Ansicht umschalten
Avatar von Yamur
  • Yamur

36 Beiträge seit 30.10.2020

Das Märchen von dem Klimaschädlichen Rind....

....sagen wir mal so, in der Massentierhaltung stimmt das. Hühner haben da eine viel schlechtere Bilanz, nur wird die nicht korrekt berechnet weil die Ställe etc nicht in die Bilanz einfließen.
Der Bioland Verband hat eine eigene Untersuchung dazu gemacht und die sieht anders aus.
https://www.bioland.de/bioland-blog/mit-sieben-maegen-gegen-die-erderwaermung
Artgerechte Haltung und Fütterung ist genau das Gegenteil von Klimaschädlich.
Wenn wir nur Fleisch aus Artgerechter Haltung beziehen würden, etwa 30-60% teurer aber wesentlich hochwertiger, wäre diese ganze Diskussion über Ersatzfleisch überhaupt nicht nötig.
Das gleiche gilt für Milchproduktion.
Wir essen von allem sowieso zu viel und 1/3 Fleisch und Milchprodukte weg und dafür hochwertigere und teurere Produkte und die Klimabilanz stimmt wieder.
Es gibt aber noch ein zweites Problem. Unsere Landschaft ist eine Kulturlandschaft, ohne bäuerliches Wirken wird sie mit der dazugehörigen Flora und Fauna zerstört. Irgendwo Brachflächen zu schaffen ist eben kein Umweltschutz.

Bewerten
- +
  • Avatar von auf_der_hut
    • auf_der_hut

    mehr als 1000 Beiträge seit 07.05.2008

    Antwort auf Das Märchen von dem Klimaschädlichen Rind.... von Yamur.

    Solange 95% der Produktion aus Massentierhaltung stammen, stimmt die Aussage eben doch. Die meisten Tiere werden heute mit Kraftfutter gemästet, das prinzipiell auch zur Ernährung von Menschen geeignet wäre. Bei dem Umweg über das Tier entstehen gewaltige Verluste, ohne dass sich an dem Nährwert qualitativ etwas ändert. Im Fleisch kann letztlich nur drin sein, was das Tier zuvor aufgenommen hat.

    Solange Tiere Ressourcen nutzbar gemacht haben, die für die menschliche Verdauung nicht geeignet sind (z.B. Silage / Gras) hatte das vielleicht seine Berechtigung. Aber das ist heute nicht mehr der Fall, die Mast dauert damit viel zu lange. Die Mastbetriebe stehen im internationalen Wettbewerb, und Nahrungsmittel werden über den Preis und nicht über Qualität oder gar "Tierwohl" verkauft.

    Bewerten
    - +
  • Avatar von Rimple Stroem
    • Rimple Stroem

    mehr als 1000 Beiträge seit 26.08.2022

    Antwort auf Re: Das Märchen von dem Klimaschädlichen Rind.... von auf_der_hut.

    Wir wissen noch wie es funktioniert hatte und kein Weg ist uns bekannter als der Weg zurück. Sonntags gab es den Braten und an den folgenden Tage die Sauce. Die Gerichte benannten sich nach ihrem Gemüsebestanteil. Freitag war traditionell Mehlspeise angesagt, Reisbrei mit Früchten und dergleichen, Samstag Eintopf, gut und reichlich - die Wurst darin eher als Geschmackskomponente.

    Genial und großartig, dass zwischenzeitlich noch die indische Küche hinzugekommen ist, oder vegetarische/vegane Highlights aus dem Nahen Osten.

    Aber die sozialen Strukturen passen nicht mehr. Der Aufwand dahingehend richtig gut zu kochen erfordert die Frau oder den Mann im Hauptamt am Herd und in der Vorbereitung. Qualitativ hinreichende Lebensmittel wurden selbst gezogen - versuche mal beispielsweise heute eine beliebige Kohlsorte zu beziehen, zu deren Ernte man den ersten Frost abgewartet hatte.

    Typisches Hauptgericht des Tages könnte sein, Feldsalat (mit ca. 50 Gramm ausgelassenem Speck pro Person oder auch der gleichen Menge Hühnerleber) und (nach Elsässer Art) in Butter knusprig ausgebackenen Kartoffeln. Niemand müsste etwas vermissen.

    Bewerten
    - +
  • Avatar von
    • unbekannter Benutzer

    964 Beiträge seit 17.02.2022

    Antwort auf Das Märchen von dem Klimaschädlichen Rind.... von Yamur.

