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Avatar von M.O.I  Abt. Wiederbeschaffung
  • M.O.I Abt. Wiederbeschaffung

mehr als 1000 Beiträge seit 30.03.2020

Ist eigentlich klar, was genau das Problem bei Uniper ist?

Die grundsätzliche Frage ist doch schon, was ist bei Uniper eigentlich so schief gelaufen, dass Uniper sich um 23 Milliarden (!!) verspekuliert hat?

Und warum soll die Allgemeinheit ein Unternehmen retten, das sich um 23 Milliarden verzockt hat? Und dann noch quasi "bedingungslos" ?!?

Wie konnte das überhaupt passieren bei Uniper? Hat Uniper Gasmengen vertickt, für die Uniper noch gar keine Einkaufsverträge hatte?

Die Sache mit den angeblichen Lieferkürzungen Russlands, was derzeit als Ursache für die Schieflage bei Uniper angegeben ist, ist so nicht wirklich nachvollziehbar. Zumindest bis April hat Russland noch maximal geliefert, d.h. die Pipelines waren voll ausgelastet. Alle Piplines. Erst im Mai mit dem Lieferstopp durch die Jamal-.Pipeline und mit der Wartung von Nordstream-I im Juli wurden die "Durchflussmengen" reduziert.

Da muss es also noch andere Ursachen geben, wenn Uniper für das erste Halbjahr 2022 einen Verlust von fast 13 Milliarden angibt. Denn der Zeitraum war von einer Kürzung der Liefermengen - zumindest was Deutschland angeht - nicht betroffen.

Und wie soll das weitergehen? Nächstes Jahr nächste "Rettungsaktion" ? Noch mehr Umlagen, wie die Speicherumlage?

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  • Avatar von Faty
    • Faty

    971 Beiträge seit 06.05.2008

    Antwort auf Ist eigentlich klar, was genau das Problem bei Uniper ist? von M.O.I Abt. Wiederbeschaffung.

    Durchaus berechtigt deine Fragen.
    Mir geht es allerdings nicht um die Fragen, die Beantwortung der Fragen dauern mir zu lange, ich würde da gerne von dem Sichern des Geldes der Gesellschaft sprechen. Es soll ja wohl so weitergehen, wie es bei Uniper bisher gelaufen ist. Die sollen Geld für nix überwiesen bekommen. Like Finanzkrise.
    Wieso kommt keiner auf die Idee zu sagen für die Milliarden wollen wir einen Anteil an der Firma und sitze in den Kontrollgremien? Ganz schlecht wird mir, wenn ich denke, wie viel Geld der Staat in den letzten 40 Jahren in die Wirtschaft gepumpt hat, ohne auch nur irgendeinen Anteil an den Profiten zu bekommen, wenn es sie wieder gegeben hat.
    Es wird dann immer gejault, es sei Sozialismus, unterstellt als wahr, warum wird nie gejault, dass der Kapitalismus die Krise herbeigeführt hat.
    Die ganze Mischpoke an Parteien und andere Vertreter wie Gewerkschaften etc. haben kräftig mitgeholfen dem nationalen Kapital den Arsch zu retten. Immer kräftig mit Nationalismus, AfD braucht es dazu nicht.
    Von dem Bunker, in dem die Schulden liegen, wird gar nicht mehr gesprochen.
    Es geht weiter wie bisher, es muss nur eine schöne Geschichte gestrickt werden.
    Das "Problem" wird diesmal sein, dass das übergeordnet dem Individuellem auf der Energieabrechnung und mit Nadelstichen dem täglichen Einkaufen (Inflation) nicht weggequatscht werden kann.

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    mehr als 1000 Beiträge seit 24.06.2004

    Antwort auf Ist eigentlich klar, was genau das Problem bei Uniper ist? von M.O.I Abt. Wiederbeschaffung.

