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Avatar von Henko
  • Henko

mehr als 1000 Beiträge seit 24.03.2013

Russland nutzt doch auch Fracking....

a. ) Fracking ansich setzt nicht mehr Methan frei, das würde sogar dem Prinzip von Fracking widersprechen...jetzt haben die meisten wahrscheinlich schon ohne weiterzulesen auf [--] geklickt, ich schreibe trotzdem mal weiter.

Schiefergasquellen fehlt der natürliche Druck, unter dem konventionelle Quellen (also in andere Gesteinsschichten migriertes und dort eingeschlossenes Erdgas) stehen.
Daher sind die konventionellen Quellen ja vergleichsweise leicht zu fördern, heisst aber auch, dass hier die Kohlenwasserstoffe einfach entweichen können...wenns einmal offen ist, dann ström es erstmal und ist im Zweifel schwer zu kontrollieren.
Ein Fallbespiel ist die (konventionelle) Gasbohrung in der Nordsee, welche seit 30 Jahren ausströmt.

Was die Studien bzw, US-Gas und Methanemissionen anprangern sind undichte Leitungen in den USA, durch welche jetzt "Fracking-Gas" fließt, zudem gab es einen gigantischen unterirdischen Speicher (eine ehemalige konventionelle Öllagerstätte, in die man konventionelles und Schiefer-Gas zur Speicherung einpresste), der undicht war....
Durch die Leitungen und Erdgasspeicher kann man aber jedes beliebige Gas füllen...es liegt nicht an der Fördermethode Fracking, dass hier Gas entweicht.

Dem stehen natürlich Pipelines nach Russland entgegen, die über tausende km führen und bei denen ein Entweichen von Anteilen des Gases ebenso wahrscheinlich ist.

b.) Zudem setzen die Russen doch auch mehr und mehr auf Fracking siehe zB
https://www.ogj.com/drilling-production/article/17249299/gazprom-neft-applies-multistage-frac-job-in-yuzhnopriobskoye-field

PJSC Gazprom Neft reported performing an 18-stage hydraulic fracturing operation in Russia’s Yuzhno-Priobskoye field. Well depth was about 4 km, with the horizontal section extending 920 m.

Es ist also nicht gesagt, dass über Pipelines aus Russland kein "Fracking-Gas" kommt. Zudem fördert Russland sein Öl und Gas überwiegend in sensiblen Ökosystemen der unberührten Tundra.

c.) dass man mit der Begründung "böses Fracking" LNG-Terminals pauschal ablehnen will, ist lachhaft.
Aus den USA würden nur bestenfalls sehr geringe Mengen an Erdgas geliefert, der Rest kommt von den grossen Lieferanten wie Katar, Australien und.....ja, RUSSLAND, die nämlich auf der Jamal-Halbinsel massive Kapazitäten zur Erdgasverflüssigung und damit den Export per LNG aufbauen, da sie so schlau sind, ihre Abnehmer zu DIVERSIFIZIEREN, während hier einige befürworten, per Pipeline sich zwanghaft an einen Anbieter zu binden.

Wenn man Nord Stream 2 schon baut, sollte man parallel LNG Terminals bauen, um damit Nachfragespitzen auszugleichen und alternative Lieferanten zu haben, um nicht Willkür oder überzogenden Preisforderungen ausgesetzt zu sein.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (22.02.2021 11:03).

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  • Avatar von Noriaki Kasai
    • Noriaki Kasai

    mehr als 1000 Beiträge seit 25.11.2015

    liest du eigentlich deine Links

    Antwort auf Russland nutzt doch auch Fracking.... von Henko.

