Bei der Versorgung mit Energie geht es zwar auch um Kosten, aber die Folgekosten eines Systemzusammenbruchs infolge Energieknappheit oder Ausfall sind vielfach höher als jene Kosten. Daher sollte man dankbar sein, dass in den ganzen Wirren der unzuverlässigen Planung und dem Abschaltchaos doch noch jemand etwas an "Sicherheitsreserven" gedacht hat. Sicher, das bezahlt man teuer. Ist halt immer so.
Nur, bei jenen, die den grünen Energiewandel forcieren, sollte man ein Denkprozess anfangen. Man kann ein sicheres Netz nicht mit volantilen Energieliefernanten aufrechterhalten. Weil man dazu aktuell wohl sehr viel Gas einsetzt (was wirklich teuer ist), sind die Gaspeicher im Sommer nicht gut gefüllt worden und jetzt leeren die sich sehr schnell (wir sind heute bei ca. 55% Füllung und haben den ganzen Winter noch vor uns).
Da zugleich die Zufuhr aus Jamal negativ ist (aus unseren Speichern wird mit riesigem Gewinn nach Polen und der Ukraine geliefert Reverse-Gas und aus Russland kommt nichts, da dort keiner was bestellt hat), NS2 ist nicht am Laufen, die anderen Piplines wohl im Überbedarf in Südosteuropa versiegen, die Tankerflotte der USA mit LNG uns für bestenfalls 1 Tag Energie liefert, wird es jetzt leider wirklich eng.
Wir können daher froh sein, wenn es noch diese Reserveleistung gibt. Aber was uns das wirtschaftlich bringen soll, teuren EEG-Strom zu finanzieren, der dann in der Krise fehlt, um dann mit stillgelegter Kraftwerkstechnik die Lücken zu schließen und teuerst dafür zu bezahlen, dass ist die Frage an die Verantwortlichen.