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  • Pnyx (1)

mehr als 1000 Beiträge seit 01.07.2017

pro Bahn

Weitgehend einverstanden. Wie der Autor selbst richtig bemerkt:

Das sind, wohlgemerkt, keine grundsätzlichen Argumente für die Trennung. Beschrieben wird mit diesen Fakten der unterschiedliche Weg der Zerstörung integrierter Eisenbahnen, wie es diesen in Europa spätestens seit Mitte der 1990er-Jahre gibt.

Und:

Wenn die FDP die Trennung fordert, so hat sie dafür spezifische Gründe. Es geht um "maximalen Wettbewerb" und um Privatisierungen.

Und daher ist das abzulehnen und als das zu bezeichnen, was es ist - ein weiterer Versuch die bisher gescheiterte vollständige Neoliberalisierung der Bahn doch noch zu vollbringen.

Grundsätzlich ist die unternehmerische Trennung von Schiene und Rollmaterial eine vollständig falsche Diskussion. Entscheidend ist, ob man der Bahn eine wichtige Rolle im Mobilitätsmix zuerkennt oder nicht. Das war in den letzten drei Jahrzehnten nicht der Fall und muss sich aus bekannten Gründen nun wieder komplett ändern. Dazu braucht es schlicht einen kompakten Non-Profit-Betrieb, der sich mit Schienenverkehr und nichts anderem beschäftigt. Keine Aktiengesellschaftsgruppe unter einem Holding-Hut.

Und dann muss geklotzt werden, der Abbau der letzten Jahrzehnte kompensiert, ja überkompensiert werden. So viel Personen und Güterverkehr auf die Schiene gebracht werden wie nur möglich, die Stromversorgung dekarbonisiert werden. Buchstäblich koste es was es wolle. Und dazu gehört natürlich auch:

Bahnzerstörerische oder kontraproduktive Projekte wie Stuttgart 21, die Verlegung des Bahnhofs Altona nach Diebsteich, der Bau eines 40 Meter tiefen Frankfurter Fernbahntunnels, die 300-km/h-Hochgeschwindigkeitsstrecke Hannover - Bielefeld oder der Bau einer zweiten S-Bahn-Stammstrecke müssen aufgegeben und die hier vorliegenden Alternativen geprüft werden.

Kurz, eine kompromisslos bahnfreundliche Politik.

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