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"Einkaufserlebnis" und Kostenkontrolle

Von RFID-Lebensmitteln, automatischen Kassen usw. halte ich persönlich nichts.

Vor gar nicht so langer Zeit ging man nur mit Bargeld einkaufen. Die Menge des Bargeldes stellte zugleich die Kostenkontrolle dar: wer mit 50 DM einkaufen ging, konnte halt auch nur für 50 Mark den Einkaufswagen füllen und musste überzählige Artikel zurücklegen. Das ganze kennt man dieser Tage auch als "Kuvert-Methode": man geht mit einem festen Budget einkaufen und KANN dieses auch nicht überschreiten.

Die Kostenkontrolle vor Ort ist bereits mit der EC-Karte deutlich erschwert: man kann sich ja gern vornehmen den Wocheneinkauf für die ganze Familie auf 100,- Euro zu limitieren, steht man dann an der Kasse und muss 107,93 Euro zahlen, wird man kaum etwas aus dem Korb nehmen und zurücklegen, um wieder ins Budget zu rücken. Wenn man bereits im Dispo sitzt und noch 'ne Woche bis zum nächsten Geld zu überstehen ist, wäre eine harte Kostenkontrolle aber besser.

Nun kommts: RFID-Lebensmittel, automatisches Bezahlen beim Durchlaufen an der Ausgangstür, keine "Berühungspunkte" mit dem Personal des Supermarkts. Welche Kostenkontrolle? Wie stelle ich sicher, dass die Kosten nicht aus dem Ruder laufen, trotz Einkaufszettel? Wir wissen alle, dass der Einzelhandel von ungeplanten Impulskäufen lebt: nur aus dem Grund ist das Sortiment um die "Aktionsartikel" erweitert. Warum ein auf Lebensmittel ausgerichteter Supermarkt auch Baumarktartikel, Kleidung un Kurzwaren führen muss, lässt sich nur mit der Idee vom "Impulskauf" erklären.

Sicherlich gibt's Menschen, die mit "Einkaufen" auch ein "Erlebnis" verbinden. Ich gehöre nicht zu diesem Personenkreis. Es ist eine notwendige Übung, um Kühlschrank und Vorratsschrank gefüllt zu halten. Das ganze ist frustrierend, weil immer teurer und immer weniger Gegenwert - mir macht das keinen Spaß, schon lange nicht mehr.

Eine weitere Frage, die ich mir natürlich stelle ist: wozu muss ich überhaupt durch ein glorifiziertes Lager latschen und ohne Inventar und Lageplan jede Regalreihe absuchen, um die von mir gewünschten Artikel dann automatisch elektronisch zur Rechnung stellen lasse? Warum muss ich den unangenehmen Teil der Rumsucherei über mich ergehen lassen ohne Filtermöglichkeit "erwünschte Artikel" und Wissen, ob das Gesuchte überhaupt verfügbar ist? Mir wäre es lieber, ich könnte direkt an einem Terminal vor Ort mit Bestandsübersicht und Filter die Waren aussuchen und vom Personal zusammensuchen lassen. Besser noch: von zu Hause aus bestellen, dann abholen. Das ganze mit QoL-Features wie z.B. Wunschlisten & co, wie das ja bereits bei Amazon & co gehandhabt wird.

Mit einem POSITIVEN Einkaufserlebnis verbinde ich nur die inzwischen historischen Tante-Emma-Läden, die kleinen Krämerläden. Die dem nächste Entsprechung dieser Tage sind die kleinen türkischen Delikatessenläden (o.ä.) mit begrenztem Inventar und einem freundlichen Herren bzw. einer freundlichen Frau an der Kasse. Da ist man nicht nur Kunde, sondern bisweilen sogar Gast im Hause.
Kein Einzelhandel & kein Supermarkt bekommt es hin, auf einer menschlich-emotionalen Ebene die Kundschaft anzusprechen. Hier geht's nur darum, den Kunden zum Ausgeben von noch mehr Geld zu verleiten, als er geplant hat. Impulskäufe, Aktionsartikel, Rabatte. Und der neue große Traum ist, dass der Kunde alles schön selber macht, die Kosten sich aber automatisch und ohne Kontrollmöglichkeit sammelt. Dazu rationalisiert man die letzte menschliche Komponente aus dem Supermarkt weg: die Kassenfrau.

