holyprime schrieb am 22.02.2021 08:49:
Ist wie (ein Grossteil der) modernen IT: Man macht besser einen grossen Bogen drum herum ;)
Ich mein, da schauen sich Experten diesselben Gefälligkeitsstudien der Industrie an wie die EPA, und kommen erstaunlicherweise zum selben Schluss. Wer hätte das gedacht.
Sich selbst mit der Materie befassen, vielleicht einen Versuch machen oder gar Messungen durchführen? Wieso auch, dafür wurden wir ja, genau wie die EPA, nicht bezahlt.
Dabei weiss jeder, der sich auch nur 5min mit dem Thema Fracking auseinandergesetzt hat, was das für ein korrupter Saftladen ist: Von "der Cocktail ist total sicher, darum müssen wir die Zutaten geheim halten" bis zum nicht mehr trinkbaren (dafür teils brennbaren) Wasser, den Versicherungen von EPA und den "Studien" der Industrie zum trotz.
Anbetracht dieser Tatsachen keine eigene Untersuchung zu machen, sondern eine unkritische Meta-Studie über Studien einer Industrie (und ihrer Behörde), die für ihre ambivalentes Verhältnis mit der Realität bekannt ist, ist mindestens grob fahrlässig.
Böse Zungen würden behaupten, dass man mit solchen "Wissenschaftlern" gar keine Lobbyisten mehr braucht.
Doch genau dafür wurden sie bezahlt. Eigentlich. Sie sollten ja vier Demonstratonsvorhaben begleiten. Nur hat hierzuande überhaupt keiner der Gasföderer mehr Interesse daran und nie ein solches Vorhaben beantragt... Ja sogar praktisch alle darauf abzielenden aufsuchungserlaubnisse sind abgelaufen, obwohl die Abgaben zur Aufrechterhaltung der Reservierung doch eher übersichtlich sind...
Ursprünglich sollte Komission ja auch erst bei Vorliegen eines solchen Antrags zusammentreten, so jedenfalls die ursprüngliche Auskunft der BReg. Nur als die ausblieben, hat man sie 2018 dann übereilt trotzdem zusammengerufen. Nicht, dass am Ende 2021dem Bundestag nicht die Aufhebung des Schiefergas-Pseudoverbots empfohlen werden kann. Und seither schwurbeln sie irgendwas zu ausländischen Erfahrungen, was überhaupt nicht ihre Aufgabe ist. Auch die Beschreibung eines Standes der Technik als zweite Aufgabe der Kommission wird mit der Aufgabenstellung der vergebenen Gutachten nicht entsprochen. Hier wieder mal die alte Leier von hohen deutschen Standards (ohne jeden Beleg) und wenn man alles richtig mache, passiert schon nix. Nur blöd, dass wieder einmal nicht erläutert wird, wie das wie denn aussehen müsse.
Dass dann in der Studie jetzt noch der BUND e.V. zu einer staatlichen Stelle erklärt wird und dessen Paper angebliche Werte zur Methanemission angedichtet werden, die dort überhaupt nicht angesprochen sind... Und dass der von Exxon initiierte und finanzierte "neutrale Expertenkreis" als NGO deklariert wird...
Und das dessen industriefreundlichen Ergebnisse gleich verdoppelt als Quelle einfließen, indem man das Gutachten unter dem Herausgebernamen und die Ergebnispowerpoint des Kapitel-Authors und dessen Namen ausweist...
Nuuunja. Noch Fragen?!
Oder dass bisherige Jahresberichte immer ohne die Kritik aus der Öffentlichkeitsbeteiligung publiziert werden. Man sogar beim ersten Bericht vor Ablauf der Stellungnahmefrist die Finalfassung verabschiedet hat....
Und handfeste Kritik-Statements stattdessen in augenscheinich unwissende FAQ-Fragen mit alles-harmlos-Antwort sinnentstellt umgeschrieben werden um den Dissens zu den Jahresberichtsinhalten zu verschleiern...
Und das der Geschaftsstellenbetrieb bis Ende 2021 ausgeschrieben wurde, obwohl der letzte reguläre Jahresberich im Juni 2021 vorzulegen ist, was die Deutung aufdrängt, dass es wieder nur einen Schmalspurbericht geben wird und alles inhaltliche erst in einem sich selbst auferlegten Schlussbercht erscheint - für den dann mangels gesetzlichem Auftrag auch keine öffentliche Stellungnahmemöglichkeit ins Gesetz geschrieben wurde...