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  • spintronic

976 Beiträge seit 02.10.2015

Schnapsidee aus Brüssel

Sicher, die steigenden Energiekosten bemerkt man zuerst in der eigenen Brieftasche und es schmerzt und ich möchte diese Probleme nicht kleinreden, sie sind für jeden einzelnen von uns sehr real.

Aber das eigentliche Problem, das Problem aller Probleme sind nicht die Privathaushalte oder der Bäcker um die Ecke, es ist die Industrie in Deutschland. Die Metall-, Glas-, Chemie- und Automobilindustrie (diese Aufzählung ist bei weitem nicht abschließend) verbraucht große Mengen an Energie. Unter den gegenwärtigen Bedingungen kommt es in wenigen Monaten, ich würde sagen maximal in einem halben Jahr zu einer Kernschmelze, einem Supergau, einem totalen Zusammenbruch, der auch weniger stark betroffene Branchen und die mittelständischen Unternehmen im Sinne einer Kettenreaktion, wie bei Domino, in den Ruin treibt. Im Industriestandort Deutschland, dem Motor der EU, ja in ganz Europa droht sich eine gigantische Katastrophe von biblischem Ausmass zu realisieren.

Falls das tatsächlich eintreten sollte - und aus unserem Zug kann man den tiefen Abgrund und die steilen Klippen bereits deutlich sehen, und wir Passagiere müssen mit Schrecken erkennen, dass die Lokführer, offenbar vom Wahnsinn getrieben, die bereits glühende Zugmaschine immer stärker anheizen, damit wir noch schneller auf den Abgrund zurasen - wird es viele Millionen neue Langzeitarbeitslose geben, daran führt auf diesem Gleis kein Weg vorbei. Leider schließt sich das Zeitfenster in der es noch möglich sein dürfte in der Politik etwas sehr grundlegendes zu ändern - und den Zug anzuhalten um dann schleunigst zurückzufahren - sehr schnell.

Wenn wir (nicht die Politiker, die Bürger, jeder einzelne von uns) das nicht zu verhindern wissen, indem wir die wahnsinnig gewordene "Elite" unseres Landes mit friedlichen(!) Protesten zu einem Kurswechsel zwingen, werden wir unsern relative Wohlstand schon sehr bald verloren haben. Wir dürfen uns von Politikern nicht länger mit inhaltsleeren Phrasen und Allgemeinplätzen abspeisen und verwirren lassen - dafür geht es für uns alle einfach um zu viel.

Das allerwichtigste ist, dass die Energie sofort wieder bezahlbar wird. Ich meine damit ausdrücklich keine "Preisdeckel", "Kontingente", staatlich regulierte Kleinmengen, subventionierte Energieträger oder ähnliche Schnapsideen. Das sind Nebelkerzen, welche von Politikern gezündet werden um vom eigentlichen Problem abzulenken und die Bürger zu täuschen.

Der Industriestandort Deutschland ist auf riesige Mengen günstiger, konstant und sicher verfügbarer Energie angewiesen. Kein Staat der Welt hätte die finanziellen Mittel einen belastbaren Rettungsschirm über eine so große Industrienation aufzuspannen um die Industrie und das Gewerbe in Deutschland zu retten. Solche Ideen gehören in das Reich der Fantasie, es sind trügerische Fiktionen, so etwas taugt allenfalls für Science Fiction Romane.

Derzeit gibt es nur eine einzige Möglichkeit, wie es gelingen kann die Energiekosten rasch zu senken: Nordstream 2 muss sofort geöffnet und in vollem Umfang genutzt werden! Die Gesellschaft muss sich endlich der (bitteren) Wirklichkeit stellen. Die gegenwärtig insbesondere (aber nicht ausschließlich) von grünen Gutmenschen aus ihrer gut gepolsterten Wohlstandsblase propagierten Hirngespinste und Fieberträume werden bereits in wenigen Monaten an der Realität zerschellen.

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    mehr als 1000 Beiträge seit 18.11.2014

    Antwort auf Schnapsidee aus Brüssel von spintronic.

    Wenn Frau von der Leyen heute Abend vor die Kameras treten und sagen würde: Wir haben uns darauf geeignet mit Putin über die Aufhebung aller Sanktionen der Energielieferungen betreffend, bekämen die Spekulanten so eine Panik, dass der Markt mit Gas, Öl und Kohle geflutet zu sein scheint. Die Preise würden sofort abstürzen und am Montag könnten wir wieder für 1,20€/Liter tanken.

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    • JoJoSLS, Jo Jonas

    114 Beiträge seit 28.08.2022

    Antwort auf Re: Schnapsidee aus Brüssel von .

    So in etwa?

    Wie viel kostet 1 Liter Benzin ohne Steuern?
    Ohne Steuern und Abgaben kostet der Liter Superbenzin statt 2,20 Euro nur noch 1,19 Euro. Der Anteil an Steuern und Abgaben auf den Sprit liegen bei Benzin aktuell bei knapp 46 Prozent.

