Denn jetzt könnte erstmals ein NATO-Staat einen anderen angreifen. Das ist noch nie passiert und eben das ist es wohl, was die NATO über so lange Zeit stabilisiert hat. Für jeden Mitgliedsstaat war die NATO bislang eine Friedensgewissheit: gegen Angriffe von außen, aber auch gegen solche von innen. Wobei die meisten Länder diejenigen, die drin waren, mehr zu fürchten hatte, als die, die nicht drin sind.
Erdogan fuchtelt nun mit Verträgen herum, die ihm recht geben, wenn tatsächlich griechisches Militär auf die Ägäis-Inseln gebracht worden wäre. Seltsamerweise behauptet er das gar nicht. Er sucht also einen Kriegsgrund und er wird es nicht bei einer Militäroperation um die Ägäis herum belassen: die Drohung mit der Rakete wäre der Auftakt zu einem echten Krieg.
Der macht ernst: natürlich hat er Giftgas eingesetzt, dann hat er auch kein Probleme damit, diese Rakete abzuschicken. Dass er damit die NATO zertrümmert, bekümmert ihn nicht. Die ist eh nur seinem Osmanischen Reich im Wege.
Und dann? Werden sich wohl Koalitionen bilden. Deutschland natürlich auf Seiten des Sultans, wie immer. Die USA und damit wohl auch Frankreich und UK auf Seiten Griechenlands. Und zack - haben wir wieder die Konstellation wie im WK I.
Wobei man arg froh sein kann, wenn es bei Worten bleibt.