    Yamur schrieb am 29.01.2024 20:52:

    ....sagen wir mal so, in der Massentierhaltung stimmt das. Hühner haben da eine viel schlechtere Bilanz, nur wird die nicht korrekt berechnet weil die Ställe etc nicht in die Bilanz einfließen.
    Der Bioland Verband hat eine eigene Untersuchung dazu gemacht und die sieht anders aus.
    https://www.bioland.de/bioland-blog/mit-sieben-maegen-gegen-die-erderwaermung
    Artgerechte Haltung und Fütterung ist genau das Gegenteil von Klimaschädlich.
    Wenn wir nur Fleisch aus Artgerechter Haltung beziehen würden, etwa 30-60% teurer aber wesentlich hochwertiger, wäre diese ganze Diskussion über Ersatzfleisch überhaupt nicht nötig.
    Das gleiche gilt für Milchproduktion.
    Wir essen von allem sowieso zu viel und 1/3 Fleisch und Milchprodukte weg und dafür hochwertigere und teurere Produkte und die Klimabilanz stimmt wieder.
    Es gibt aber noch ein zweites Problem. Unsere Landschaft ist eine Kulturlandschaft, ohne bäuerliches Wirken wird sie mit der dazugehörigen Flora und Fauna zerstört. Irgendwo Brachflächen zu schaffen ist eben kein Umweltschutz.

    Das Problem ist nur:
    Uns fehlen die notwendigen Planeten dafür. Massentierhaltung und Futterpflanzenproduktion mit allerlei Chemie gibt es ja nicht nur aus purer Freude. Uns fehlt einfach der Platz.

    Und wenn es über die Fleischmenge geregelt werden soll. Soll es dann zukünftig Lebensmittelkarten geben? Oder soll der Preis einfach nur so hoch sein, dass sich nur 1% der Bevölkerung Fleisch leisten kann?

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (30.01.2024 07:10).

    Bewerten
    - +
  • Avatar von mi fhein
    • mi fhein

    mehr als 1000 Beiträge seit 29.09.2007

    Antwort auf Re: Das Märchen von dem Klimaschädlichen Rind.... von .

    Der Platz fehlt uns deswegen dafür, weil manche Leute heutzutage jeden Tag Fleisch haben wollen. Wie ist denn das wohl früher gegangen? Da gab es Fleisch nur zu besonderen Zeiten. Und das geht heute auch nur deswegen, weil Fleisch zu billig ist. Daher zahlt sich das für die Betriebe nur mehr in Massentierhaltung aus. (Mit ein paar Nischen, wo die Produkte mit dem Label "Bio" und "Freilandhaltung" wesentlich teurer sind.)

    Andererseits ist es aber auch Unsinn, was manche Tierrechtler behaupten: Daß man nämlich die Flächen, die man für die Tierhaltung verwendet, sinnvoller für den Anbau einsetzen könnte. Das kann man leider so pauschal nicht sagen, da es sehr viele Flächen gibt, die für den Anbau gar nicht geeignet sind, und die man daher nur zur Tierhaltung verwenden kann. (Besonders in Österreich und in der Schweiz.)

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (30.01.2024 07:58).

    Bewerten
    - +
  • Avatar von
    • unbekannter Benutzer

    964 Beiträge seit 17.02.2022

    Antwort auf Re: Das Märchen von dem Klimaschädlichen Rind.... von mi fhein.

    mi fhein schrieb am 30.01.2024 07:56:

    Der Platz fehlt uns deswegen dafür, weil manche Leute heutzutage jeden Tag Fleisch haben wollen. Wie ist denn das wohl früher gegangen? Da gab es Fleisch nur zu besonderen Zeiten. Und das geht heute auch nur deswegen, weil Fleisch zu billig ist. Daher zahlt sich das für die Betriebe nur mehr in Massentierhaltung aus. (Mit ein paar Nischen, wo die Produkte mit dem Label "Bio" und "Freilandhaltung" wesentlich teurer sind.)

    Andererseits ist es aber auch Unsinn, was manche Tierrechtler behaupten: Daß man nämlich die Flächen, die man für die Tierhaltung verwendet, sinnvoller für den Anbau einsetzen könnte. Das kann man leider so pauschal nicht sagen, da es sehr viele Flächen gibt, die für den Anbau gar nicht geeignet sind, und die man daher nur zur Tierhaltung verwenden kann. (Besonders in Österreich und in der Schweiz.)

