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Avatar von Kaschuge
  • Kaschuge

mehr als 1000 Beiträge seit 13.10.2014

Warum begibt sich Schleim so gern aufs rechtliche Glatteis?

1. Herr Schleim, können sie unterscheiden zwischen dem Herbeiführen eines Schadens durch aktives Handeln (Verursachen eines Unfalls durch Fahren unter Drogen) und dem potentiellen Herbeiführen eines Schadens durch passives Unterlassen (Krankheitskosten durch Nichtimpfen)?

Als Experte auf allen Gebieten (u.a. des Rechts) müsste ihnen doch bekannt sein, dass z.B. das Strafrecht bei der Bemessung der Strafe diese Unterscheidung zwischen aktiven Handeln und passiver Unterlassung trifft. Insofern geht ihr Vergleich ziemlich daneben - weil sie nicht unterscheiden zwischen aktivem Handeln (Fahren unter Drogen) und passivem Unterlassen (Nichtimpfen).

2. Solidarität ist nie etwas Erzwungenes, Solidarität ist immer freiwillig, z.B. durch den Zusammenschluss von Menschen mit gleichen Interessen in einer Gewerkschaft - oder durch solidarischer Hilfe für Schwächere, indem ich z.B. für Ärzte ohne Grenzen spende.

Und wer seinen Pflichtbeitrag in die gesetzliche (solidarische) Krankenversicherung einzahlt, der handelt nicht aus hehren Motiven solidarisch, der kommt einfach nur seiner - unumgänglichen - Verpflichtung nach.

Indem sie eine Solidarität einfordern, die bei Nichtbefolgen ihrer Forderungen Sanktionen zur Folge hat, zerstören sie den Sinn von Solidarität.

Glauben sie vielleicht, dass diejenigen, die sich stundenlang an einem Impfzentrum anstellen, dies aus Solidarität tun, oder tun die das einfach nur, weil sie panische (geschürte) Angst vor dem Virus haben - oder sich einfach nur von den staatlichen Sanktionen freiimpfen lassen wollen?

P.S.: Mit den 151 Urteilen, die sie auf dejure gefunden haben, haben sie sich sicher viel Mühe gegeben, und genau diejenigen herausgepickt, die ihre Position unterstützen. Und wenn sie sich noch mal etwas Mühe machen wollen, dann finden sie unter diesen 151 Urteilen garantiert genau so viele Urteile, die ihrer eigenen Auffassung widersprechen. Im Übrigen ist es müßig, sich erstinstanzliche Urteile um die Ohren zu schlagen, mehr Sinn ergibt es sich die Urteile der Obergerichte der einzelnen Bundesländer anzuschauen - da werden sie immer noch genug gegensätzliche Entscheidungen finden.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (23.02.2022 13:32).

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  • Avatar von Stephan Schleim
    • Stephan Schleim

    mehr als 1000 Beiträge seit 27.01.2005

    Solidarität ist keine Einbahnstraße

    Antwort auf Warum begibt sich Schleim so gern aufs rechtliche Glatteis? von Kaschuge.

    Ich bin kein Rechtswissenschaftler und habe das nie behauptet. Die juristische Argumentationsweise ist nur ein kleiner Baustein für meinen Standpunkt. Der Sinn dieser Argumente ist, zu zeigen, dass dieser Standpunkt auch bei der heutigen Rechtslage nicht völlig abwegig ist; dafür gibt es genügend Indizien.

    Auch bei Ihnen vermisse ich eine Antwort auf die Fragen, a) wie weit die Solidarität mit jemandem gehen soll, der sich selbst nicht solidarisch gegenüber der Gesellschaft verhält; und b) wer noch in fünf bis zehn, spätestens aber 20 Jahren die hohen Standards für Gesundheit und Pflege aufrechterhalten soll, wenn man nicht auch auf die Eigenverantwortung der Versicherten setzt. (Und dabei geht's nicht bloß ums Geld, wie Timo Rieg suggeriert, sondern vor allem ums Personal.)

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  • Avatar von stebac
    • stebac

    mehr als 1000 Beiträge seit 22.03.2008

    Antwort auf Warum begibt sich Schleim so gern aufs rechtliche Glatteis? von Kaschuge.

