Ich glaube, wir befinden uns in einer Situation ähnlich 1914. Damals wie heute die "Bösen Russen", die mit ihren Kosakenarmeen darauf wären, unser heiliges Vaterland zu überrennen. Deshalb müssen "wir" rüsten, rüsten, rüsten und kriegsbereit sein "für Kaiser und Vaterland", begleitet von einer kriegslüsternen Presse mitsamt gleichgesinnter "geistigen Elite".
Bekanntlich reichte 1914 ein Funke, um eine Explosion herbeizuführen. Und heute? Der Unterschied ist, dass es nicht mehr um Serbien geht...
Übrigens geb es durchaus eine Opposition gegen den Krieg. U.a. waren das die linken Sozialdemokraten.
1914
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Antwort auf 1914 von ts-dagewe.
Der Krieg als Medienprojekt.
In der westlichen Presse wurde ja entgegenkommenderweise schon mal mit detaillierten Angriffsplänen dem russischen Generalstab die Arbeit abgenommen; mancher Journalist kann gar nicht genug davon bekommen, die Möglichkeiten des russischen Militärs in seinem Blatt auszubreiten. Eigentlich findet der Krieg bereits seit Wochen statt:
https://www.forbes.com/sites/davidaxe/2022/01/10/if-russia-invades-ukraine-its-front-line-air-defenses-will-be-the-most-dangerous-in-the-world/?sh=51febab049a1
https://www.forbes.com/sites/davidaxe/2022/01/05/russias-armored-mine-clearer-can-flatten-entire-city-streets-its-happened-before/?sh=484e677e777b
https://www.forbes.com/aerospace-defense/?sh=608f222b2d3f
https://www.forbes.com/sites/davidaxe/2022/01/13/the-russian-army-doesnt-have-enough-trucks-to-defeat-ukraine-fast/?sh=788f86c33075
https://www.forbes.com/sites/davidaxe/2022/01/19/russias-black-sea-submarines-could-play-a-key-role-in-an-invasion-of-ukraine-firing-missiles-hundreds-of-miles/?sh=786fbbd034c7
https://www.forbes.com/sites/davidaxe/2022/01/07/expect-the-russian-army-to-spring-deadly-traps-for-ukrainian-tanks/?sh=36100c0818ff
https://www.forbes.com/sites/davidaxe/2022/01/14/the-russian-army-depends-on-civilians-to-keep-it-supplied-this-could-be-a-problem-in-ukraine/?sh=2b509dd272e3
Und das ist nur EIN Autor in EINEM Blatt. Ich weiß nicht um wieviel man das multiplizieren müßte, um der Realität dieser "Kriegsspielerei" auch nur nahezukommen.
Hat Schoigu sich eigentlich schon bedankt für diese wunderbare Vorarbeit?
Und in der Ukraine selbst?
Die ersten Veröffentlichungen der US-Medien über die beispiellose "Konzentration russischer Militärausrüstung in der Nähe der ukrainischen Grenzen" wurden nicht nur von den ukrainischen Behörden selbst verärgert zurückgewiesen, sondern als "bewusste Desinformation" von russischer Seite bezeichnet. Inzwischen wissen sie es besser.
Offenbar alarmiert das Ausmaß der Hysterie um die angebliche Invasion nun die Regierung der Ukraine. Sie haben wohl erkannt, dass das Land nicht in einen virtuellen, sondern in einen realen Krieg hineingedrängt wird, und das fordert bereits einen hohen Tribut von der Wirtschaft. Das veranlaßte den ukrainischen Präsidenten seine Landsleute offen dazu aufzurufen, nicht in Panik zu verfallen: "Jetzt sind alle Nachrichten und Informationen voll von ähnlichen Berichten über einen Krieg mit Russland. Dass eine Invasion gleich morgen beginnen kann ........ diese Risiken haben nicht einen Tag bestanden, und jetzt sind sie nicht größer geworden, jetzt gibt es nur mehr Hype um sie."
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (21.01.2022 09:12).
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Schade, dass Sie so mangelhafte Geschichtskenntnisse haben
Antwort auf 1914 von ts-dagewe.
Denn sonst wüssten Sie vielleicht, dass das russische Zarenreich überhaupt nicht im Fokus des Deutschen Reiches stand. Rivalen, gegen die es zu rüsten galt, waren vielmehr hauptsächlich England und Frankreich.
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Antwort auf 1914 von ts-dagewe.
Schade, dass Sie so mangelhafte Geschichtskenntnisse haben
Antwort auf 1914 von ts-dagewe.Denn sonst wüssten Sie vielleicht, dass das russische Zarenreich überhaupt nicht im Fokus des Deutschen Reiches stand. Rivalen, gegen die es zu rüsten galt, waren vielmehr hauptsächlich England und Frankreich.
Verbessern sie mal ihr Geschichtswissen!
