_Peter_ schrieb am 22.01.2021 08:35:
Pnyx (1) schrieb am 22.01.2021 01:10:
Da die meisten Übertragungen zu Hause und am Arbeitsplatz stattfinden, entfaltet der Zwang, daheim zu bleiben, möglicherweise sogar die gegenteilige Wirkung.
Vermutlich ist dem Autor nicht klar, wie seiner Intention - die Wirksamkeit eines Lockdowns zu bestreiten - unzuträglich dieser Satz ist. Infektionen finden potentiell bei jedem etwas länger dauernden Kontakt mit fremden Personen statt. Das diesbezügliche Potential des eignen Haushalts ist bei einer durchschnittlichen Haushaltsgrösse von ca. 2 ziemlich schnell ausgeschöpft.
Wenn man wissenschaftlich argumentieren will, fängt man mit Fakten an. Und sucht Erklärungen, die zu den Fakten passen. Nicht umgekehrt.
Die Fakten: laut RKI erfolgen rund 2/3 der Infektionen in Privatwohnungen, 60-70 %.
Bei wieviel Prozent der Infektionen ist denn überhaupt nachvollzogen worden, wie die Ansteckungswege gewesen waren?
Im Flieger kann man in der Regel noch nachvollziehen, wer wann wo gesessen hat. Da ist eine Kontaktverfolgung möglich. In der Bahn schon nicht mehr, weil nicht jeder seinen Sitzplatz reserviert und/oder namentlich bekannt ist. Im öffentlichen Nahverkehr gibt es keine Sitzplatzreservierung, und damit auch keine Nachverfolgung.
Worauf beziehen sich also die 60-70%?
Eine mögliche Erklärung.
In der eigenen Wohnung können sich sogar Alleinstehende anstecken, wenn Besuch kommt. Die Wahrscheinlichkeit ist sogar enorm hoch, wenn die Zimmer klein sind.
Im privaten Bereich hat man engeren Kontakt, und den über längere Zeiträume. Man kann sagen, wenn einer der Bewohner Infiziert ist, ist das Risiko einer Ansteckung enorm hoch.
Was aber umgekehrt nicht bedeutet, dass es außerhalb der eigenen vier Wände nicht auch hoch sein kann. Gemeinsames Singen in der Kirche scheint nicht so toll zu sein. Auch mit Abstand nicht.
Die Hypothese, ein Lockdown könne die Ausbreitung befördern, weil Menschen sich in ungeeigneten Privaträumen treffen statt in Zoos, Museen und auf Golfplätzen, wo die Abstände größer und Hygienemaßnahmen eingerichtet sind, ist durchaus plausibel.
Die Hypothese ist Unsinn, weil sich die Leute dann nicht in Museen statt zuhause aufhalten sondern zusätzlich. Oder wohnen die dann im Museum? Infizierte, die ansonsten nur ihre Mitbewohner anstecken, tragen die Infektion weiter wenn sie auch noch in Museen, Zoos etc.. auf andere Menschen treffen. Und womöglich mit dem Linienbus dahin fahren.
Im Gegensatz zu Mutmassungen über Ansteckungen in - zur Zeit meist leeren Zügen oder in Supermärkten, wo die Abstände groß und die Aufenthaltszeiten kurz sind.
wenn ich sehe, wie manche Menschen ihre Masken handhaben...die wird dann zum Telefonieren, Niesen(!), Sprechen runtergezogen. Verkäufer lecken ihre Finger an, damit sie Plastiktüten aufbekommen....
Es ist auch ziemlich doof, mit leeren Zügen zu argumentieren, wenn man zurück zur "Normalität" will. Die füllen sich dann nämlich wieder.