    Wenn jemand eine Grube in seinem Vorgarten hat, die nicht abgesichert ist, weil damit die Hoffnung verbunden ist, dass die ungeliebte Schwiegermutter da rein stürzt und sich das Genick bricht, oder jemand unbekanntes da Schaden nimmt weil die Absicherung einfach vergessen wurde macht dafür, wer dafür die Verantwortung trägt keinen Unterschied. Man muss nicht mal in der Form aktiv gewesen sein, die Grube selbst ausgehoben zu haben. Vielleicht war sie schon da als das Grundstück gekauft wurde, oder sie entstand weil Erdreich bei einem Unwetter unterspült wurde. Es gibt etliche weitere Szenarien wo Unterlassung strafbar ist. Mit der Behauptung nichts getan zu haben kann man sich nicht aus der Verantwortung stehlen.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (23.02.2022 15:23).

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  • Avatar von nochjemand
    • nochjemand

    mehr als 1000 Beiträge seit 09.09.2002

    Antwort auf Solidarität ist keine Einbahnstraße von Stephan Schleim.

    Das sich Ungeimpfte nicht solidarisch verhalten ist keine Tatsache, sondern deine Meinung.

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  • Avatar von Great White Handkerchief
    • Great White Handkerchief

    mehr als 1000 Beiträge seit 09.03.2005

    Antwort auf Re: Warum begibt sich Schleim so gern aufs rechtliche Glatteis? von stebac.

    Bei einer offensichtlich vorhandenen Grube und der hineingestürzten Schwiegermutter ist der Kausalzusammenhang offensichtlich.

    Bei einer in Tiefe und Ort allenfalls hypothetischen Grube, bei der prophylaktisch in den Vorgarten gelegte Bretter nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit helfen, sieht das anders aus.

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  • Avatar von stebac
    • stebac

    mehr als 1000 Beiträge seit 22.03.2008

    Antwort auf Re: Warum begibt sich Schleim so gern aufs rechtliche Glatteis? von Great White Handkerchief.

    Great White Handkerchief schrieb am 23.02.2022 15:32:

    Bei einer offensichtlich vorhandenen Grube und der hineingestürzten Schwiegermutter ist der Kausalzusammenhang offensichtlich.

    Bei einer in Tiefe und Ort allenfalls hypothetischen Grube, bei der prophylaktisch in den Vorgarten gelegte Bretter nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit helfen, sieht das anders aus.

    Auch die Leugnung, dass es eine Grube gegeben habe entbindet einen nicht vor der Verantwortung wenn jemand da reinfällt.

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  • Avatar von KillingTime
    • KillingTime

    mehr als 1000 Beiträge seit 03.01.2014

    Antwort auf Solidarität ist keine Einbahnstraße von Stephan Schleim.

    Stephan Schleim schrieb am 23.02.2022 15:14:

    wie weit die Solidarität mit jemandem gehen soll, der sich selbst nicht solidarisch gegenüber der Gesellschaft verhält

    Da müsste man erstmal klären, was "solidarisch ggü der Gesellschaft" bedeuten soll. Sind Fettleibige oder Raucher, welche die Intensivstationen verstopfen, solidarisch ggü der Gesellschaft? Sind Motorradfahrer, die halsbrecherisch mich als Autofahrer gefährden und in meiner Frontscheibe stecken und mein Auto vollbluten, noch Teil der Gesellschaft? Wie weit soll die Entfremdung gehen? Wer legt fest, was solidarisch ist? Ist es solidarisch, wenn ich mir mein Immunsystem zerschieße, obwohl das keine messbare Wirkung auf die Außenwelt hat?

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  • Avatar von Uranus (1)
    • Uranus (1)

    mehr als 1000 Beiträge seit 09.10.2018

    Sie sollten Dich mal die Forschung ihres Kollegen Kuhbandner anschauen

    Antwort auf Solidarität ist keine Einbahnstraße von Stephan Schleim.

    Kuhbandner war auch TP-Autor und was der zuletzt rausgefunden hat (darf ich ja nicht schreiben sonst werde ich gesperrt) deutet darauf hin, dass die "Impfverweigerer" sich in Hinblick auf die Medizin sich viel "solidarischer" verhalten als die Leute die sich für ihre "Freiheit" haben spritzen lassen!

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (23.02.2022 17:30).

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