Es wurde von deutscher und österreichischer-ungarischer Seite immer von der Russischen Dampfwalze geschrieben, vor der alle Angst hatten. Sie hat auch dahingehend funktioniert, dass die K&K Armee 1914 nach anfänglichen Erfolgen vernichtend geschlagen wurde.
Erst 1915 mit der Winterschlacht in den Karpaten und der Unterstützung deutscher Truppen konnte die südliche Front stabilisiert werden.Das Frankreich vom Kaiserreich als der gefährlichere Gegner gesehen wurde, der schnellstmöglich neutralisiert werden muss, um anschließend gegen Russland zu marschieren war aufgrund des Schlieffenplanes ab 1906 die vorherrschende Doktrin.
Insbesondere da man Russland keine schnelle Mobilisierung zutraute und auf die Erfahrungen des russisch-japanischen Krieges fehlerhafte oder veraltete Schlussfolgerungen zog, ging dieser Plan einfach fehl.Der schnelle Einmarsch von zwei russischen Armeen in Ostpreußen, die unsinnige und kopflose Verlegung von Reservekorps von der Westfront, hat trotz der gewaltigen Niederlage der beiden Armeen, den Schlieffenplan und der Angriffsoperation an der Westfront, das Genick gebrochen.
Wäre, hätte, wen:
Hätte es keine Flottenrüstung gegen Großbritannien gegeben, wäre der offene Konflikt vielleicht nicht ausgebrochen und es hätte keine Entente gegeben.
Mit weniger Flottenrüstung hätte mehr Armeerüstung stattfinden können - ein, zwei Armeen mehr an der Westfront wären vielleicht das entscheidende Zünglein an der Waage gewesen.Die wichtigste Erkenntnis:
Politiker sollten nicht wie blinde Traumtänzer durch die Gegend rumstolpern und sinnlose Kriege vom Zaun brechen, sondern sie sollten sich in die andere Seite hineinversetzten können um deren berechtigte Sicherheitsinteressen in ihren eigenen handeln zu berücksichtigen. -
Antwort auf Re: 1914 von Querfrront.
".... sie sollten sich in die andere Seite hineinversetzten können um deren berechtigte Sicherheitsinteressen in ihren eigenen handeln zu berücksichtigen."
Ich denke, das liegt weniger am Nichtkönnen als am Nichtwollen.
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Antwort auf Re: 1914 von venice12.
Hier gibt es ein schönes Beispiel dafür, wie das mit der "politischen Empathie" geht:
" Kennedy suchte vor dem Gespräch mit Chruschtschow Rat bei dem englischen Militäranalysten Liddell Hart
Dieser riet ihm: „Sei stark, wenn möglich. Sei in jedem Fall beherrscht. Habe unbegrenzte Geduld. Treibe den Gegner nicht in die Ecke, hilf ihm immer, sein Gesicht zu wahren. Stell Dich in seine Schuhe, um die Dinge durch seine Augen zu sehen. Vermeide wie den Teufel Selbstgerechtigkeit – nichts kann Dich mehr blenden.“
So einfach ist politische Empathie"
https://www.blog-der-republik.de/zum-umgang-mit-russland-rueckkehr-zu-bewaehrten-strategien-ein-gastbeitrag-von-frank-elbe-botschafter-a-d/
Wie es NICHT geht, demonstrieren uns die US-Chef"diplomaten" seit 30 Jahren.
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Antwort auf Schade, dass Sie so mangelhafte Geschichtskenntnisse haben von Olle Knolle.
Da hast Du absolut Recht
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Antwort auf Schade, dass Sie so mangelhafte Geschichtskenntnisse haben von Olle Knolle.
Da haben Sie wohl selbst im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst.
Kennen Sie den hier?
https://de.wikipedia.org/wiki/Schlieffen-Plan
Da spielt Russland sehr wohl eine Rolle.
Entscheidend ist aber, dass die Großmächte Europas (inkl. Russland) über Jahrzehnte gegeneinander gerüstet hatten. Auf das Attentat von Sarajewo im Juli 1914 reagierte dann die deutsche politische Elite gemeinsam mit der Habsburger KuK mit der Entscheidung, den Krieg auszulösen. Begleitet wurde diese Entscheidung von einer beispiellosen Kriegspropaganda, die alle Teile der Gesellschaft, bis auf ein paar versprengte "Spinner" der Mittelklasse und den linken Flügel der Sozialdemokratie, einschloss.
Frage an Sie: Wie sollen wir uns jetzt verhalten? Mit den Wölfen heulen oder die Vernunft walten lassen? Ist Entspannung mit Russland "appeasement" oder gebietet das die Vernunft? Wollen die Russen eine Invasion der Ukraine oder will der Wertewesten Russland "einkreisen" und diese Politik mit dem NATO-Beitritt dieses Landes fortsetzen? Ist der Wertewesten oder ist Russland militärisch überlegen? Denken Sie nach!!!