neanderix schrieb am 24.11.2021 22:11:
Axi Dental schrieb am 24.11.2021 14:59:
Der Transrapid ist die Lösung eines nichtvorhandenen Problems
Der TR wäre ein prima Ersatz für innerdeutsche Flüge gewesen.
Z.B., daß die Trassen noch teurer als die für ICEs sind,
das wurde schon damals während des Geplänkels widerlegt.
der gesamte Fahrweg mit Kupferspulen bestückt sein muß
Dieser massive Bedarf an Kupfer ist der einzige Nachteil, den man gelten lassen kann.
und die Technik keinerlei Schnittstellen zum vorhandenen Schienennetz bietet.
Selbst wenn es so wäre (ist es nämlich nicht): wieso sollte das überhaupt notwendig sein?
Daran ist er gescheitert.
Nope, er wurde gescheitert. Nämlich solange schlechtgeredet bis das konsotium um Thyssen abgewunken hat.
Sie lügen.
Er wurde zuerst von allen, die das Projekt befürworteten schöngerechnet und schöngeredet. Als man sich dann mit den wahren Kosten, Kostensteigerungen und ungeklärten Finanzierungsbedarfen beschäftigte, sah man ein, dass ein Transrapid nicht kostendeckend betrieben werden kann und massiv defizitär sein wird.
Die lukrativste Strecke wäre noch Hamburg-Berlin gewesen. Man stellte aber schon sehr früh fest, dass selbst bei einer Preissteigerung um 30% für Tickets gegenüber einer normalen ICE-Fahrt kein kostendeckender Betrieb möglich wäre, es sei denn, man brächte alle Reisenden, die per Zug, Bahn und Flugzeug zwischen Hamburg und Berlin pro Jahr unterwegs sind, dazu, mit dem transrapid zu reisen. Und selbst dann hätte man ein Mehrfaches dieser Passagierzahlen gebraucht.
"Bei Planung der Strecke Mitte der 1990er-Jahre benutzten täglich von den Reisenden zwischen Hamburg und Berlin 200 ein Flugzeug, 6000 das Auto und 2000 die Bahn. Dennoch ging man auf Grund von Verkehrssteigerungen der Wendezeit im Ost-West-Verkehr von im Jahr 2010 allein 20.000 Bahnreisenden täglich in jeder Richtung auf dieser Strecke aus. Ferner wurde bei der Prognose ein falscher Einzugsbereich durch Nichtberücksichtigung der damals geplanten Schnellfahrstrecke Hannover–Berlin angenommen. Die Annahme hoher Fahrgastzahlen war offenkundig notwendig, um eine Wirtschaftlichkeit der Strecke darstellen zu können.
Eine entscheidende Kritik am prognostizierten und angestrebten Verkehrsaufkommen von 14,5 Mio. Fahrgästen pro Jahr kommt zusätzlich aus einer eher grundsätzlichen Betrachtung. Dem aus ökonomischen wie ökologischen Gründen heraus geforderten Ziel, mehr physische Verkehre von der Straße bzw. aus der Luft „wegzubringen" und durch Informationsverkehr zu substituieren, steht die Vision von 14,5 Mio. jährlich verkaufter Tickets kontraproduktiv entgegen. Überhaupt ist der Transrapid nur in sehr geringem Ausmaß dazu geeignet auf dieser Route Verkehr zu substituieren. Von den heute vorhandenen 8.000 Reisenden auf dieser Strecke benutzen täglich weniger als 200 ein Flugzeug, etwa 6.000 reisen mit dem Auto und rund 2.000 reisen mit der Bahn. Selbst wenn man die sehr günstige Annahme trifft, daß 50% der Autofahrer auf den Transrapid umsteigen würden, dann sind das täglich insgesamt nur 3.000. Nimmt man weiterhin an, daß auch rund 50% der heutigen Bahnbenutzer dazu übergehen, den Transrapid zu benutzen, dann ergibt sich eine maximale Summe von 4.000 Personen, die ihre heutigen Wege auf den Transrapid verlagern können. Das ist genau ein Zehntel des pro Tag angepeilten Fahrgastaufkommens, welches damit überwiegend aus neuinduziertem Verkehr bestehen müßte."
http://library.fes.de/fulltext/fo-wirtschaft/00321006.htm#E9E7
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (25.11.2021 12:51).