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  • Delloc

57 Beiträge seit 10.07.2024

Europas zunehmender Bedeutungsverlust

Richard David Precht hat in verschiedenen Interviews argumentiert, dass Europa an Bedeutung verliert, weil:

1. Die westlichen Werte und Ideale, die lange Zeit Wohlstand und Sicherheit brachten, verlieren an Bedeutung.

2. Staaten wie China und Indien orientieren sich stärker an ökonomischen Interessen als an Werten.

3. Technologischer Fortschritt wird schnell repliziert und weltweit verfügbar gemacht, was die Machtverhältnisse verändert.

4. Im globalen Süden herrscht ein Pragmatismus, der weniger von Idealismus, sondern von handfesten Eigeninteressen getrieben ist.

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    • Oscar Alx

    956 Beiträge seit 23.12.2018

    Antwort auf Europas zunehmender Bedeutungsverlust von Delloc.

    Das mit den "Werten" halte ich alles für ziemlichen Unsinn. Das Problem dürfte primär sein, dass der Staat im Westen die Kontrolle über das Kapital verloren hat und das Kapital vielmehr die Richtlinien der Politik bestimmt. Im Westen gibt es auch keinen besonderen Idealismus: den hat es nur in irgendwelchen Phantasien gegeben. Wesentlich an Werten sind neben persönlichem Anstand nur Arbeitsethos. Da gibt s in der Tat Probleme - wie auch bei der Bildung.

    Wesentlich ist auch, dass die Medien falsche Ideale und Verhaltensweisen vorgeben. Interessant hier ist z. B. der Anstieg von Kriminalität der mit der Einführung der Kommerzfernsehens in Europa einherging. Der war sehr gut zu beobachten, da die europäischen Länder dieses ja nicht alle zum gleichen Zeitpunkt einführten.

    Natürlich gibt es noch ein anderes und höchst grundlegendes Problem im Westen, und die meisten werden mich blöd anschauen wenn ich das so sage: sexuelle Freizügigkeit. Menschliche Existenz beruht darauf, dass das Männchen nur dann sexuelle Erfüllung findet, wenn es einem Weibchen darstellen kann, dass er für die Brutpflege geeignet ist. Das wird wohl aber auch durch die gesellschaftliche Repositionierung des Weibchens etwas ausgehöhlt.

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    • Delloc

    57 Beiträge seit 10.07.2024

    Antwort auf Re: Europas zunehmender Bedeutungsverlust von Oscar Alx.

    Im Westen gibt es auch keinen besonderen Idealismus: den hat es nur in irgendwelchen Phantasien gegeben.

    Zwar beruhen alle "Idealismen" auf "Phantasien", doch wesentlicher finde ich, wenn der "Idealismus" der Vereinigten Staaten von Amerika („the land of the free and the home of the brave“, „God’s Own Country“ ...) vergessen wird. Schließlich fühlen sie sich berufen, mit dieser Ideologie die Welt zu beherrschen.
    Zur Durchsetzung dieses unipolaren Anspruchs haben sie seit dem 19. Jahrhundert eine Langzeitstrategie entwickelt, wozu die Aufrechterhaltung einer übermäßig hochgerüsteten Armee und die Einrichtung von etwa 1.000 Militärstützpunkten in aller Welt gehören.

    Dabei ist nicht zu übersehen, dass die US-amerikanische Gesellschaft in weiten Teilen und bis in den Kongress hinein religiös-fundamentalistisch fanatisiert ist. Bis in die Gegenwart ist hier die Wahlverwandtschaft zwischen Puritanismus und Kapitalismus, eine „ökonomische Prädestinationslehre“ – wen Gott liebt, den lässt er reich werden – tief verwurzelt. Darüber hinaus sind viele der Hardliner offensichtlich der Ansicht, dass alles, was den USA nützt, letztlich der ganzen Welt zugutekommt, woraus sich ihr Anspruch auf globale Vorherrschaft ergibt.

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