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  • Sentinel

mehr als 1000 Beiträge seit 08.05.2023

Verarbeitungsgrad entscheidend

Der Artikel beschreibt es ganz gut (was eine Seltenheit bei diesem Thema ist): Fleischersatzprodukte sind besonders dann nicht so gut, wenn sie aus einer sehr langen Liste an Zutaten und Chemikalien bestehen und deren Grundbestandteile zu Tode erhitzt und atomisiert wurden, um dann mit Unmengen an Geschmacksverstärkern, Gleit-, Schmier- und Bindemitteln zu etwas Neuem geformt werden.
Gesünder als Kartoffelchips ist das nicht, nur 10x Mal so teuer.

Je stärker ein Nahrungsmittelprodukt verarbeitet worden ist, als umso schädlicher für die Gesundheit muss es gesehen werden. Das bezieht sich natürlich nicht auf grundlegende Basisverarbeitung: Natürlich muss man z.B. Linsen vor dem Essen kochen. Aber wenn die Linsen ultrahocherhitzt, das Eiweiß aus Ihnen herausxtrahiert und von sämtlichen ballast- und sekundären Pflanzenstoffen befreit worden ist, ebenso von allen Vitaminen und Mineralstöffen, danach mit 26 verschiedenen Gewürz- und Geschmacksstoffen sowie diversen Fettstoffen angereichert und dann nochmal gebraten wurde - dann hat man als jemand, der sich etwas gutes tun wollte, etwas gründlich falsch gemacht.

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  • Avatar von Stimmy
    • Stimmy

    mehr als 1000 Beiträge seit 22.01.2018

    Antwort auf Verarbeitungsgrad entscheidend von Sentinel.

    Einerseits richtig.
    Andererseits hindert einen niemand daran, zusätzlich noch unverarbeitete Pflanzenprodukte zu essen.
    Und man sollte auch nicht vergessen, dass viele Ersatzprodukte enorm praktisch sind. Zum Beispiel auch dann, wenn man für mehrere Menschen kocht und manche Fleisch wollen, andere nicht. Da kann man mit den Ersatzprodukten z.B. Burger für alle machen, man muss dann nur ein Fleisch- oder eben ein Ersatzprodukt-Patty reinlegen.
    Oft (nicht immer) sind die Ersatzprodukte auch ziemlich proteinreich. Gerade Menschen, die Muskeln aufbauen wollen und kein Fleisch essen, finden das oft wichtiger als das Zusatzstoffe-Thema.
    Man sollte auch nicht vergessen, dass vielen Menschen, die keine Tierprodukte essen, v.a. die ethischen Aspekte wichtig sind. Es geht ihnen nicht groß darum, sich maximal gesund zu ernähren, sie wollen nur nicht, dass für ihre Ernährung Tiere getötet werden.
    Ist eben individuell sehr verschieden.

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    • Sentinel

    mehr als 1000 Beiträge seit 08.05.2023

    Antwort auf Re: Verarbeitungsgrad entscheidend von Stimmy.

    Stimmy schrieb am 29.01.2024 14:44:

    Einerseits richtig.
    Andererseits hindert einen niemand daran, zusätzlich noch unverarbeitete Pflanzenprodukte zu essen.
    Und man sollte auch nicht vergessen, dass viele Ersatzprodukte enorm praktisch sind. Zum Beispiel auch dann, wenn man für mehrere Menschen kocht und manche Fleisch wollen, andere nicht. Da kann man mit den Ersatzprodukten z.B. Burger für alle machen, man muss dann nur ein Fleisch- oder eben ein Ersatzprodukt-Patty reinlegen.
    Oft (nicht immer) sind die Ersatzprodukte auch ziemlich proteinreich. Gerade Menschen, die Muskeln aufbauen wollen und kein Fleisch essen, finden das oft wichtiger als das Zusatzstoffe-Thema.
    Man sollte auch nicht vergessen, dass vielen Menschen, die keine Tierprodukte essen, v.a. die ethischen Aspekte wichtig sind. Es geht ihnen nicht groß darum, sich maximal gesund zu ernähren, sie wollen nur nicht, dass für ihre Ernährung Tiere getötet werden.
    Ist eben individuell sehr verschieden.

    Das stimmt alles.
    Mein Punkt war, dass es bei den Ersatzprodukten große Unterschiede gibt zwischen solchen, die man als regelrechte Chemiekeulen bezeichnen darf und solchen, die mit relativ wenigen Zutaten und relativ wenig Verarbeitung auch noch einen guten Nährwert bieten.

