ScharfGeschnitten schrieb am 27.02.2023 18:27:
Genau das ist ja das spannende an der Arbeit mit Chinesen. Die Lösungsansätze welche die finden um das scheinbar unmögliche möglich zu machen. Am Anfang habe ich mich noch beständig an den Kopf gefasst und vor mich hingemurmelt „…das klappt nie…“!
Es gibt auch keine Gewähr, dass eine typische chinesische Abkürzung auch zum Ziel führt. Es läuft auch immer wieder mal nach dem Motto „a shortcut is the longest distance between two points“! Trotzdem klappt es dann doch so oft, dass ich mittlerweile aufgehört habe mich zu wundern.
Ich kann nur massiv warnen die Chinesen in irgendeiner Weise zu unterschätzen!
was soll daran spannend sein ? Der 7nm Prozess mit DUV-Belichtern wurde von TSMC entwickelt, und China hat eine Menge Leute von denen abgeworben, um den nachbauen zu können. Das war eher eine Art Technologietransfer als eine Eigenentwicklung.
https://www.edn.com/the-truth-about-smics-7-nm-chip-fabrication-ordeal/
Es geht ja auch gar nicht darum, China bei irgendwas zu unterschätzen. Aber China kocht eben wie alle anderen auch nur mit Wasser. Dieser Wunderglaube, dass dort die technischen Neuentwicklungen nur so vom Himmel purzeln, die Wirschaft nicht denselben Bedingungen wie im Rest der Welt unterworfen wäre und überhaupt, das da alles andes wäre ist einfach ein Stück weit naiv.
Das hatten wir übrigens schon mal mit Japan in den 80ern. Die waren da tatsächlich mal eine Weile in ihrer Wirtschaft kreativer als wir, und technologische Entwicklungen gingen schneller. Wenn man dann aber mal genauer hingeschaut hat, war vieles eben auch nur halbgar, oder es blieb bei Ankünidgungen.
Da gab's bei denen auch ein sehr umfangreiches Techonolgieprogramm, das 5th Generation Computing Systems (FGCS). Mit ziemlich durchwachsenen Ergebnissen. Geendet hat das japansiche Wirtschaftswunder dann im Platzen einer gigantischen Immobilienblase. Da gibt's also durchaus auch Parallelen zum aktuellen China. Nur waren die damals auf einem wirtschaftlich höheren Level.
China hat sich vom dysfunktionalen Agrarstaat mit Millionen Hungertoten in beeindruckender Geschwindigkeit zu einem Schwellenland entwickelt. Und war und ist immer noch aufgrund seiner schieren Masse an Bevölkerung als Markt , und damit auch für Investoren interessant.
Allerdings steht das Land eben auch vor Herausforderungen, sei es die demographische Entwicklung, die Finanzkrise im Immobiliensektor und auch die zunehmende Unwilligkeit der Handelspartner Chinas einseitige Handelsvorteile zu akzeptieren.
Und je höher der Wohlstand in China wird, je konkurrenzfähiger werden andere Länder. Es ist also keine Wahl das China seine Industrie hin zu höherer Wertschöpfung entwickeln muss, es ist schiere Notwendigkeit. Und ob das dann in der Breite gelingt, ist noch lange nicht entschieden.
Man darf eben auch nicht vergessen, dass dieser gesellschaftliche Wohlstand bei ein paar hundert Millionen Chinesen nicht angekommen ist. Wenn das Dauerhaft so bleibt, dann wird das auch zur Herausforderung für die politische Stabilität in China.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (28.02.2023 08:03).