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Das ist zivilisatorischer Selbstmord

Fracking ist rohstofftechnischer Irrsinn: Die Art wie das Gas aus den Gesteinsschichten gepresst wird, disqualifiziert es eigentlich selbst als absolute Notlösung für die Zeit wenn die herkömmlichen Vorkommen aufgebraucht sind. Es zerstört die Böden und kontaminiert das Grundwasser auf unabsehbar lange Zeit (der Cocktail bleibt aus gutem Grund geheim). All das ist seit Jahren bekannt (die Doku "Gasland zb stammt aus dem Jahr 2010).

Im besten Fall ist das Brunnenvergiften, damit man ein paar Tage heizen kann. Das macht nur dann Sinn, wenn man kurz vor dem erfrieren ist, aber nicht nur in den USA wird es getan um Geld zu scheffeln. Der Gipfel der Gier findet man in der Behörde, die eigentlich Mensch und Umwelt vor genau solchem geisteskranken Irrsinn schützen sollte, jedoch für ein bisschen Backschisch einfach alles durchwinkt.

Um Geld zu scheffeln muss das Gas aber zu Kunden transportiert werden, aufgrund der Art der Förderung (die Bohrlöcher sind temporär) als auch der Lage der meistzahlenden Kunden kommen Pipelines gar nicht erst in Frage. Hier folgt dem rohstofftechnischen der energietechnische Irrsinn, denn das Gas wird verflüssigt, also unter hohem Druck gekühlt (-162°). Dabei verliert man bis zu 25% der nutzbaren Energie.
Danach wird es mit Schweröl betriebenen Tankern (weiterer Energieverlust), die oft unter Flaggen von Kleinststaaten operieren um Umweltvorgaben -und Abgaben zu umgehen, über die Weltmeere geschippert, wobei Kurs und Zielhafen sich an den Entwicklungen der Preise orientiert.

Zivilisatorisch gedehen ist das absoluter Wahnsinn, quasi Osterinsel-Level Nonsense: Wenn sie fertig sind ist das Wasser vergiftet, die Böden zerstört (Monsantod und Co helfen mit) und das angehäufte bedruckte Papier auch als Energiequelle wertlos (brennt viel zu schnell, das meiste ist eh digital), während mögliche Reserven für den Notfall aufgebraucht sind.

Also genau das richtige für die zu den US-"Demokraten" umgebauten "Grünen": Ihre Exponenten kriegen auch ein bisschen Backschisch und dürfen sich mit ein übertrieben viel "virtue signalling" auf ihren Pöstchen total wichtig machen. Krieg ist Frieden und Fracking Energiesicherheit. Passend dazu fühlen sich die dressierten Affen, die denen immer noch hinterherdackeln, als total aufgeklärt und tolerant.

Und jetzt sind wir sogar soweit, dass dies alles als das moralisch richtige propagiert wird.. Gute Besserung uns allen.

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    Antwort auf Das ist zivilisatorischer Selbstmord von holyprime.

    holyprime schrieb am 17.04.2022 11:23:

    Und jetzt sind wir sogar soweit, dass dies alles als das moralisch richtige propagiert wird.. Gute Besserung uns allen.

    Nein: Es wird als das moralisch weniger verwerfliche propagiert, das man möglichst schnell wieder durch EE ersetzen muß.

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    Antwort auf Re: Das ist zivilisatorischer Selbstmord von foobar.

    Einigen wir uns auf das moralisch bessere, denn es sagt ja niemand "eigentlich ist es eine Sauerei aber als Übergangslösung notwendig"?

    Von EE fangen wir gar nicht erst an, da gibts ja abseits von "die Privatwirtschaft wirds schon richten" nicht einmal ein politisches Konzept, bloss reine Absichtserklärungen. Die Frage ist aber wie wir in xx Jahren "klimaneutral" sein können, nicht ob. Stattdessen ist grün zwar total in, gleichzeitig aber Atomstrom und LNG en vogue und die SUV-Dichte steigt, etc.

    Du siehst, ich könnte mich bei dem Thema endlos aufregen ;)

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    Antwort auf Re: Das ist zivilisatorischer Selbstmord von holyprime.

    holyprime schrieb am 17.04.2022 12:34:

    Einigen wir uns auf das moralisch bessere, denn es sagt ja niemand "eigentlich ist es eine Sauerei aber als Übergangslösung notwendig"?