    (Quelle google - suche 'steueranteil benzin#')

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  • Avatar von Hassbürger
    • Hassbürger

    mehr als 1000 Beiträge seit 24.09.2019

    Antwort auf Schnapsidee aus Brüssel von spintronic.

    Wow, der große Prophet mit seinem Weltuntergangsszenario. Ein Applaus von mir:-D

    Unabhängig davon, ist es eben nicht die Lösung, mit dem Zug rückwärts zu fahren, da der Kreml seinen Bahnhof geistig nach Kiew verlegt hat. Nur dort würde er zukünftige Gaspreise verhandeln.

    Das ganze Geschmarre von NS2 auf oder zu, ist doch Sandkasten.

    Alle Sanktionen müssen zurückgenommen werden. Das ist die unakzeptable Bedingung des Agressors. Also, was bei Corona funktioniert hat, funktioniert auch in der Spezialwirtschaftsangriffskriegssituation.

    Warumdie aus Gründen in der EU und/oder in den EU Ländern, das eine oder andere nicht so machen oder nennen dürfen, liegt an der Komplexität und der fehlenden Blaupausen.

    in ganz Europa droht sich eine gigantische Katastrophe von biblischem Ausmass zu realisieren.

    O:-) Dann bete:-) Aber red hier keinen Unsinn.

    Zurückfahren heist Aufgeben und die Probleme nur zu verschieben. Wir wollten doch eh von den fossilen weg. Das wusste auch Putin. Sein Glück war, dass unsere gierigen und korrupten Kapitalisten die Erneuerbaren immer wieder behindert und torpediert hatten und das vermutlich auch weiterhin tun würden.

    Jetzt wo auch der gläubigste Bürger aber sieht, dass es eben nicht der Markt richtet, sondern das alle Märkte von korrupten Kapitalisten manipuliert werden, durch willfährige Regulierungen und Markteingriffe der Egomanenpolitik, ist der Moment für den einen oder anderen Politiker, sich rein zu waschen und andere in den Dreck zu ziehen.

    Das große Hauen und Stechen beginnt. Nicht nur Merz und Scholz im Bundestag, sondern auch in 26 EU Ländern.

    Das kostet noch mal wertvolle Zeit+o( Aber wenn man dann endlich die menschenunwürdige Verteilung von Unten nach Oben beendet hat, weil Unten nichts mehr zu holen ist (bis weit in die Mitte), dann endlich wird man das benötigte Geld von denen holen, die seit 50 Jahre Profitieren.

    https://www.tagesgeldvergleich.net/statistiken/geldvermoegen.html#vermoegensuhr

    Und wenn man dieses sorgfältig Investiert, bekommt man Klimawandel und Zukunft für die Kinder der Welt auch gebacken.

    Dann wird der Russe mit seinen Fossilen Energiewaffen, irgendwann nur ein Fliegenschiß auf der Zeitachse seinO:-)

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    mehr als 1000 Beiträge seit 18.11.2014

    Antwort auf Re: Schnapsidee aus Brüssel von JoJoSLS.

    Die Steuern haben uns nie gestört. Die Margen der Mineralölkonzerne machen den Preis.

    Lies mal diesen Artikel. Vor allem die durchschnittlichen Margen und die Grafik dazu.
    Zitat aus dem Artikel:

    Betrachtet man durchschnittlichen Gewinne der Jahre 2020 und 2021 zusammen, so liegen diese bei rund 19 Euro pro Tonne verarbeitetem Öl. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres hingegen konnten die Raffinerien die Gewinne auf 158 Euro pro Tonne steigern, seit Kriegsausbruch liegen sie durchschnittlich bei rund 200 Euro pro Tonne. Das wäre, werden diese Zahlen zugrunde gelegt, eine Verzehnfachung des Gewinns.

    https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/wirtschaft/spritpreis-oelkonzerne-gewinne-100.html

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    • spintronic

    976 Beiträge seit 02.10.2015

    Antwort auf Re: Schnapsidee aus Brüssel von Hassbürger.

    Hassbürger schrieb am 09.09.2022 11:42:

    Wow, der große Prophet mit seinem Weltuntergangsszenario. Ein Applaus von mir:-D

    Das kann man schon so sehen. Ich hatte jedenfalls kürzlich das zweifelhafte Vergnügen im Vertrauen mit einem befreundeten Lokalpolitiker über die Energiesituation an meinem Wohnort (Kleinstadt) zu sprechen. Unsere Stadt bemüht sich seit Jahren konsequent darum Energie sorgfältig einzusetzen, Energie zu sparen und erneuerbare Energien zu fördern. Dieses Bestreben hat einiges bewirkt und der Stadt führ ihre gute Arbeit mehrere Preise und Auszeichnungen beschert. Man kann sicherlich nicht behaupten, dass die öffentliche Hand bei uns in den letzten zwei Jahrzehnten in Sachen Energie untätig geblieben wäre.

