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  • janadann

710 Beiträge seit 02.01.2022

Re: Sicher nicht deren Idee von "menschenverachtender Energiepolitik" ...

Captain Data schrieb am 06.03.2022 14:26:

... aber ich halte die aktuellen Energiepreise für grenzwertige Höchstrafen in einer Industrienation, die Gefahr von flächendeckenden Stromausfällen oder gar rationierter Energieversorgung für eine Zumutung und im Winter, wenn der Bedarf an Energie zum Heizen am höchsten ist, für menschenverachtend.

Energie muss nicht billig sein.
Energie muss aber für jedermann in diesem Staaten erschwinglich sein. Und wir sind auf dem besten Wege dahin, dass Energie zu teuer wird für eine breite Bevölkerungsschicht und die Verfügbarkeit zurückfällt auf ein Niveau von Entwicklungsländern.

Ich sage nur eins:
1% der Weltbevölkerung sind für 2% der CO2-Emissionen verantwortlich. Selbst wenn wir kollektiven Selbstmord betreiben und damit die CO2-Emissionen netto auf 0% reduzieren, merkt das die Welt nicht. Und das Klima auch nicht.

Warum haben wir nur so viel Lust an der Selbstzerstörung gefunden, statt kreativ und mit Ziel uns für die Zukunft zu wappnen? Wann haben wir aufgehört, lösungsorientiert zu denken und zu handeln?

Das wird noch spannend ... der Spritpreis für Normalbenzin liegt jetzt bei 2,00 Euro. Auch Diesel hat diese Marke schon "geknackt", z.B. in Kiel.
Und nein - das ist NICHT die "alleinige Folge des Ukraine-Krieges", wie man uns weiszumachen versucht.
Dieser Preis kommt durch Steuern und Abgaben zustande, die auf den eigentlichen Spritpreis aufgeschlagen werden. Es war und ist Wahnsinn, dass die regierende Ampel-Koalition darauf bestanden hat, in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Schieflage auf den ohnehin schon hohen Spritpreis auch noch die CO2-Abgabe draufzusatteln.
Wie unsozial das ist, wird man spätestens dann merken, wenn der ÖPNV diese stark gestiegenen Spritpreise an die Kunden durchreicht.
Es wird dann keine Rolle mehr spielen, ob man (z.B. als Berufspendler) mit dem eigenen Auto nicht mehr zur Arbeit fahren kann, weil man sich den Spritpreis nicht mehr leisten kann, oder ob man mit dem ÖPNV nicht zur Arbeit fahren kann, weil man sich die Preise dort nicht mehr leisten kann.
Zudem wird es eine Pleitewelle bei Lieferdiensten geben.
Starke Preiserhöhungen bei Handwerksbetrieben werden inzwischen von eben diesen Handwerksbetrieben mit den derzeitigen Spritpreisen begründet.
Übrigens - auch Discount-Supermärkte werden, um das mal am Rande zu erwähnen, von Lieferdiensten mit LKW beliefert ... nur so als Hinweis, warum z.B. die Lebensmittelpreise auch bei den Discountern inzwischen kräftig gestiegen sind.

Auch Speditionen werden durch den ganzen Spritpreis-Irrsinn in die Insolvenz getrieben. Dazu dieser Beitrag des Brandeburger Rundfunks RBB:
https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/av7/video-fuhrunternehmer-in-not-spritpreise-brandenburg.html

Der Spediteur erläutert, was es bedeutet, wenn seine 25 LKW im Jahr 600000 Liter Sprit benötigen:

"Wir haben ... eine Erhöhung von 40 Cent pro Liter netto. Det heißt bei 600000 Liter reden wir hier über eine Jahresmehrbelastung von 240000 Euro."

Ein mittelständischer Betrieb mit 30 Angestellten, der PRO JAHR und NUR aufgrund der gegenwärtigen Spritpreise sage und schreibe 240000 Euro MEHR Betriebskosten hat, kann das nicht einfach so aufbringen.

"Ich kämpfe hier in meinem Unternehmen mit 30 Leuten, um irgendwo 280000 Euro mehr zu erwirtschaften, bei gleicher Arbeit, gleichem Personaleinsatz, gleichem Autoeinsatz, bei gleicher Auftragslage."

Ich weiß nicht, warum er einmal von 240000 Euro und einmal von 280000 Euro spricht - möglicherweise hat er sich versprochen. Ist aber auch egal ...
Es wird unvermeidlich sein, dass solche Betriebe in die Insolvenz gehen müssen. Die gestiegenen Spritpreise können sie nicht ohne weiteres an ihre Kunden durchreichen - dazu ist der Speditionsmarkt zu hart umkämpft.
Folglich werden wir künftig wohl vor allem ausländische Speditionen aus den Ländern, die an Deutschland angrenzen auf dem deutschen Markt sehen (dort ist Sprit deutlich billiger, und LKW haben sehr große Tanks!), und die Angestellten der deutschen Speditionen werden sich in die Erwerbslosigkeit abmelden. Damit brechen Steuereinnahmen weg, und es entstehen Kosten durch ALG I + II ...
Klasse gemacht!

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (06.03.2022 19:31).

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