    Doch irgendwie schon, wenn immer betont wird, über die LNG-Terminals wolle man in Zukunft grünen Wasserstoff importieren (z.B. für die chemische Industrie).

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    Antwort auf Re: Das ist zivilisatorischer Selbstmord von foobar.

    foobar schrieb am 17.04.2022 12:43:

    holyprime schrieb am 17.04.2022 12:34:

    Einigen wir uns auf das moralisch bessere, denn es sagt ja niemand "eigentlich ist es eine Sauerei aber als Übergangslösung notwendig"?

    Doch irgendwie schon, wenn immer betont wird, über die LNG-Terminals wolle man in Zukunft grünen Wasserstoff importieren (z.B. für die chemische Industrie).

    Ja, nur das es grünen Wasserstoff so nicht gibt. Dafür müsste die EE Versorgungsquote bei über 100% liegen, anstatt bei unter 40% wie aktuell.
    Nur aus überschüssiger EE kann man grünen Wasserstoff herstellen, alles andere ist grüngewaschene fossile Lüge.
    Nebenbei, der Wirkungsgrad für die Gewinnung von GREEN H2 liegt bei ca. 50%

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  • Avatar von Makrovir
    • Makrovir

    mehr als 1000 Beiträge seit 11.12.2000

    Kleine Anmerkung..

    Antwort auf Das ist zivilisatorischer Selbstmord von holyprime.

    Danach wird es mit Schweröl betriebenen Tankern (weiterer Energieverlust), die oft unter Flaggen von Kleinststaaten operieren um Umweltvorgaben -und Abgaben zu umgehen, über die Weltmeere geschippert, wobei Kurs und Zielhafen sich an den Entwicklungen der Preise orientiert.

    Moderne LNG Tanker fahren nicht mehr ausschließlich Schweröl sondern nutzen auch das Gas was während der Fahrt verdampft.

    Wusste Ich auch nicht bis Ich es vor Kurzem erfahren habe..

    Allerdings fahren Sie in letzter Zeit wohl wieder mehr mit Schweröl weil das Gas jetzt so wertvoll geworden ist..

    https://www.reuters.com/article/global-tankers-lng-idUSL1N2Q50U0

    In beiden Fällen muss man natürlich die energetischen Transportkosten mit in die Gesamtenergiebilanz mit einkalkulieren. Und was die Gesamtenergieeffizienz angeht ist Nordstream2 nun mal ungeschlagen..

    Zivilisatorisch gedehen ist das absoluter Wahnsinn, quasi Osterinsel-Level Nonsense: Wenn sie fertig sind ist das Wasser vergiftet, die Böden zerstört (Monsantod und Co helfen mit)

    Da stimme Ich Ihnen auf jeden Fall voll und ganz mit zu.. Vor allem wenn man sich z.B in den USA Anschaut wie RIESIG die Flächen sind die angebohrt und damit immer auch teilweise zerstört werden..

    z.B

    32.999837415469955, -104.07026773802438

    Versuchen sie da mal in der Satelitenansicht die Bohrlöcher zu zählen..

    Mfg Makrovir

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (17.04.2022 14:08).

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  • Avatar von foobar
    • foobar

    mehr als 1000 Beiträge seit 10.01.2000

    Antwort auf Re: Das ist zivilisatorischer Selbstmord von .

    Metronomicon schrieb am 17.04.2022 13:21:

    foobar schrieb am 17.04.2022 12:43:

    holyprime schrieb am 17.04.2022 12:34:

    Einigen wir uns auf das moralisch bessere, denn es sagt ja niemand "eigentlich ist es eine Sauerei aber als Übergangslösung notwendig"?

    Doch irgendwie schon, wenn immer betont wird, über die LNG-Terminals wolle man in Zukunft grünen Wasserstoff importieren (z.B. für die chemische Industrie).

    Ja, nur das es grünen Wasserstoff so nicht gibt. Dafür müsste die EE Versorgungsquote bei über 100% liegen, anstatt bei unter 40% wie aktuell.

    Es geht im den Import, dafür ist die EE-quote in Deutschland irrelevant.

    Nebenbei, der Wirkungsgrad für die Gewinnung von GREEN H2 liegt bei ca. 50%

    Ebenfalls irrelevant, wenn man Wasserstoff z.B. für die Chemie benötigt, denn dann hat man keine Wahl.