Deswegen ist das kein "Einkaufserlebnis". Es ist in Zeiten knapper Kassen sogar Verhöhnung.

Das ist keine Zukunft.
Das ist ganz großer Mist.

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  • Avatar von bickerdyke
    • bickerdyke

    mehr als 1000 Beiträge seit 02.11.2001

    Antwort auf "Einkaufserlebnis" und Kostenkontrolle von .

    Also auf "Einkaufserlebnis" & Co pfeif ich auch...

    Umweltfreund82 schrieb am 07.12.2023 11:37:

    Vor gar nicht so langer Zeit ging man nur mit Bargeld einkaufen. Die Menge des Bargeldes stellte zugleich die Kostenkontrolle dar: wer mit 50 DM einkaufen ging, konnte halt auch nur für 50 Mark den Einkaufswagen füllen und musste überzählige Artikel zurücklegen. Das ganze kennt man dieser Tage auch als "Kuvert-Methode": man geht mit einem festen Budget einkaufen und KANN dieses auch nicht überschreiten.

    Die Kostenkontrolle vor Ort ist bereits mit der EC-Karte deutlich erschwert: man kann sich ja gern vornehmen den Wocheneinkauf für die ganze Familie auf 100,- Euro zu limitieren, steht man dann an der Kasse und muss 107,93 Euro zahlen, wird man kaum etwas aus dem Korb nehmen und zurücklegen, um wieder ins Budget zu rücken.

    Ja, das ist eine Möglichkeit. Stösst aber gerade dann an ihre Grenzen, WENN es so kommt wie du sagst mit Vorab-Online Bestellung und Co. Die Frage ist nämlich: Wieviele Leute brauchen denn eine primär Kostenkontrolle im Supermarkt?

    Da ist da ein Spotify-Abo, da Netflix, bei Amazon was bestellt denn man ist ja Prime Kunde und dann n'eurofuffzich für Candy Crush ist auch nicht viel. Aber da geht bei den meisten Leuten das unnötige Geld verloren. Und das geht an der Bargeld-Kontrolle vollkommen vorbei.

    Da funktioniert eher das Gegenteil: Alles wird unbar bezahlt, und die zentrale Kostenkontrolle sehe ich dann am Kontoauszug. Idealerweise gleich mit einer Auswertung nach Kategorien aufgeschlüsselt. Gibts Software dafür. Und Bargeld ist Taschengeld und ist in der Sekunde ausgegeben, in der ich es vom Konto abhebe. Davon gibts dann die Brezel und Abends das Bier in der Kneipe. Und das steht auch genau dafür im Budget.

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    sehen und gesehen werden

    Antwort auf "Einkaufserlebnis" und Kostenkontrolle von .

    "Einkaufserlebnis"

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    mehr als 1000 Beiträge seit 01.12.2023

    Antwort auf sehen und gesehen werden von .

    Ahja. Ich besuch zwar die Oma lieber bei ihr zu Haus bei Käffchen und Kuchen und Vereinsmitglieder bei den Tagungen, aber jedem wie er mag.

    Mit der Begründung "soziale Kontakte" hat man bei uns jahrelang im Städten zur Fahrt zum Wertstoffhof genötigt mit sortenrein getrennten Abfall, bis endlich der gelbe Sack eingeführt wurde (gelbe Tonne wäre mir lieber gewesen, naja). Daher halte ich das Argument mit "sehen und gesehen werden" für vorgeschoben.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (07.12.2023 12:51).

