Antwort auf Re: Ernsthaft? von Makrovir.
Selbst wenn ich davon ausgehe, dass tatsächlich der Tatbestand der Nötigung vorliegt, was ich nicht tue, weil in fortlaufender Rechtsprechung durch unabhängige Gerichte nahezu durchgehend das genaue Gegenteil festgestellt haben und in jedem einzelnen Fall, in denen die staatlichen Eingriffe situativ nicht oder nicht mehr zu begründen sind oder waren diese aufgehoben haben, hat jemand, der diese Nötigung direkt mit Gräueltaten des Unrechtsregimes der Nationalsozialisten vergleicht und eine Bestrafung in der Art in den Raum stellt, den rationalen Diskurs hinter sich gelassen.
Aber letztlich geht es ja auch gar nicht darum. Es geht nicht um eine rationale Kritik oder gar die Vielfalt der Meinungen oder die Benachteiligung der Betroffenen.
Es geht darum, legitime staatliche Institutionen, wie ein gewähltes Parlament, eine legitime demokratische Regierung und eine legitime unabhängige Justiz, verächtlich zu machen und zu diskreditieren. Dafür ist jedes Mittel gerade recht und sei es der aberwitzige Vergleich der Coronamaßnahmen mit dem Terror des Nationalsozialismus.
Es geht um den krankhaften Traum Menschen, die nach bestem Wissen und Gewissen und in Einklang mit den geltenden Gesetzen handeln vor ein "Gericht" zu stellen und zu exekutieren oder wenigstens mit jahrzehntelangem Zuchthaus zu bestrafen. Weil das hat man doch gemacht mit den Nazi-Größen, denen man Habhaft wurde und die nicht in einem letzten Akt der Feigheit Selbstmord begangen haben.
Man schaltet also sein Hirn aus damit einem der Staat die Denkfähigkeit attestiert.
Ja, sicher, ich habe das "Narrativ" der rationalen Analyse akzeptiert und lehne jede Art von Konstruktivismus ab, der am Ende zu der Beliebigkeit von "alternativen Fakten" führt, die man sich so lange zurechtbiegt, bis sie der eigenen Ideologie dienlich sind.
Jeder aber wirklich jeder kann von mir aus ganz fest der Meinung sein, dass 1+1 = 5 ist und trotzdem wird daraus keine Glanzleistung der eigenen "Denkfähigkeit".
Jeder, aber auch wirklich jeder kann von mir aus ganz fest der Meinung sein, dass 1+1 = 2 nur der Ausdruck einer staatlich indoktrinierten Akzeptanz des vorherrschenden Schulsystems ist, und trotzdem wird er dadurch nicht zum heldenhaften Widerstandskämpfer.
In beiden Fällen ist und bleibt er vor allem und zuerst ein Schulversager.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (30.06.2021 12:30).