    Da geht es um Öl-fracking und nicht um Gas. Nein, das ist nicht das selbe und ja: Ganz sicher wird durch NS2 kein Fracking-Öl gepumpt. Bei der dort genannten Fördermenge, die etwa 0,005% der aktuellen russischen Ölfördermenge entspricht, kann man bestenfalls von einem Pilotprojekt sprechen. Für Russland wäre es völlig unsinnig bei Gas eine viel teuere Technologie, die man zudem erst von aussen einkaufen muss, zu nutzen, wenn man doch genügend konventionelle Ressourcen hat und ich kann mich auch nicht erinnern, dass russische Politiker in einer Tour deutsche Politiker bedrohen und mit Sanktionen belegen, weil hier LNG gebaut werden.

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  • Avatar von SATFVT
    • SATFVT

    mehr als 1000 Beiträge seit 20.12.2011

    Antwort auf Russland nutzt doch auch Fracking.... von Henko.

    Wenn man Nord Stream 2 schon baut, sollte man parallel LNG Terminals bauen, um damit Nachfragespitzen auszugleichen und alternative Lieferanten zu haben, um nicht Willkür oder überzogenden Preisforderungen ausgesetzt zu sein.

    Für die Nachfragespitzen haben wir schon Gasspeicher.
    Und gegen Preissprüngen hilft eine Energiewende inkl. Wärmewende mehr.

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  • Avatar von
    • unbekannter Benutzer

    mehr als 1000 Beiträge seit 04.07.2002

    Gegen Willkür oder überzogene Preisforderungen

    Antwort auf Russland nutzt doch auch Fracking.... von Henko.

    Sollte man den Bau von NS2 schnell abschließen und auf fracking Gas verzichten. Es gibt wohl global keinen zuverlässigeren Lieferanten, denn selbst in Hochzeiten des Kalten Krieges kamen Öl und Gas immer weiter mengenmäßig und preislich vereinbart an. Bei den Überlandleitungen hat sich das mittlerweile geändert, weil die Ukraine und auch Polen regelmäßig versuchen mehr Gebühren für die Durchleitung zu erpressen.

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  • Avatar von Valhall
    • Valhall

    476 Beiträge seit 11.07.2019

    Antwort auf Russland nutzt doch auch Fracking.... von Henko.

    Besten Dank, dass Sie mit Links ein Licht auf Energie- und bald Zulieferfirmen Russlands und - bitte sehr - in der BRD werfen -----------------------------------------------------------------------------==------- Ted Cruz und GOP nennt Namen 6h MEZ bisheriger Namen und kommender Namen von GmbH's , was ich von unseren angeblichen "ueberschwenglichen" russlandergebenen Seilschaften vermisse .... . Sind doch auch skandinavische Schiffseigner betroffen und so weiter bei NS2 . Von Finanzinstituten ganz zu schweigen. Geizen die DKPler mit Ihren Informationen ? Selbst wenn ich Russland helfen wollte, es muesste viel mehr Vorarbeit her .......

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  • Avatar von Karl_Dalheimer
    • Karl_Dalheimer

    mehr als 1000 Beiträge seit 30.05.2018

    Antwort auf Russland nutzt doch auch Fracking.... von Henko.

    Mag ja alles stimmen, aber du vergisst, dass man nicht an jeden Punkt eines so großen Landes wie Russland Pipelines bauen kann, also der Transport von verflüssigtem Gas dorthin seinen Sinn hat.

    Dagegen ist es wahnwitzig, Gas zu verflüssigen und um die halbe Welt zu transportieren, wenn es in der Nähe des Zielortes genug Gas und sogar Pipelines gibt. Überdies ist Russland seit Jahrzehnten ein zuverlässigerer Vertragspartner als zB. die USA, die dem Vasallen gegenüber gerne auch erpresserische Mittel einsetzen.

    Es ist leicht, irgendetwas zu erklären und dabei elegant an der Wahrheit vorbeizuschreiben. Gut, dass das immer mehr Leute durchschauen.

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  • Avatar von Teletrabi
    • Teletrabi

    mehr als 1000 Beiträge seit 17.03.2003

    Antwort auf Re: Russland nutzt doch auch Fracking.... von Karl_Dalheimer.

