wahr?
"Die Beschaffung von Erdgas erfolgt zu einem wesentlichen Teil auf der Grundlage von Langfristverträgen mit Lieferanten aus Deutschland, den Niederlanden, Norwegen sowie Russland. Im Geschäftsjahr 2021 bestanden Langfristverträge über eine Vertragsmenge von 368 Mrd kWh (2020: 368 Mrd kWh)."
Bei den Bezugsmengen verhandelt man die Verträge für 2022 nicht im April 2022. Oder verlässt sich auf den Spotmarkt. Da ist schon 2021 etwas gewaltig in die Binsen gegangen.
Was bemerkenswert ist: Uniper hat seinen Umsatz von 2020 auf 2021 verdreifacht. Und Uniper hat in 2020 und 2021 allein für Verwaltung und Konsolidierung mal eben 60 Milliarden in den Sand gesetzt. (S.37 Geschäftsbericht)