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  • Avatar von oldman123
    • oldman123

    mehr als 1000 Beiträge seit 25.11.2003

    Dann fangen wir mal an zu zählen.

    Antwort auf Kleine Anmerkung.. von Makrovir.

    Makrovir schrieb am 17.04.2022 13:58:

    Danach wird es mit Schweröl betriebenen Tankern (weiterer Energieverlust), die oft unter Flaggen von Kleinststaaten operieren um Umweltvorgaben -und Abgaben zu umgehen, über die Weltmeere geschippert, wobei Kurs und Zielhafen sich an den Entwicklungen der Preise orientiert.

    Moderne LNG Tanker fahren nicht mehr ausschließlich Schweröl sondern nutzen auch das Gas was während der Fahrt verdampft.

    Wusste Ich auch nicht bis Ich es vor Kurzem erfahren habe..

    Allerdings fahren Sie in letzter Zeit wohl wieder mehr mit Schweröl weil das Gas jetzt so wertvoll geworden ist..

    https://www.reuters.com/article/global-tankers-lng-idUSL1N2Q50U0

    In beiden Fällen muss man natürlich die energetischen Transportkosten mit in die Gesamtenergiebilanz mit einkalkulieren. Und was die Gesamtenergieeffizienz angeht ist Nordstream2 nun mal ungeschlagen..

    Zivilisatorisch gedehen ist das absoluter Wahnsinn, quasi Osterinsel-Level Nonsense: Wenn sie fertig sind ist das Wasser vergiftet, die Böden zerstört (Monsantod und Co helfen mit)

    Da stimme Ich Ihnen auf jeden Fall voll und ganz mit zu.. Vor allem wenn man sich z.B in den USA Anschaut wie RIESIG die Flächen sind die angebohrt und damit immer auch teilweise zerstört werden..

    z.B

    32.999837415469955, -104.07026773802438

    Versuchen sie da mal in der Satelitenansicht die Bohrlöcher zu zählen..

    Mfg Makrovir

    Oder auch hier:
    32.52958090, -97.6172826

    Wenn man in der Satellitenansicht langsam raus zoomt, sieht man viele weiße Punkte mit Verbindungsstraße - das sind die auch Frackingfelder. Wie viele solcher Felder es in den USA gibt, weiß ich auch nicht.
    Also wohnen möchte ich da nicht.

    Hier mal eine schöne Nahaufnahme:
    https://static.dw.com/image/52374612_401.jpg

    Oder hier:
    https://www.museum-zurholt.de/mnu-fracking/mnu-fracking-veraendert-das-land
    (auch Wälder bleiben nicht verschont)

    Was ich bis heute auch nicht wusste:

    "Die Fracking-Lobby macht mobil
    Die Amerikaner waren schon immer sehr einfallsreich, wenn es darum ging, Erdgasvorkommen auf unkonventionelle Weise zu erschließen. Vor etwas mehr als vierzig Jahren verwendeten sie dafür sogar Atombomben. Die erste hieß "Gasbuggy" und wurde am 10. Dezember 1967 im Bundesstaat New Mexico gezündet. Mit einer Sprengkraft von 29 Kilotonnen TNT war sie mehr als doppelt so stark wie "Little Boy", die Hiroshima-Bombe. Sie detonierte in einer Tiefe von ungefähr zwei Kilometern, zertrümmerte das dortige Schiefergestein und hinterließ einen über hundert Meter hohen Hohlraum, in dem sich das freigesetzte Schiefergas ansammeln konnte.

    Der "Gasbuggy", der hier ins Bohrloch geschoben wird, hatte mehr als die doppelte Sprengkraft der Hiroshima-Bombe.
    "Gasbuggy" bildete den Auftakt des sogenannten Plowshare Program ("Pflugschar-Programm"), das den Einsatz von Atom- und Wasserstoffbomben vorsah, um gigantische Erdbewegungen zu bewerkstelligen, die den Bau von Kanälen und Häfen, die Einebnung von Gebirgen oder eben auch die bessere Ausbeutung von Erdgas- oder Erdölvorkommen ermöglichen sollten."
    https://www.udo-leuschner.de/energie-chronik/141009d1.htm

    Zum Glück ist man davon abgekommen.

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