Bevor wir uns dem Begriff der Freiheit widmen, ein kleiner Exkurs:
Das Wittgenstein Zitat:" die Grenzen deiner Sprache bedeuten die Grenzen deiner Welt" zeigt uns den Ausweg aus dem Zuwenig Welt Problem.
Wir haben nicht zuwenig Welt in der Zukunft, sondern zu wenig/unzulänglichen Sprache.
Die derzeitige Angst vieler Menschen, das das Ökosystem zusammenbricht ist berechtigt, wenn man nur in der Sprache(Wissen, Begrifflichkeit, Linearität, Kausalität) des Jetzt denkt und spricht.
Es gibt keinen Weg zurück, kein degroth, keine Bevölkerungsreduktion, kein Einschränken, kein Rationieren von Leben.
Die Antithese zum entropischen Prinzip ist Komplexitätswachstum.
Homo sapiens hat mit der Erfindung der Schrift vor ca.4000 Jahren, der 1. Auslagerungsdatei von Information und des Zündens des Ich Bewusstseins die Fähigkeit zum fiktiven, nicht impulsgesteuerten Narrativieren erlangt. Das war wahrscheinlich der größte Entwicklungsschritt den Menschen in ihrer Geschicht gemacht haben. Plötzlich sprichst du in der Ich Form, wirst Subjekt, erkennst die Vergänglichkeit deines Ichs, planst aus der Ich Perspektive und entwickelst die Fähigkeit der Lüge(alternatives Narrativ) und der Intrige.
Mit der Freiheit dich zwischen Alternativen zu entscheiden entsteht mit der Zeit intrinsischen Motivation. Diese Freiheit und die Freiheit deines Gegenübers spannt dann die Fähigkeit zur Leidenschaft und schlussendlich der Liebe auf.
Eigentum zu behaupten um seine Ich Interessen durchzusetzten ist für Jahrtausende die Machtfrage und schließt auch das Individuum ein.
Die nächste grosse Erschütterung der Sprache, im Sinne Wittgensteins,und der Welt geschieht ausgerechnet nach einer Ökokatastrophe.
Die Renaissance in Europa beginnt nach einer Teilentvölkerung durch die Pest , und der damit einhergehenden Erschütterung alter Gewissheiten. Die erste Globalisierung von Europa aus beginnt und führt in Amerika zu einem gigantischen Genozid. Ca. 25 %der damaligen Weltbevölkerung stirb in 30 Jahren. Zusammen mit der Pest hat die Menschheit mehr als ein Drittel der Menschen verloren. Die Biosphäre erholt sich in wenigen Jahrzehnten und holt sich die vormaligen Ackerflächen zurück. Die "kleine Eiszeit"beginnt und stürzt viel Länder in Hungersnöte. Die Denkfreiheit der Renaissance wird im Blut des 30 jährigen Krieges ersäuft, ein Krieg der aus einer Ökokatastrophe entstand, und Europa weiter Entvölkerte.
Was war die Antwort der Menschen?
1648 der Westfälische Frieden, in England Ausrufung der Republik durch Oliver Cromwell.
Religiöse Dissentergruppe formulieren Gesellschaftsutopien. Etwas Grandioses geschieht: die extremer Gruppe der Diggers postuliert das ein jeder Mensch, ob vermögend oder arm ein EIGENTUM an sich selbst hat!
Erst mit diesem Postulat ergibt das Wort Freiheit einen Sinn
Einmal in der Welt, eine Sprache, die die Grenze der Welt bedeutet, ist es nicht mehr auszurotten. Und es wird auch in Zukunft nicht ausgerottet werden, nicht rationiert, nicht degrotht .
Was nach 1650 geschah wissen wir alle die wir leben. Wissenschaft und Technik, Kunst und Medizin, Krieg und Kommunikation, eine Explosion der Möglichkeiten, Wohlstand und Ausbeutung.
Könntest du heute noch mit einem Menschen des Mittelalters Sprechen? Über die Grenzen eurer Welt?
Mit 8 oder 10 Millarden Menschen auf diesem Planeten zu leben ist möglich. Wir haben ein ungeheures Erbe dieser Natur genutzt, um uns zu entwickeln, um ungeheures Wissen zu erlangen. Fossile Energien die über Jahrmillionen für uns eingelagert wurden, damit wir sie zur Turboentwicklung thermodynamisch nutzen, um unsere Maschinensklaven zu füttern und die Sklaverei von Menschen zu beenden, haben uns dies ermöglicht. Jetzt müssen wir eine neue weitere Sprache entwickeln um die Grenzen unserer Welt zu erweitern. Und aufpassen, das wir nicht die Sklaven unserer Erfindungen werden.
Als die Menschen das Ich-Bewusstsein entwickelten nahmen sie die Krücke der Religion weil sie zu feige waren sich die Welt selber zu erklären. Wir sollten diesen Fehler nicht wiederholen. Die neue Zukunft, postfossil mit Artenwandel statt Artensterben, kommunikativen Umbrüchen und technisch-kulturellen Komplexitaetsgewinn sollte bei uns keine Angst auslösen, sondern Lust und Neugier auf die anstehenden Veränderungen.
Hinter 2 rote Linien dürfen wir aber niemals zurückfallen: jeder Mensch besitzt das Eigentum an sich selbst, immer und ohne Bedingung.
Die Freiheit der Weiterentwicklung darf nicht Infrage gestellt werden.Eine Diktatur der Beschränkung raubt uns sicher die Möglichkeit des menschlichen Überlebens
Mit Wittgenstein: schaffen wir weitere Sprache, schaffen wir mehr Welt.
Werden wir die einzige Spezie mit Bewusstsein in dieser Welt bleiben?
Ich bin unendlich neugierig