    Die Geschichte ist etwas umfangreicher als nur ein, zwei Generationen.

    Desto mehr Fleisch verfügbar ist, desto mehr Fleisch wird gegessen. Das sieht man ganz gut an z. B. der Zeit nach der Pest, als die Bevölkerung Europas auf die Hälfte schrumpfte, danach stieg der Fleischkonsum, sogar auf höhere Werte als heute üblich.

    Aber ja, in den Generationen in denen Fleisch knapp und teuer war, da wurde davon weniger gegessen als heute.

    Es bleibt also die Frage offen:
    - Lebensmittelkarten für Fleisch für Jeden
    - So teure Preise, dass nur die obersten 1% sich Fleisch täglich leisten können
    - Die Bevölkerung durch die Pest auf die Hälfte schrumpfen

    Was ist deine Lösung?

    Und mit deinen Flächen ist es wie mit dem Biogas. Es ist ja in der Theorie toll Abfall für Biogas zu verwenden und es ist ja toll nur die Flächen für Rinder zu verwenden die für nichts anderes nutzbar sind. Die Realität sieht nur halt leider anders aus, da werden dann Energiepflanzen fürs Biogas angebaut (Wirkungsgrad 1%) und die Rinder auf Flächen gehalten die natürlich auch anders bewirtschaftet werden könnten.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (30.01.2024 10:36).

    Bewerten
    - +
  • Avatar von fuzzerl
    • fuzzerl

    472 Beiträge seit 03.04.2002

    Artikel genau lesen

    Antwort auf Das Märchen von dem Klimaschädlichen Rind.... von Yamur.

    Ich bin ein Freund jeder biologischen Bewirtschaftung und finde Bioland eines der besten Labels die es auf dem Markt gibt.
    Auf https://www.bioland.de/bioland-blog/mit-sieben-maegen-gegen-die-erderwaermung
    gibt es aber einen massiven Schwachpunkt :
    Es wird zwar auf ein paar Zeilen darauf eingegangen, dass Kühe einiges an Ammoniak freisetzen, das war's aber auch schon.
    Es ist ehrlich gesagt scheiß-egal, ob eine Kuh CO2 produziert, das spielt bezüglich der Beeinflussung des Klimas durch Kühe keine Rolle.
    Der Knackpunkt ist, dass Ammoniak ein Gas ist und durch kein Verfahren bisher daran gehindert werden kann in die Athmosphäre zu gelangen. Darauf wird hier nirgens eingegangen !
    Bezüglich Ammoniak gibt es bei der biologischen und der konventionellen Landwirtschaft prinzipiell keinen Unterschied. Es pfurzen alle !
    Ausser es kommt jemand endlich auf die Idee eines Ammoniakpräservativs am rektalen Ende.
    Dann könnte man aus dem Ammoniak gleich noch Dünger herstellen und einiges an Energie sparen (siehe Haber-Bosch).

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (31.01.2024 03:53).

    Bewerten
    - +
  • Avatar von DrM
    • DrM

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.01.2000

    Antwort auf Artikel genau lesen von fuzzerl.

    fuzzerl schrieb am 31.01.2024 03:51:

    Bezüglich Ammoniak gibt es bei der biologischen und der konventionellen Landwirtschaft prinzipiell keinen Unterschied. Es pfurzen alle !
    Ausser es kommt jemand endlich auf die Idee eines Ammoniakpräservativs am rektalen Ende.

    Fürze enthalten Methan, Ammoniak ist nicht in Fürzen enthalten. Es entsteht bei der Zersetzung von Harnstoff -> Typischer Geruch von ungepflegten Autobahn-Toiletten

    "Das hat folgenden Grund: Ammoniak entsteht, wenn Kot und Harn zusammentreffen.
    ...
    Dann zersetzen Bakterien aus dem Kot den im Harn enthaltenen Harnstoff zu Ammoniak und Kohlendioxid."

    https://www.landwirtschaft.de/landwirtschaft-verstehen/wie-funktioniert-landwirtschaft-heute/klima-und-umwelt/ammoniak-aus-der-landwirtschaft

    Ammoniak trägt nicht zum Treibhauseffekt bei.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (31.01.2024 16:13).

    Bewerten
    - +
Ansicht umschalten