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  • Sinerider

mehr als 1000 Beiträge seit 13.11.2020

Aus makroökonomischer Sicht

A) In den hoch entwickelten Industrieländern muss der Staat durch eine jährliche Neu- und Höherverschuldung die Sparquoten der privaten Haushalte und der Unternehmen ausgleichen, falls dies nicht der Handelsüberschuss übernimmt, um so zu verhindern, dass man in eine Rezession abgleitet.

Das hat zwei Haken:

1. Der Staat zahlt die Zinsen für seine Staatsanleihen an Wirtschaftssubjekte wegen denen er sich verschulden muss.

2. Induziert der Staat durch Kreditaufnahmen das jährliche Wirtschaftswachstum, dann müssen sich die Unternehmen mit ihren Gewinnvorstellungen nicht mehr zurück halten. Es gibt eine Preis-/Lohnspirale in die Inflation.

Daher müssen hohe Einkommen mit typischerweise hohen Sparquoten drastisch stärker besteuert werden, wenn man nicht will, dass die Staatsschulden irgendwann exponentiell nach oben gehen. Und das hat mit Gerechtigkeit nichts zu tun.

B) Die komplett widerlegte neoklassische Volkswirtschaftslehre ist der Meinung, wenn es in einem Staat Arbeitslose gibt, dann liegt das immer nur daran, dass die Löhne zu hoch sind. Dabei wird vergessen, dass die Arbeitnehmer eine Doppelfunktion als Produktionsfaktor und Konsument haben. Niedrigere Löhne = niedrigere Nachfrage. Das bedeutet entweder weniger Wirtschaftswachstum oder (wenn die Unternehmen die Preise nach unten anpassen) eine Deflation die eine Rezession mit sich führt.

Daran sollte man denken, wenn gesagt wird, die Löhne könnten/sollten/müssten sich aus Angebot und Nachfrage ergeben. Ohne Mindestlöhne und Tarifverträge würde man sich wundern, was dann passiert.

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  • Avatar von szul
    • szul

    mehr als 1000 Beiträge seit 25.06.2003

    Zwei Nachfragen

    Antwort auf Aus makroökonomischer Sicht von Sinerider.

    Sinerider schrieb am 15.12.2023 08:39:

    1. Der Staat zahlt die Zinsen für seine Staatsanleihen an Wirtschaftssubjekte wegen denen er sich verschulden muss.

    2. Induziert der Staat durch Kreditaufnahmen das jährliche Wirtschaftswachstum, dann müssen sich die Unternehmen mit ihren Gewinnvorstellungen nicht mehr zurück halten. Es gibt eine Preis-/Lohnspirale in die Inflation.

    Inwieweit kann der Staat dem durch eine an die Zinsquote angepasste Gewinnbesteuerung entgegenwirken?

    Daher müssen hohe Einkommen mit typischerweise hohen Sparquoten drastisch stärker besteuert werden, wenn man nicht will, dass die Staatsschulden irgendwann exponentiell nach oben gehen. Und das hat mit Gerechtigkeit nichts zu tun.

    Im Sinne von "falsche Kategorie", oder im Sinne von "das ist nicht gerecht"?

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (15.12.2023 13:17).

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    • Sinerider

    mehr als 1000 Beiträge seit 13.11.2020

    Antwort auf Zwei Nachfragen von szul.

    szul schrieb am 15.12.2023 13:17:

    Sinerider schrieb am 15.12.2023 08:39:

    1. Der Staat zahlt die Zinsen für seine Staatsanleihen an Wirtschaftssubjekte wegen denen er sich verschulden muss.

    2. Induziert der Staat durch Kreditaufnahmen das jährliche Wirtschaftswachstum, dann müssen sich die Unternehmen mit ihren Gewinnvorstellungen nicht mehr zurück halten. Es gibt eine Preis-/Lohnspirale in die Inflation.

    Inwieweit kann der Staat dem durch eine an die Zinsquote angepasste Gewinnbesteuerung entgegenwirken?

    Daher müssen hohe Einkommen mit typischerweise hohen Sparquoten drastisch stärker besteuert werden, wenn man nicht will, dass die Staatsschulden irgendwann exponentiell nach oben gehen. Und das hat mit Gerechtigkeit nichts zu tun.

    Im Sinne von "falsche Kategorie", oder im Sinne von "das ist nicht gerecht"?

    Ich bin immer sehr bemüht, den Vorhalten zu meinen Beiträgen adäquat zu antworten, deiner ist aber der Hirnhammer, den ich nicht verstehe.

    Deine Fragen sind typisch für Schweizer Staatsbürger. Bist einer? Bitte mal eine ehrliche Antwort.

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