Konsumidiot schrieb am 13.11.2021 21:22:
...das dem Lukaschenko trotz allem auch Unrecht angetan wurde und er deswegen so reagiert.
Schlagzeilen machte Lukaschenko unlängst damit, dass er im Falle der angedrohten EU-Sanktionen gegen ihn wegen seiner "Flüchtlingshilfe" den Europäern den Gashahn abdrehen will.
Allerdings ist irgendwann das Maß auch mal voll, und wenn er solche Drohungen umsetzen sollte, kann ich mir lebhaft vorstellen, dass man Lukaschenko noch ganz andere Dinge "abdrehen" würde!:-OB-)
Und weil die Russen ahnen, dass solche Phantasien existent sind, schickte Russland demonstrativ Kampfflugzeuge über das Krisengebiet. Tupolew Tu-22M3 NATO-Codename Backfire. https://de.wikipedia.org/wiki/Tupolew_Tu-22M#Abwurfwaffen
Das Signal ist im Diplomatenkauderwelsch eindeutig. Irgendwann ist das Mass voll, richtig.
"Sein Land habe bislang Zurückhaltung an den Tag gelegt, es wolle Brücken nicht zerstören. Aber wenn das jemand als Schwäche auslege, sei die Antwort "asymetrisch, schnell und hart". Putin warnte den Westen "rote Linien" zu überschreiten. Wo diese liegen, ließ er im Dunkeln." Quelle:https://www.tagesspiegel.de/politik/rede-zur-lage-der-nation-putin-warnt-den-westen-vor-dem-ueberschreiten-roter-linien/27116340.html
Von Lawrow gibt es ein ähnliches Statemant.
Wer sich mal ein wenig Gruseln will und an Informationen außerhalb des Framings teilhaben will: https://www.mid.ru/de/foreign_policy/news/-/asset_publisher/cKNonkJE02Bw/content/id/4924424
Ein für mich erhellender, kleiner Auszug:
"Am 30. Oktober dieses Jahres traf ich mich am Rande des G20-Gipfels in Rom mit dem Außenminister Frankreichs Jean-Yves Le Drian. Er erinnerte daran, dass die Anführer Russlands, Frankreichs und Deutschlands per Telefon die Notwendigkeit des Zustandekommens eines Außenministertreffens besprachen. Jean-Yves Le Drian schlug vor, es in Paris am 11. November 2021 abzuhalten. Ich sagte, dass wir die Reaktion der Kollegen auf inhaltsvolle Vorschläge bekommen möchten, weil gerade der Inhaltsaspekt der Sache und nicht die Protokoll-Vereinbarungen eines Treffens, sich vor Kameras posen, womit ein Signal gesendet wird, dass Normandie-Format funktioniert, die Priorität hat. Wir brauchen nicht solche Schau-Auftritte. Ich fragte, ob sich Jean-Yves Le Drian die zuvor nach Paris geschickten unseren Vorschläge angesehen hat. Er sagte, dass er noch keine Zeit hatte, um sie sich anzusehen. Er betonte wieder beharrt die Notwendigkeit eines Treffens am 11. November. Es wurde betont, dass wir erstens auf eine sachliche Reaktion auf unsere Vorschläge warten. Zweitens: Auch wenn diese Vereinbarungen bereits gereift, und der Inhaltsteil schon bereit wäre, habe ich am 11. November einen engen Zeitplan in Moskau, einschließlich Besuch eines Außenministers eines befreundeten Landes. Die offizielle Sprecherin des Außenministeriums Russlands, Maria Sacharowa, sagte ebenfalls öffentlich, dass es am 11. November bei uns einfach physisch nicht klappen wird. Allerdings bekamen wir vor einigen Tagen erneut eine gemeinsame Botschaft der Außenminister Deutschlands und Frankreichs, wo der 11. November beinahe als ein alternativloses Datum angegeben ist. Ich spreche sogar nicht über diplomatische Förmlichkeit, das ist einfach nicht höflich."
Mir kommen die Zeiten vor, wie um 1890 dem Jahr von Bismarcks Entlassung.