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    mehr als 1000 Beiträge seit 01.12.2023

    Antwort auf Re: "Einkaufserlebnis" und Kostenkontrolle von bickerdyke.

    Also Kostenkontrolle beim Online-Kauf ist der Warenkorb. Wenn ich mir vornehme, nur für 50 Euro was zu bestellen, dann muss ich halt was rauslegen, wenn es die 50,- Euro sprengt.

    Bei mir isses übrigens so, dass ich gern extensive Kostenkontrolle bei den Alltagsgütern habe, damit mehr übrig bleibt für's Hobby. Bei manchem ist das halt der Alkoholkonsum ohne Budget. Bei mir ist es High-Tech, Balkonsolaranlage, Elektronikbastelei und ein Gaming-Rechner.

    Ein Stück weit bedeutet dies, dass die Ausgaben für die Familie halt budgettiert sind, damit meine Frau und ich jeweils auch noch Geld übrig haben für die Hobbies.

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    Antwort auf "Einkaufserlebnis" und Kostenkontrolle von .

    Alles d'accord (++), bis auf die Kurzwaren. Hier im ersten größeren Nachbardorf (< 5000 Ew.; 3 km entfernt) gibt es Aldi, Rewe, Penny und Netto (die EDEKA-Resterampe).

    Keinen gut sortierten Fahrradhändler, Kein Haushaltswarengeschäft ...

    Bin also dankbar, dass REWE eine Kurzwaren- und Fahrrad/Haushalts-Ecke hat.

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  • Avatar von kleinermüller
    • kleinermüller

    903 Beiträge seit 11.07.2022

    Nein, das ist die logische Konsequenz zum Fachkräftemangel.

    Antwort auf "Einkaufserlebnis" und Kostenkontrolle von .

    Und der neue große Traum ist, dass der Kunde alles schön selber macht, die Kosten sich aber automatisch und ohne Kontrollmöglichkeit sammelt. Dazu rationalisiert man die letzte menschliche Komponente aus dem Supermarkt weg: die Kassenfrau.

    Und zum Demographischen Wandel. Viele haben nicht begriffen, dass der dem. Wandel der Treiber ihrer kritisierten Entwicklungen ist. Andererseits ändern sie auch nichts daran, in dem sie Kinder produzieren und großziehen.

    Du kannst weder erwarten, dass in einer schrumpfenden Gesellschaft der Nachwuchs deine Rente zahlt, noch, dass du im Supermarkt mit persönlicher Ansprache des Kassenmanns beglückt wirst.

    Sollte jedem klar sein, was kommen wird.

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    mehr als 1000 Beiträge seit 01.12.2023

    Antwort auf Re: "Einkaufserlebnis" und Kostenkontrolle von .

    Also ich hätte lieber 'n Fachhändler.
    Der muss auch nicht jeden Tag die Woche aufhaben, weil "rentiert sich nicht". Am Freitag und Samstag reichts auch, den Rest der Woche macht er den zweiten Laden auf (z.B. Gemüseladen).

    Bei den Supermärkten bzw. Discountern ist halt das Problem das allgemeine Rumgewurste. Wenn'se was haben, dann ist es meist knapp und wird obendrein irgendwann unter der Woche ins Sortiment gepackt. Dann haben Werktätige halt erstmal Pech gehabt, wenn Opa Heinz und Oma Gerda sich erstmal eindecken können, die schon 'ne halbe Stunde vor Öffnungszeit vorm Eingang rumstehen, um sich die Angebote sichern zu können. Bis man da mal abends um 19:00 Uhr 'ne Chance hat, ist das beste Zeug schon weg. Vorbestellung wird auch nicht überall angeboten.
    Die Zuverlässigkeit solcher Nebenhergeschäfte ist so schlecht, dass ich lieber keine Angebote habe (= mehr Ladenfläche für den Verkehr) und zum teureren Fachhändler gehen möchte.

