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Avatar von HomerJay123n
  • HomerJay123n

104 Beiträge seit 05.10.2023

Viele Gründe

Vorweg: ich habe einen Altbau ohne Heizung damals gekauft und meine Heizung selbst gebaut inkl Panasonic Monoblock. War für mich als Elektriker in der Anschaffung billiger.
Trotz vorhandener 6kwp, benötigen wir 6600kwh im Jahr. 3/4 davon von November bis Februar. Die JAZ ist ne 4,05. Im Winter eher ne knappe 3.

Eine Wärmepumpe benötigt vor Einbau eine gute Planung und Auslegung. Mindestdurchfluss, Vorlauftemperaturen, Warmwasserbedarf, Maximalleistung, Mindestwassermenge im Rohrnetz sind so die wichtigsten Dinge.
Im Gegensatz zum Öl- und Gaskessel verzeiht die Wärmepumpe da keine fehler und es wird dann richtig teuer im Betrieb.

Damit kommt man zum zweiten Punkt, die Strompreise. Wir zahlen hier im Norden zurzeit noch 35cent/kWh. Nächstes Jahr wird wieder gewechselt dann werden es wohl eher 30cent/kWh sein, viel weniger wird es allerdings nicht werden, da die Fixkosten zu hoch sind.
Strom ist zu teuer. Würde der durchschnittliche Preis bei 15-20cent/kWh liegen, sähe die Rechnung schon anders aus.

Der Einbruch der Arbeitszahl ist im Winter zu groß. Ja es gibt Wärmepumpen die auch bei 0 Grad noch ne AZ von 4 schaffen, die sind dann aber auch richtig teuer. 15000 nur das Gerät plus Zubehör und Wartungsvertrag. Z.b. die Lambda.

Probleme im Bestand, Mindestdurchfluss:
In vielen Altbauten welche Anfang der 90er ihre Zentralheizung komplett neu bekommen haben oder auch ein Stockwerk nachgerüstet wurde, hat man mit 50Grad VL gerechnet und dementsprechende Rohrquerschnitte verbaut, sprich 12,15 oder 18mm Rohre. Da bekommt man dann Probleme, da spätestens beim Abtauen Probleme. Es kommt zum Rauschen in den Leitungen und die Leistung kann nicht übertragen werden. Hier kommt man nicht drum herum im Zweifelsfall ganze Teile der Rohre gegen größere zu tauschen, mit all dem verbunden Nebenarbeiten und daraus resultierenden hohen Kosten.

Auch bei den Heizkörpern hat man oft gespart. Heizungsnische zugemauert und Typ11 Heizkörper davor. Wenn man Glück hat bekommt man noch ein 22er da ran. Reichen aber oftmals trotzdem nicht aus. Die Folge sind hohe VL Temperaturen und dies Kostet wieder richtig Geld.

Auch die Nachrüstung von Flächenheizung ist oftmals nicht ohne größere Bauarbeiten möglich.
Welche dementsprechend ins Geld gehen.

Gesellschaftlich haben wir uns die letzten 20Jahre ins Abseits manövriert. Sei es die Kosten für das Sozialexperiment "Masseneinwanderung" seit 2015, die Untätigkeit im Bereich Infrastruktur, die ideologisch Verbohrte und kurzsichtige Energiepolitik oder die kurzsichtige und auf Gefühlen basierende Außenpolitik. Statt Verantwortungsethik, hat man der Moral den Vorzug gegeben. Auch die Gesundheitsneurosen einiger weniger, haben der Volkswirtschaft ordentlich Geld gekostet.
Folge ist, dass immer weniger vom Netto übrig bleibt und die Aussichten auf Arbeitsplatzverlust stehen. Die Menschen werden eine große Investition sich daher zweimal überlegen und diese in Zweifel halt nicht tätigen.