    Karl_Dalheimer schrieb am 22.02.2021 13:43:

    Mag ja alles stimmen,

    Keine Sorge, es stimmt schon nicht. Wie jedes Mal, wenn Henko sein Loblied auf Fracking antimmt...
    Es gibt auch keinen Sinn, warum gerade die Shale-Lagerstätten besonders Druckarm sein sollten. Ganz im Gegenteil. Die klassischen Vorkommen mit migriertem Gas stehen zumindest in Verbindung zum hydrostatischen Porendruck entlang des Aufstiegspfads vom Muttergestein in die Speichergesteine. Auf die besonders dicht eingeschlossenen (sonst wäre das Gas nicht mehr dort) Shale-Lagerstätten wirkt aber im Zweifel der deutlich höhere lithostatische Druck des auflastenden Gebirges...
    Obendrein erfordert die Gasbildung eine deutlich höheres Temperatur- und Druckregime, dass die Muttergesteinsformationen einstmals aufgewiesen haben müssen, als ihre heutige Tiefe hergibt. Da sind in weiten Teilen des norddeutschen Vierstellige Meterbeträge über die Jahrmillionen heruntererodiert worden. Auch hier begünstigt das dichte Gestein das Aufrechterhalten des einstmals höheren Drucks.
    Allenfalls der Fließdruck mag durch den hohen Zuströmwiderstand etwas geringer ausfallen, aber das ist lediglich eine Frage der Größe der Frac-Oberfläche... Und für die Leckagen durch Wegsamkeiten uninteressant - denn sobald sich eine gasgefüllte Säule in einem Zementriss oder dergleichen ausbildet, überträgt die ohnehin den Lagerstättendruck in druckärmere höhere Horizonte. Schließtlich ist das Eigengewicht und damit der einhergehende Druckgradient gegenüber einer Säule saliner Tiefenwässer erheblich geringer. Hat so ein gasgefüllter Pfad in der Bohrlochauskleidung erst einmal eine ausreichende Höhe erreicht, frackt er sich praktisch selbst weiter, da der Drucküberschuss der Gassäule gegenüber dem Formationsdruck mit jedem Höhenmeter immer weiter zunimmt...

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  • Avatar von Schlafes.Bruder
    • Schlafes.Bruder

    mehr als 1000 Beiträge seit 13.02.2013

    OT - was hatten Sie denn für ne Schulnote in Deutsch?

    Antwort auf Re: Russland nutzt doch auch Fracking.... von Valhall.

    Ihr Posting zu lesen, verursacht ja ernsthafte Zahn- und Kopfschmerzen, mal abgesehen von dem inhaltlichen Blödsinn.

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  • Avatar von Schnitzelmitkartoffelsalat
    • Schnitzelmitkartoffelsalat

    520 Beiträge seit 22.02.2022

    Antwort auf Russland nutzt doch auch Fracking.... von Henko.

    Die Aufbereitung mittels Fracking ist umweltschädlich und verbraucht wichtige Ressourcen. Dazu kommt die Verflüssigung, was technisch und energetischen Aufwand bedeutet. Anschließend der Transport mittels Treibhausschleudern inkl. Ablassen von Treibhausgasen beim Transport, weil der Druck ausgeglichen werden muss. Dann muss man noch Terminals bauen, die wiederum irrsinnige Ressourcen verbrauchen. Währenddessen liegt eine moderne, betriebsbereite, auf Dichtheit geprüfte neue Pipeline in der Nordsee und wird nicht in Betrieb genommen.

    Aber gut, wir sagen dem Kampf gegen den Klimawandel geraden den Kampf ab, weil uns Politik, Hass und US-Treue wichtiger ist. Da geht es nicht einmal um Gut gegen Böse oder Demokratie gegen Diktatur, da geht es rein um US Interessen. Sonst würde man mit Katar, Saudi Arabien und anderen Schurkenstaaten erst gar nicht verhandeln.

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