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  • spintronic

976 Beiträge seit 02.10.2015

Re: Schnapsidee aus Brüssel

Hassbürger schrieb am 09.09.2022 11:42:

Wow, der große Prophet mit seinem Weltuntergangsszenario. Ein Applaus von mir:-D

Das kann man schon so sehen. Ich hatte jedenfalls kürzlich das zweifelhafte Vergnügen im Vertrauen mit einem befreundeten Lokalpolitiker über die Energiesituation an meinem Wohnort (Kleinstadt) zu sprechen. Unsere Stadt bemüht sich seit Jahren konsequent darum Energie sorgfältig einzusetzen, Energie zu sparen und erneuerbare Energien zu fördern. Dieses Bestreben hat einiges bewirkt und der Stadt führ ihre gute Arbeit mehrere Preise und Auszeichnungen beschert. Man kann sicherlich nicht behaupten, dass die öffentliche Hand bei uns in den letzten zwei Jahrzehnten in Sachen Energie untätig geblieben wäre.

Die aktuelle Situation kann man wie folgt zusammenfassen: Die Kacke ist überall am dampfen! Ich werde die Probleme bei uns nur auszugsweise und verkürzt wiedergeben:

- Die Behörden erstellen derzeit Notfallpläne um Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser aufrecht erhalten zu können. Wenn der Gashahn geschlossen bleibt, sehe es diesbezüglich allerspätestens im nächsten Frühjahr schlecht aus. Die Stadt habe sich zwar ein nahe gelegenes Treibstofflager sichern können, aber infolge des nicht unerheblichen Verbrauches, werde der Treibstoff für die Notstromgruppen nur wenige Wochen reichen. Es sei ernsthaft zu befürchten, dass bei uns das Trinkwasser ausgeht bzw. nur noch sehr stark eingeschränkt verfügbar sein könnte.

- Die Behandlung des Abwassers sei ein weiteres sehr großes Problem. Wir werden bei einem Gasstopp einfach nicht genügend Energie haben und die Kosten steigen astronomisch.

- Angesichts der stark gestiegenen und wohl weiter steigenden Kosten werde ein nennenswerter Teil der Einwohner die von ihnen verbrauchte Energie und das benötigte Trinkwasser nicht mehr bezahlen können. Deshalb wird von den Verantwortlichen bereits ein Konzept erstellt, wie und wo die Betroffenen vorsprechen können.

- Von die vier grössten Industriebetrieben, deren Produktionsstätten in unserer Stadt angesiedelt sind, haben sage und schreibe drei(!) wegen der hohen Energiekosten bereits die Produktion drosseln müssen. Diese Tatsache ist jedoch in keiner Zeitung zu lesen, aber die Unternehmer versuchten mit der Stadt die gefährdeten Betriebe zu retten.

Sie sehen also Probleme noch und nöcher. Die Energiekrise ist wie ein Eisberg, derzeit liegen fast alle Probleme die auf uns zurollen unsichtbar unter Wasser. Besonders sauer stößt mir dabei auf, dass in unserer Stadt die Grünen ein für die Allgemeinheit wichtiges Projekt zur Energieeinsparung bzw. zur besseren Nutzung der bereits vorhanden Infrastruktur mit dem Argument blockieren, man solle das Geld lieber in Wärmepumpen mit PV investieren, denn dann könne man im Winter die Wärmepumpen mit dem PV-Strom betreiben. Ein Beispiel mehr, dass es den Grünen nicht um Umweltschutz, sondern um Ideologie geht.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (09.09.2022 13:38).

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