    M.O.I Abt. Wiederbeschaffung schrieb am 29.08.2022 08:58:

    Die grundsätzliche Frage ist doch schon, was ist bei Uniper eigentlich so schief gelaufen, dass Uniper sich um 23 Milliarden (!!) verspekuliert hat?

    Und warum soll die Allgemeinheit ein Unternehmen retten, das sich um 23 Milliarden verzockt hat? Und dann noch quasi "bedingungslos" ?!?

    Wie konnte das überhaupt passieren bei Uniper? Hat Uniper Gasmengen vertickt, für die Uniper noch gar keine Einkaufsverträge hatte?

    Kurze Antwort: Anscheinend ja.
    Lange Antwort: Die Gasimporteure haben sich nur relativ geringe Mengen vertraglich gesichert (und die werden anscheinend auch von Gazprom geliefert). Die haben darauf gesetzt, sich die dann noch benötigten Mengen am Spotmarkt zuzukaufen, wenn sie liefern müssen. Bis zu den Sanktionen gegen Rußland hat das auch funktioniert, da Gazprom die Leitungen (speziell NS1) ausgelastet hat und sie sich dort die optional benötigten Mengen im Zweifelsfall (wenn der freie Markt gerade ungünstige Preise erlaubt) zu niedrigen Preisen nachkaufen konnten. Und haben dann Lieferverträge mit anderen Ländern abgeschlossen, in der Hoffnung, billig gekauftes Gas teuer weiterzuverkaufen und damit Gewinn zu machen.
    Durch die Sanktionen geht das aber nun völlig in die Hose, Gazprom liefert nur noch die vertraglich vereinbarten Mengen und die Option, an NS1 Gas billig einzukaufen und dann teuer zu verkaufen funktioniert nicht mehr.
    Nun müssen die Importeure aber liefern und zahlen die Differenz aus Einkaufspreis (Spotmarkt-Preis) und vertraglich vereinbartem Verkaufspreis. Tja, bei Leerverkäufen kann schonmal was schiefgehen. Und die Zeche sollen jetzt die Deutschen per Umlage zahlen.

    Die Sache mit den angeblichen Lieferkürzungen Russlands, was derzeit als Ursache für die Schieflage bei Uniper angegeben ist, ist so nicht wirklich nachvollziehbar. Zumindest bis April hat Russland noch maximal geliefert, d.h. die Pipelines waren voll ausgelastet. Alle Piplines. Erst im Mai mit dem Lieferstopp durch die Jamal-.Pipeline und mit der Wartung von Nordstream-I im Juli wurden die "Durchflussmengen" reduziert.

    Da muss es also noch andere Ursachen geben, wenn Uniper für das erste Halbjahr 2022 einen Verlust von fast 13 Milliarden angibt. Denn der Zeitraum war von einer Kürzung der Liefermengen - zumindest was Deutschland angeht - nicht betroffen.

    Die eigentliche Ursache ist die Gasmarkt-Liberalisierung der EU, damit hat man den Gaspreis den Spekulanten zum Fraß vorgeworfen. Und dass Gazprom (und deren Eigentümer, der russische Staat) keine sonderliche Lust haben, den Gasimporteuren den Arsch zu retten und lieber den höheren Spotmarkt-Preis mitnehmen, kann man Gazprom nicht wirklich vorwerfen, Kapitalismus Marktwirtschaft funktioniert in beide Richtungen.

    Und wie soll das weitergehen? Nächstes Jahr nächste "Rettungsaktion" ? Noch mehr Umlagen, wie die Speicherumlage?

    Hmm, ja, das steht zu befürchten.

