Die gesamte militärische und wirtschaftliche EU-Unterstützung für die Ukraine beläuft sich schon jetzt auf 124 Milliarden Euro – und der Widerstand gegen weitere Zahlungen wächst. Dennoch hatte die ukrainische Regierung bei der jüngsten Reise des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell nach Kiew um eine Erhöhung der EU-Mittel gebeten, vor allem für Luftverteidigung, Munition, Ausrüstung und Training.
In der EU ist man sich bewusst, dass die Hilfe nicht grenzenlos gesteigert werden kann. Bei internen Beratungen wies der Europäische Auswärtige Dienst darauf hin, dass man bemüht sei, auf der internationalen Ebene für weitere Ukraine-Hilfen zu werben. So hätten zuletzt einige weitere Drittstaaten Unterstützung angekündigt.
Die Unterstützung aus der EU soll nach der einen Meinung der Verbesserung der Verhandlungsposition der Ukraine dienen, nach der anderen Meinung der Erreichung des von Selensky proklamierten Ziels, d.h. der Rückeroberung der von Russland kontrollierten Gebiete (Stand 1991). Welchem Zweck davon die Zahlung horrender Summen durch die EU dient, soll gemäß offizieller Statements von der Ukraine entschieden werden. Man zahlt also, ohne zu wissen wofür.
Es geht aber noch schlimmer: Was nun, wenn weder das eine noch das andere Ziel erreicht wird? Vieles weist aktuell darauf hin. Diesen Verdacht überhaupt zu äußern, bedeutet in letzter Konsequenz, dass eine Mitschuld der EU-Entscheidungsträger an den beträchtlichen menschlichen und materiellen Opfern der Ukraine nicht negiert werden kann.