    Die aktuelle Situation kann man wie folgt zusammenfassen: Die Kacke ist überall am dampfen! Ich werde die Probleme bei uns nur auszugsweise und verkürzt wiedergeben:

    - Die Behörden erstellen derzeit Notfallpläne um Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser aufrecht erhalten zu können. Wenn der Gashahn geschlossen bleibt, sehe es diesbezüglich allerspätestens im nächsten Frühjahr schlecht aus. Die Stadt habe sich zwar ein nahe gelegenes Treibstofflager sichern können, aber infolge des nicht unerheblichen Verbrauches, werde der Treibstoff für die Notstromgruppen nur wenige Wochen reichen. Es sei ernsthaft zu befürchten, dass bei uns das Trinkwasser ausgeht bzw. nur noch sehr stark eingeschränkt verfügbar sein könnte.

    - Die Behandlung des Abwassers sei ein weiteres sehr großes Problem. Wir werden bei einem Gasstopp einfach nicht genügend Energie haben und die Kosten steigen astronomisch.

    - Angesichts der stark gestiegenen und wohl weiter steigenden Kosten werde ein nennenswerter Teil der Einwohner die von ihnen verbrauchte Energie und das benötigte Trinkwasser nicht mehr bezahlen können. Deshalb wird von den Verantwortlichen bereits ein Konzept erstellt, wie und wo die Betroffenen vorsprechen können.

    - Von die vier grössten Industriebetrieben, deren Produktionsstätten in unserer Stadt angesiedelt sind, haben sage und schreibe drei(!) wegen der hohen Energiekosten bereits die Produktion drosseln müssen. Diese Tatsache ist jedoch in keiner Zeitung zu lesen, aber die Unternehmer versuchten mit der Stadt die gefährdeten Betriebe zu retten.

    Sie sehen also Probleme noch und nöcher. Die Energiekrise ist wie ein Eisberg, derzeit liegen fast alle Probleme die auf uns zurollen unsichtbar unter Wasser. Besonders sauer stößt mir dabei auf, dass in unserer Stadt die Grünen ein für die Allgemeinheit wichtiges Projekt zur Energieeinsparung bzw. zur besseren Nutzung der bereits vorhanden Infrastruktur mit dem Argument blockieren, man solle das Geld lieber in Wärmepumpen mit PV investieren, denn dann könne man im Winter die Wärmepumpen mit dem PV-Strom betreiben. Ein Beispiel mehr, dass es den Grünen nicht um Umweltschutz, sondern um Ideologie geht.

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (09.09.2022 13:38).

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    • Ein Pessimist

    737 Beiträge seit 20.03.2004

    Antwort auf Schnapsidee aus Brüssel von spintronic.

    Edit: Beitrag selbst gelöscht

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (10.09.2022 10:37).

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  • Avatar von Hassbürger
    • Hassbürger

    mehr als 1000 Beiträge seit 24.09.2019

    Antwort auf Re: Schnapsidee aus Brüssel von spintronic.

    Äh, ja.:-D Kann ich voll bestätigen.

    Das wiederspricht aber nicht meinen Aussagen. Ich hab lediglich angemerkt, dass genug Geld da ist um die Probleme zu bewältigen und die Lasten gerecht und fair zu verteilen sind.

    Und, dass nicht wenige Kapitalisten, diese gerechte Verteilung weiterhin nicht wünschen und verhindern werden.

    Auch unsere Kommunein der ich selbst politisch wirke hat Preise und Ehren erhalten.

    Aber wir müssen uns doch das ganze Spielfeld anschauen. Und da wurde nicht nur bei uns in Bayern durch Seehofers 10H Dekret massiv gegen erneuerbare Energien gewirkt.

    Als in Deutschland nur noch Aufträge vergeben wurden, an die Anbieter, "die am wenigsten Einspeisevergütung" verlangen, war den Big four der Markt in den Hintern geschoben. Die Regionalen Stadtwerke und Genossenschaften, der Wettbewerb, der nur mit der Einspeisevergütung kongurieren konnte, war weg vom Fenster.

    Man hat Milliarden für die Stilllegung alternder, längst heruntergewirtschafteter Kohlemeiler bezahlt.

    Merkst du, auf was ich raus will?

    Eine Gasumlage für Gaskunden in Deutschland ist mEn. schlicht verfassungswiedrig.

    Solange jeden Tag Gigawatt Gas verstromt wird und nach Frankreich geliefert wird, ist die Energiepolitik eine Gesamtaufgabe. Die Kosten sind nicht an einen Energieträger zu
    adressieren.

    Es ist einfach ein bischen komplexer um es hier in ein paar Zeilen zu diskutieren. Das ist dann auch der Grund, warum ich Rot kassiere und du schön Grün bist. Obwohl wir uns gar nicht sehr wiedersprechen:-|

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