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  • Avatar von wafi (5b67d0e8)
    • wafi (5b67d0e8)

    1 Beitrag seit 29.08.2022

    Antwort auf Ist eigentlich klar, was genau das Problem bei Uniper ist? von M.O.I Abt. Wiederbeschaffung.

    ist sehr wohl nachvollziehbar, denn es gab ja das GEsetz Füllstände von Gasspeichern zu erreichen und Uniper betreibt alleine 3 Speicher. Konsequenz, mit Drosselung der Lieferungen fingen die Preise an zu explodieren. Nächstes Problem, die Lieferverträge z.B. mit Stadtwerken sind mit langen Laufzeiten und die sind natürlich extra so gewählt, dass eine Planungssicherheit besteht.
    Klappt ja auch in der Regel, nur Russland verhält sich nicht regelkonform. Konsequenz wäre Uniper geht Pleite, danach die Stadtwerke, dann müßten Endverbraucher sich neue Lieferanten mit extrem höheren Preisen suchen .... Jetzt werden mit Gasumlage usw die Preisbindungen aufgeweicht um eben ein Desaster für alle zu verhindern.

    Das einzige was ich zu kritisieren habe ist, dass das beschlagnahmte Kapital diverser Oligarchen und des Staates Russland nicht erstmal zur Begleichung von Gasrechnungen basierend auf der Nichtlieferung von Gazprom genutzt wird. Sollen die Oligarchen doch in Russland klagen ....

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  • Avatar von Obatztefixer
    • Obatztefixer

    mehr als 1000 Beiträge seit 05.07.2018

    Antwort auf Ist eigentlich klar, was genau das Problem bei Uniper ist? von M.O.I Abt. Wiederbeschaffung.

    Uniper hat langfristige Lieferverträge mit Russland abgeschlossen und Russland hält sich aktuell nicht an die vereinbarten Liefermengen. Deshalb muss Uniper das Gas am freien Markt einkaufen und dort ist der Preis explodiert.
    Hat also alles nichts mit "verzocken" zu tun

    Die Sache mit den angeblichen Lieferkürzungen Russlands, was derzeit als Ursache für die Schieflage bei Uniper angegeben ist, ist so nicht wirklich nachvollziehbar. Zumindest bis April hat Russland noch maximal geliefert,

    Das stimmt so nicht, im Hintergrund hat Russland schon vor 2 Jahren begonnen, die Lieferungen zu kürzen und die Gasspeicher leerlaufen zu lassen.

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    mehr als 1000 Beiträge seit 24.06.2004

    Antwort auf Re: Ist eigentlich klar, was genau das Problem bei Uniper ist? von wafi (5b67d0e8).

    wafi (5b67d0e8) schrieb am 29.08.2022 09:27:

    ist sehr wohl nachvollziehbar, denn es gab ja das GEsetz Füllstände von Gasspeichern zu erreichen und Uniper betreibt alleine 3 Speicher. Konsequenz, mit Drosselung der Lieferungen fingen die Preise an zu explodieren.

    Nein, das ist falsch. Die Preise stiegen schon, bevor NS1 nicht mehr zu 100% ausgelastet war.

    Nächstes Problem, die Lieferverträge z.B. mit Stadtwerken sind mit langen Laufzeiten und die sind natürlich extra so gewählt, dass eine Planungssicherheit besteht.
    Klappt ja auch in der Regel, nur Russland verhält sich nicht regelkonform.

    Aha, erzähl mal. Welche Regeln genau hat denn Russland gebrochen? Hast du einen Beleg dafür, dass auch nur ein Liefervertrag von Russland verletzt wurde?
    Oder ist regelkonform, Uniper zu ermöglichen, Gas auf Abruf zum Billigpreis zu bekommen und dann teuer weiterzuverkaufen?
    Das, was Uniper und andere gemacht haben, nennt man üblicherweise Leerverkauf, und der geht auch mal ganz regelkonform in die Hose.

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  • Avatar von Flintix
    • Flintix

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.11.2020

    Bei Uniper hat der Staat schon gerettet und hat jetzt 30% + KfW Kredite

    Antwort auf Ist eigentlich klar, was genau das Problem bei Uniper ist? von M.O.I Abt. Wiederbeschaffung.

