Natürlich könnte die deutsche Politik China verstehen. Voraussetzung dafür wäre, die sich selbst auferlegte politische Ideologie auf den Prüfstand zu stellen und an die Realität anzupassen, u.a.:
* China ist momentan ökonomisch gesehen eine größere Supermacht als die USA
* China hat momentan überhaupt keine Schwierigkeiten die Industrie, die man China in den vergangenen Jahrzehnten "frei Haus" geliefert hat, aufrechtzuerhalten und weiterzuentwickeln
* China ist momentan ein sehr viel attraktiverer Handels- und Investitionspartner als die USA und ihre Vasallenstaaten ("Westen")
* China ist kein großer Haufen unbegreiflicher Aliens, sondern sie handeln interessensgeleitet und rational
Aber nein, man ist Westen und damit Nummer 1. China ist ein Konkurrent, den es zu bekämpfen gilt, kein ebenbürtiger Partner, mit dem man handeln kann. Chinas Politik muss insgeheim irgendeinen Haken haben an dem sie scheitern wird, denn es kann nicht sein, dass sie besser ist als unsere. Zu aller letzt projiziert man die eigene Außenpolitik der letzten Jahre auf China und befürchtet, bei einer Umkehrung der Kräfteverhältnisse ebenso behandelt zu werden wie man es vorgemacht hat. Und wenn man wirklich kein Argument mehr hat, dann KoMmUnIsTeN1!11!! MaO11!!!
Die Welt verändert sich und Kooperation ist angesagt! Mit Chinesen kann man nämlich durchaus diskutieren und Kompromisse schmieden. Aber Kooperation ist in der westlichen politischen Ideologie, in der die Welt immer noch unipolar ist, nicht vorgesehen. Es muss nicht so sein!