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    • Stimmy

    mehr als 1000 Beiträge seit 22.01.2018

    Antwort auf Re: Verarbeitungsgrad entscheidend von Sentinel.

    Sentinel schrieb am 29.01.2024 14:50:

    Mein Punkt war, dass es bei den Ersatzprodukten große Unterschiede gibt zwischen solchen, die man als regelrechte Chemiekeulen bezeichnen darf und solchen, die mit relativ wenigen Zutaten und relativ wenig Verarbeitung auch noch einen guten Nährwert bieten.

    Danke, dann ist das bei mir nur etwas falsch rübergekommen. Ich habe den Beitrag als allgemein gegen Ersatzprodukte aufgefasst.

    Bei der Verarbeitung gibt's natürlich sehr große Unterschiede. Fertigprodukte, die vielleicht im Sinne der Nährwerte und Produkteigenschaften einzelne hochverarbeitete Zutaten (z.B. Sojaproteinisolat, das ist nicht nur fast pures Protein, sondern auch ein super Bindemittel) enthalten, ansonsten aber eine kurze Zutatenliste ohne viel Chemie haben, sind in der Tat selten.
    Überspitzt (weil's durchaus Zwischendinger gibt): Entweder bekommt man nur Nudeln mit Gemüse, oder man bekommt den ganzen Chemiebaukasten. Da würde ich mir auch mehr Auswahl wünschen.

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    • Wang Tsin

    195 Beiträge seit 15.04.2008

    Antwort auf Verarbeitungsgrad entscheidend von Sentinel.

    Bevor es die Massen an "I can't believe it's not meat"-Produkten gab, die versuchen mit Hilfe der Lebensmittelchemie Aussehen, Konsistenz und Geschmack nachzuahmen, gab es ja schon Ersatzprodukte, die einfach nur aus Gemüse und Panade bestanden - ich denke da an "Gemüsesticks" und "Gemüseburger", da konnte man im Querschnitt sehen, dass es sich tatsächlich einfach einfach um klein geschnittenes Gemüse handelte. Dazu kam der Preis - diese Gemüsehappen waren nicht mal halb so teuer wie die fleischige oder fischige Variante. Inzwischen hat sich das in Sachen Preis und Chemie vollkommen umgekehrt.

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    • Stimmy

    mehr als 1000 Beiträge seit 22.01.2018

    Antwort auf Re: Verarbeitungsgrad entscheidend von Wang Tsin.

    Wang Tsin schrieb am 29.01.2024 15:48:

    Bevor es die Massen an "I can't believe it's not meat"-Produkten gab, die versuchen mit Hilfe der Lebensmittelchemie Aussehen, Konsistenz und Geschmack nachzuahmen, gab es ja schon Ersatzprodukte, die einfach nur aus Gemüse und Panade bestanden - ich denke da an "Gemüsesticks" und "Gemüseburger", da konnte man im Querschnitt sehen, dass es sich tatsächlich einfach einfach um klein geschnittenes Gemüse handelte. Dazu kam der Preis - diese Gemüsehappen waren nicht mal halb so teuer wie die fleischige oder fischige Variante. Inzwischen hat sich das in Sachen Preis und Chemie vollkommen umgekehrt.

    Richtig, wobei es diese Gemüseprodukte durchaus immer noch gibt. Selbst Burger King hat einen Burger mit so einem Gemüse-Patty im Angebot.
    Aber sie sind eben Gemüse. Nicht proteinreich, und sie schmecken (vom Braten/Frittieren) meistens ziemlich fettig. Anders als die gegrillten Pflanzenprotein-Pattys.
    Schlecht finde ich diese Gemüse-Pattys nicht, aber sie sind aus meiner Sicht schlicht etwas Anderes als die fleischigen Pattys.

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  • Avatar von pewoo
    • pewoo

    mehr als 1000 Beiträge seit 21.07.2016

    Preise

    Antwort auf Verarbeitungsgrad entscheidend von Sentinel.

    Sentinel schrieb am 29.01.2024 14:23:

    Gesünder als Kartoffelchips ist das nicht, nur 10x Mal so teuer.

    Nein:
    Kartoffelchips kosten um die 7 Euro pro Kilo, vegetarische Fleischersatzprodukte kosten keine 70 Euro pro Kilo, sondern ein Fünftel davon.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (29.01.2024 18:24).

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