Auch die Demografie kommt zum tragen, ab 60 wird es irgendwann schwierig mit Krediten, auch die Rente ist, aus oben genannten Gründen nicht unbedingt üppig und das Gesparte wird gut eingeteilt. Ab 70 wird dann eher nochmal ne Gasheizung gekauft, meistens wohl auch die letzte.

Hinzu kommt dass die Wärmepumpe sich nicht von alleine Umbaut. Einerseits fehlen vielen Betrieben die Expertise. Wie schon angerissen, will eine Wärmepumpe eine gute Planung haben, die kostet Geld und Zeit.
Hinzu kommt dass man sich im Zweifelsfall einen Kunden ans Bein bindet der dann unzufrieden ist und immer wieder bei einem auf der Matte steht.
Aber auch die fehlende Ausbildungs und Weiterbildung im Bereich Kältetechnik, welche sich die Handwerker lieber gespart haben kommt dazu. Wer 20Jahre Ölheizungen baut, hat vielfach
auch keine Lust dazu.
Die Medien und Politik hat hier ebenfalls verbockt, jahrelang galt: nur wer studiert kann was werden. Handwerk ist in der Gesellschaft nicht angesehen, gepaart mit schlechten Löhnen und der Aussicht ab 70 in Altersarmut zu landen, brechen die Gender-Studies an den Unis aus allen Nähten.

Der Staat hat natürlich auch sein Anteil, z.b. durch die Idiotische Förderungen. Klar bekommt man 50% wieder, aber die Gesamtsumme muss trotzdem vorgestreckt werden und wer 30tsd mal eben auf der hohen Kante hat der werfe den ersten Stein.

Sonst noch was vergessen?

Ich werde übrigens nächstes Jahr einen Kombikessel Scheitholz/Pellets einbauen. Der läuft dann von November bis Februar und lässt das Heizen wieder bezahlbarer werden.

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  • Avatar von HomerJay123n
    • HomerJay123n

    104 Beiträge seit 05.10.2023

    Antwort auf Viele Gründe von HomerJay123n.

    Bei Mietwohnungen kommt natürlich noch das Problem der Abrechnung und der Gas-Etagenheizung hinzu, welche auch bei der Umrüstung auf Fernwärme in einigen Häusern nur für den Preis einer Totalsanierung zu haben ist.

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  • Avatar von SATFVT
    • SATFVT

    mehr als 1000 Beiträge seit 20.12.2011

    Antwort auf Viele Gründe von HomerJay123n.

    Sonst noch was vergessen?

    Das die Probleme mit der Demografie ohne Zuwanderung noch viel größer wären.
    Auf Baustellen findet man kaum Biodeutsche, außer es findet gerade ein Jour Fixe statt.

    Das man von Februar bis November mit PV auf dem Dach einen großen Anteil vom benötigten Strom Selbst herstellen kann.

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    • Palivec

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.07.2023

    Antwort auf Re: Viele Gründe von SATFVT.

    SATFVT schrieb am 01.08.2024 10:12:

    ...
    Das man von Februar bis November mit PV auf dem Dach einen großen Anteil vom benötigten Strom Selbst herstellen kann.

    Jo, da kann die WP dann richtig loslegen - von Februar bis November!
    (der VP hat eine PV - überlesen?)

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    • HomerJay123n

    104 Beiträge seit 05.10.2023

    Antwort auf Re: Viele Gründe von Palivec.

    Richtig, 6kwp und 20kwh (selbst gebaut) speicher.

    Und bis Anfang Oktober geht die Rechnung auch einigermaßen auf, aber in den Wintermonaten kommt da einfach nix. Ich habe im Schnitt 30-50kwh am Tag was die Wärmepumpe zieht, wenn es kalt ist und vom Dach kommen da bestenfalls mal 3-5kwh an einzelnen Tagen.

    Hinzu kommt das man das ganze nicht mit PV rechnen darf. Ansonsten steigen die Preise für die Anschaffung noch weiter.

