Der Ukrainekrieg ist nur der Katalysator für eine fiskalpolitische, wirtschaftliche und politische Fehlentwicklung in der EU, die seit der Eurokrise in 2009-2012 andauert.
Mit der Niedrigzinspolitik und dem Anleihenaufkauf sollte der Euro kurzfristig stabilisiert werden. Es wurde langfristig, mit der Folge, falsche Anreize für Staaten zu setzen und eine Blasenbildung bei Immobilien und Firmenanteilen zu ermöglichen. Billiges Geld und niedrige Zinsen sorgten für unbedachte Umschichtungen in Assets, die vermeintlich mehr Rendite abwerfen. Der reale Wert wurde vom "Verkehrswert" oder dem KGV entkoppelt.
Beim KGV wurden bis vor Kurzem Werte von 30-40 als akzeptabel wahrgenommen. D.h. konkret, über 30-40 Jahre erwirtschaftet dieses Unternehmen im Schnitt den heutigen Aktienkurs. Das entspricht einem Zinssatz von 2,5-3,3%.
Heute möchten Institutionelle Anleger eher ein KGV von 15 sehen. Also um 6,6%.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (16.07.2022 23:46).