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    mehr als 1000 Beiträge seit 01.12.2023

    Antwort auf Nein, das ist die logische Konsequenz zum Fachkräftemangel. von kleinermüller.

    Man könnte ja die Umgebungsvariablen ändern und die Familiengründung finanzierbar machen. Aber da hat schon der Sarazzin recht, wenn er sagt, das Anreizsystem ist falsch, wenn die Arbeiterfamilie lieber keine Kinder hat, statt finanziell abzurutschen, wer dagegen schon vom Bürgergeld lebt, dann auch sich die 5 Kinder "leisten" kann -> Kindergeld + Härtefall = Daueralimentierung = falsche Anreize durch Gesetz und Amt.

    Den demographischen Wandel dann mit völlig falschen Mitteln bekämpfen zu wollen, hilft ebensowenig weiter, wie die Perspektive nur noch schwarz zu malen, weil keinerlei Probleme mehr behoben werden können und wollen.

    Ohne jetzt weiter auf die realen Probleme eingehen zu wollen: diese Gesellschaft braucht Aufbruchstimmung und eine durch eigene Hände erarbeitbare bessere Perspektive. Dann klappts auch mit den Kindern. Alternativ geht's weiter wie in Japan, nur sind die Japaner wenigstens so schlau, fehlende Arbeitskräfte durch Roboter zu ersetzen ...

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  • Avatar von arce
    • arce

    mehr als 1000 Beiträge seit 14.11.2000

    Antwort auf Nein, das ist die logische Konsequenz zum Fachkräftemangel. von kleinermüller.

    kleinermüller schrieb am 08.12.2023 00:06:

    Und zum Demographischen Wandel. Viele haben nicht begriffen, dass der dem. Wandel der Treiber ihrer kritisierten Entwicklungen ist. Andererseits ändern sie auch nichts daran, in dem sie Kinder produzieren und großziehen.

    Noch gibt's genug Arbeitslose und genug Flüchtlinge. Müsste man halt Weiterbilden. Aber in Schland (Abkürzung für Scheissland, Ausdruck überschwänglicher Feierlaune, Marke des Showmasters Raab) investiert man halt nicht in Menschen. Weil im Schland muss halt die "Fachkraft" zur Ausbeutung bereitstehen, sonst nimmt der Ausbeuter sich halt heraus die Leistung wegen Sklavenmangel zu verweigern.

    Das Schland prinzipiell das nun kinderfeindlichste Land auf der ganzen Welt ist liegt einfach daran, dass Kinder prinzipell beim Geldverdienen hund auch sonst überall hindern. Statt Kinder zu fördern, spart man lieber die Schulen kaputt. Nun gibt's ja Geld für Kinder. Nur Doof, dass a Geld keine Kinder zeugt und b Kinder tatsächlich so ziemlich alles brauchen können, nur Geld brauchen sie eigentlich keines. Die Kinderfeindlichkeit und -armut ist schon lange Teil der deutschen Kultur. Und dass die autothone Bevölkerungsgruppe im Schland schon lange nicht mehr Stabil ist, stand schon vor Jahrzehnten in der Washington Post. Die Amis hat's gefreut.

    Du kannst weder erwarten, dass in einer schrumpfenden Gesellschaft der Nachwuchs deine Rente zahlt, noch, dass du im Supermarkt mit persönlicher Ansprache des Kassenmanns beglückt wirst.
    Sollte jedem klar sein, was kommen wird.

    An Rente glaube ich seit Norbert Blüm nicht mehr. (Und damals war ich 15 oder so)
    Vor meiner Rente geht vermutlich erst der Euro über die Wupper. Seit Finanzminister Schäuble ist mir klar geworden, dass die Schland-Eliten alles tun um den (vermutlich aufgezwungenen) Euro und die Eurozone nachhaltig zu zerstören. Steht's passiert in der Fiskal- und Währungspolitik genau das Gegenteil was behauptet wird.

    Grüße
    arce

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