    Die Gasumlage ist wohl als Forderungen/Drohungen der Ratingagenturen entstanden und es drohten weitere Pleiten ...
    Die Energiekonzerne haben sich auch tatkräftig am Schreiben der Verordnung beteiligt...

    https://www.businessinsider.de/politik/deutschland/dramatische-tage-bei-uniper-rettung-energiekonzerne-schrieben-an-verordnung-mit-so-entstand-die-umstrittene-gasumlage-a/

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    mehr als 1000 Beiträge seit 24.06.2004

    Antwort auf Re: Ist eigentlich klar, was genau das Problem bei Uniper ist? von Obatztefixer.

    Obatztefixer schrieb am 29.08.2022 09:28:

    Uniper hat langfristige Lieferverträge mit Russland abgeschlossen und Russland hält sich aktuell nicht an die vereinbarten Liefermengen.

    Nein, genau das eben nicht. Gazprom liefert genau das, was vertraglich vereinbart ist.
    Oder hast du irgendeinen Beleg für deine Behauptung mit den Vertragsbruch? Hat sich irgendein Gasimporteur darüber beschwert? Auch die Politik hält sich auffallend darin zurück, das zu behaupten.
    Anderenfalls könnte Gazprom und dessen Eigentümer vor einem Gericht verklagt werden, die Verträge einzuhalten. Passiert dies irgendwo?

    Deshalb muss Uniper das Gas am freien Markt einkaufen und dort ist der Preis explodiert.
    Hat also alles nichts mit "verzocken" zu tun.

    Doch, genau das ist es. Uniper und andere sind Lieferverträge eingegangen in der Hoffnung, das Gas zu niedrigeren Preisen einkaufen zu können (wie die Zeit zuvor), entweder am Spotmarkt oder (wenn der Spotmarkt gerade zu teuer ist) bei den Russen an der nicht spotmarktpreisgebundenen Leitung NS1. Das funktioniert nun nicht mehr, da über NS1 genau das noch geliefert wird, was auch bestellt wurde.

    Die Sache mit den angeblichen Lieferkürzungen Russlands, was derzeit als Ursache für die Schieflage bei Uniper angegeben ist, ist so nicht wirklich nachvollziehbar. Zumindest bis April hat Russland noch maximal geliefert,

    Das stimmt so nicht, im Hintergrund hat Russland schon vor 2 Jahren begonnen, die Lieferungen zu kürzen und die Gasspeicher leerlaufen zu lassen.

    Russland läßt gar nichts leerlaufen, das übernehmen die Gasimporteure.

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  • Avatar von Faty
    • Faty

    971 Beiträge seit 06.05.2008

    Antwort auf Re: Ist eigentlich klar, was genau das Problem bei Uniper ist? von .

    Russland hat sogar 20 % über Vertrag Zusage geliefert.
    Was ist vertraglich zugesagt und was wird geliefert?
    https://de.statista.com/infografik/27618/gasfluss-durch-pipelines-aus-russland-nach-deutschland/

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  • Avatar von Obatztefixer
    • Obatztefixer

    mehr als 1000 Beiträge seit 05.07.2018

    Antwort auf Re: Ist eigentlich klar, was genau das Problem bei Uniper ist? von .

    Gazprom liefert genau das, was vertraglich vereinbart ist.

    Nein, Russland liefert nicht die vertraglich vereinbarte Menge. Putin hat mehrfach gedroht die Lieferungen zu drosseln und dies auch umgesetzt

    da über NS1 genau das noch geliefert wird, was auch bestellt wurde.

    Russland liefert nur noch einen Bruchteil der vereinbarten Menge. Etwas anderes zu behaupten ist schlichtweg Unsinn

    Russland läßt gar nichts leerlaufen, das übernehmen die Gasimporteure.

    Auch das ist Unsinn, bis zum Beginn des Krieges gehörte ein Teil der Speicher Gazprom, unter anderem der größte Gasspeicher in Rehden, und damit faktisch dem russischen Staat. Und der hat diese Speicher schon im letzten Jahr leer laufen lassen

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