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Avatar von manhu
  • manhu

mehr als 1000 Beiträge seit 14.01.2013

Wir sollten dafür dankbar sein, dass irgendwo jemand an Risikovorsorge denkt

Bei der Versorgung mit Energie geht es zwar auch um Kosten, aber die Folgekosten eines Systemzusammenbruchs infolge Energieknappheit oder Ausfall sind vielfach höher als jene Kosten. Daher sollte man dankbar sein, dass in den ganzen Wirren der unzuverlässigen Planung und dem Abschaltchaos doch noch jemand etwas an "Sicherheitsreserven" gedacht hat. Sicher, das bezahlt man teuer. Ist halt immer so.

Nur, bei jenen, die den grünen Energiewandel forcieren, sollte man ein Denkprozess anfangen. Man kann ein sicheres Netz nicht mit volantilen Energieliefernanten aufrechterhalten. Weil man dazu aktuell wohl sehr viel Gas einsetzt (was wirklich teuer ist), sind die Gaspeicher im Sommer nicht gut gefüllt worden und jetzt leeren die sich sehr schnell (wir sind heute bei ca. 55% Füllung und haben den ganzen Winter noch vor uns).

Da zugleich die Zufuhr aus Jamal negativ ist (aus unseren Speichern wird mit riesigem Gewinn nach Polen und der Ukraine geliefert Reverse-Gas und aus Russland kommt nichts, da dort keiner was bestellt hat), NS2 ist nicht am Laufen, die anderen Piplines wohl im Überbedarf in Südosteuropa versiegen, die Tankerflotte der USA mit LNG uns für bestenfalls 1 Tag Energie liefert, wird es jetzt leider wirklich eng.

Wir können daher froh sein, wenn es noch diese Reserveleistung gibt. Aber was uns das wirtschaftlich bringen soll, teuren EEG-Strom zu finanzieren, der dann in der Krise fehlt, um dann mit stillgelegter Kraftwerkstechnik die Lücken zu schließen und teuerst dafür zu bezahlen, dass ist die Frage an die Verantwortlichen.

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  • Avatar von Karl_Dalheimer
    • Karl_Dalheimer

    mehr als 1000 Beiträge seit 30.05.2018

    Antwort auf Wir sollten dafür dankbar sein, dass irgendwo jemand an Risikovorsorge denkt von manhu.

    Danke für diesen vernünftigen Beitrag!

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  • Avatar von Subzero
    • Subzero

    mehr als 1000 Beiträge seit 06.06.2000

    Kosten der Folgen von Ausfällen

    Antwort auf Wir sollten dafür dankbar sein, dass irgendwo jemand an Risikovorsorge denkt von manhu.

    Die Industrie ist auf dauerhafte und verlassliche Stromlieferungen angewiesen. Nur deshalb kann sie so effektiv arbeiten. Ein Stromausfall von lediglich 30 Minuten versaut im metallverarbeitenden Gewerbe gerne eine Monats- sowie in der Lebensmittelverarbeitung eine Wochenproduktion. Ein mehrstündiger Stromausfall in der Landwirtschaft läßt die Tierproduktion verrecken (die braucht ständige Lüftung/Klimatisierung), bis die wieder anläuft dauerts noch länger.
    Ich hoffe ja insgeheim auf einen einwöchigen Blackout. Nur damit den Leuten mal klar wird woran es hängt (positiver Nebeneffekt: Berlin liegt danach in Schutt&Asche).

    Zum Thema Gasreserven:
    Die Gasspeicher sind im Sommer nicht gefüllt worden, weil man günstiges Gas aufgrund langfristiger Kontrakte eben nicht eingelagert hat wie sonst üblich, sondern umgehend teuer auf dem Spotmarkt verscherbelt hat. Ein kleiner Extraprofit. Es konnte ja keiner ahnen, daß es paar Monate später Winter wird...
    Der Russe hat zumindest geliefert was langfristig bestellt war.

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