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  • Dies Irae

357 Beiträge seit 30.08.2011

Re: manche Wege

Würden alle Menschen, die derart tiefgehende und prägende Erfahrungen gemacht haben, sich in vergleichbarer Form mitteilen, dann könnten ihnen vielleicht sogar die Typen, die emotional eher schwer von Begriff sind, so etwas wie Verständnis entgegenbringen. Das fehlt nämlich in den allermeisten Fällen, das grundlegende Verständnis für die Lage des anderen! Die vermeintliche Ablehnung, die Kritik an oder auch nur das Nicht-Beachten von Leidgeplagten resultiert in erster Linie aus dem fehlenden Verständnis für deren Lage. Zumindest ist das mein Eindruck.

Eine vergleichbar plastische Schilderung wie das Eingangsposting macht die zugrunde liegende Erfahrung irgendwie nachfühlbar, wenn auch sicher nur in Ansätzen. Die Frage ist lediglich, ob tatsächlich auch jeder Betroffene diese Überwindung aufbringen kann. Immerhin geht es dabei um sehr private Details, die unter Umständen auch wieder angreifbar machen. Wem gegenüber und in welchem Kontext wäre es also angebracht?

Eigentlich fehlt in unserem Erziehungs-/Bildungs-/Wertesystem eine Komponente, die den Menschen grundlegendes Handwerkszeug zum Umgang mit der eigenen und fremden Psyche an die Hand gibt. Viele wissen einfach nicht, wie mit emotionalen und sozialen Differenzen umzugehen ist. Sie erkennen sie noch nicht einmal als solche. Das wird mir immer klarer...

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