    Ich habe es mit PVGis mal ausgerechnet, ich würde ca. 65kwp benötigen um mich selbst versorgen zu können. Wenn da noch ein E-Auto zu kommt sind es noch mehr.
    Für jemanden der alles vom Handwerker machen lassen muss, ist es finanziell einfach nicht darstellbar alles in so kurzer Zeit zu stemmen.

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    • SATFVT

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    Antwort auf Re: Viele Gründe von HomerJay123n.

    Ich finde die Begründung nicht schlüssig weshalb man nicht mit PV rechnen darf.
    Der Warmwasserbedarf ist bei Familien mit Kindern schon erwähnenswert und wenn er in den meisten Monaten des Jahres mit PV Strom für wesentlich weniger als den gekauften Strom gedeckt wird dann sollte man das nicht in der Rechnung unterschlagen.

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    • Palivec

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.07.2023

    Antwort auf Re: Viele Gründe von SATFVT.

    SATFVT schrieb am 02.08.2024 00:57:

    Ich finde die Begründung nicht schlüssig weshalb man nicht mit PV rechnen darf.
    Der Warmwasserbedarf ist bei Familien mit Kindern schon erwähnenswert und wenn er in den meisten Monaten des Jahres mit PV Strom für wesentlich weniger als den gekauften Strom gedeckt wird dann sollte man das nicht in der Rechnung unterschlagen.

    Weil das nur eine Rechnung vom Milchfräulein wäre. Das bekommen wir mit Solarthermie - also weit weniger Aufwand - auch hin. Läuft seit 18 Jahren unauffällig, ohne PV- oder WP-Hype.

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    • Aruba

    960 Beiträge seit 25.08.2019

    Antwort auf Re: Viele Gründe von Palivec.

    Hier muss man zustimmen. Mit ST kommt die Wärme direkt vom Dach und wird mit sehr wenig Technik erzeugt. Um die gleiche Energiemenge mit PV (ca 20% eff) zu gewinnen ist eine WP mit cop 4 notwendig.
    Die PV Fraktion argumentiert mit recht das die pannels mittlerweile einen besseren Effizienzgrad erreichen bis zu 25% und deren Preise sehr gefallen sind. Strom ist universell aber für die Wärmeerzeugung per Elektro ist weit mehr Technik notwendig.

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    • SATFVT

    mehr als 1000 Beiträge seit 20.12.2011

    Antwort auf Re: Viele Gründe von Palivec.

    Weil das nur eine Rechnung vom Milchfräulein wäre.

    Kommt auf die Rechnung an die du anstellst.
    Wenn du die PV nicht mit rechnest ist das auf jeden fall eine unvollständige rechnung.
    Machen Milchfräulein das auch so?

    Das bekommen wir mit Solarthermie - also weit weniger Aufwand - auch hin. Läuft seit 18 Jahren unauffällig, ohne PV- oder WP-Hype.

    Dann Rechne das doch auch mit Solarthermie wenn du meinst das wäre billiger.

    Meine Solarthermieanlage lief keine 8 Jahre und musste vom Fachhandwerker repariert werden.

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    • SATFVT

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    Antwort auf Re: Viele Gründe von Aruba.

    Strom ist universell aber für die Wärmeerzeugung per Elektro ist weit mehr Technik notwendig.

    Wirklich?
    Wechselrichter, Sicherung und Stromkabel sind nicht mehr als Solarleitungen, Solarpumpe, Regelung, Stromkabel und Sensorkabel, Ausdehnungsgefäß, Sicherheitsventil, Entlüfter und Wärmetauscher.

    Rechnen wir noch weiter kommt auf der Stromseite noch die Wärmepumpe dazu.
    Bei Solarthermie kommt aber auch ein Wärmeerzeuger hinzu wenn man sein Haus nicht um einen riesigen Pufferspeicher gebaut hat. Und der Braucht entweder einen Lager oder einen Gasanschluss und Gaszähler und Gasleitung oder Ölleitung und Ölpumpe im Lagerraum.

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