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  • Goerlitzer

mehr als 1000 Beiträge seit 30.11.2007

Wenn Journalisten nur noch Narrative bedienen, müssen Mediennutzer recherchieren

Ich habe mich jetzt ein knappe Stunde im Netz nach Meldungen zu dem Komplex Getreideexporte aus Ukraine und Russland umgeschaut. Aufgefallen ist mir u. a. eine Meldung von mundus-agri.de unter der Überschrift: "Ukraine holt Exporte (bei Getreide) vehement nach" vom 3.5.2022.

Besonders interessant an der Meldung des Fachportals ist die Aufteilung der ukrainischen Exporte nach Getreidearten. Danach entfielen im April 22 von immerhin 763.000 Tonnen Getreideexport nur 115.000 Tonnen auf Weizen, 647.000 Tonnen aber auf Mais und Gerste, also weitgehend Futtergetreide. Und auf dieses Futtergetreide warten vor allem die Agrar-Unternehmen der EU.

Ich habe keinen einzigen Mainstream-Bericht gefunden, in dem die ominösen, durch den Krieg angeblich nicht exportierbaren 25 Mio. Tonnen Getreide in ukrain. Silos nach Getreidearten aufgeschlüsselt werden. Auf den überragenden Anteil des Futtergetreides hinzuweisen würde ja auch die gewünschte Assoziation "Russischer Krieg sorgt für Hunger in Afrika" bei den Mediennutzern erschweren.

In einem weiteren Fachportal - agrarheute.com - gesteht der Agrarexperte Stephan von Cramon-Taubadel unumwunden ein, dass "der Ausschluss russischer Banken aus dem Zahlungssystem SWIFT den Getreidehandel erschwert" bzw. - so könnte man hinzufügen - die Zahlungsverkehrs- wie Transport-Restriktionen Russland zu einem vorläufigen Exportstop veranlasst haben könnten.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (11.06.2022 12:26).

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