Eine schwere Jugend im KGB macht noch keinen Sozialisten.
Eine Definition von Faschismus stammt von dem amerikanischen Historiker Robert Paxton
"Faschismus kann definiert werden als eine Form politischen Verhaltens, das gekennzeichnet ist durch eine obsessive Beschäftigung mit Niedergang, Demütigung oder Opferrolle einer Gemeinschaft und durch kompensatorische Kulte der Einheit, Stärke und Reinheit, wobei eine massenbasierte Partei von entschlossenen nationalistischen Aktivisten in unbequemer, aber effektiver Zusammenarbeit mit den traditionellen Eliten demokratische Freiheiten aufgibt und mittels einer als erlösend verklärten Gewalt und ohne ethische oder gesetzliche Beschränkungen Ziele der inneren Säuberung und der äußeren Expansion verfolgt."
All das findet man in Putins Russland, außer der Massenpartei.
Man sollte nicht versuchen, ein politisches System, auch ein faschsitisch-führerzentriertes nicht, über die Persönlichkeiten der Führer zu verstehen. Diese bis zum Personenkult gesteigerte Personalisierung geschichtlicher und gesellschaftlicher Prozesse ist letztlich selbst faschistische Propaganda.
Dazu noch einmal Paxton:
"Die Vorstellung von einem allmächtigen Diktator personalisiert den Faschismus und schafft den falschen Eindruck, dass wir ihn schon vollständig verstehen könnten, wenn wir nur seine jeweiligen Führer betrachten. Dieses Bild, dessen Macht bis heute nachwirkt, ist der letzte Triumph der faschistischen Propaganda. Es liefert den Nationen, die faschistische Führer guthießen oder tolerierten, ein Alibi und lenkt die Aufmerksamkeit weg von den Personen, Gruppen und Institutionen, die ihnen dabei halfen.“