MasterDust schrieb am 09.11.2021 11:42:
In der inneren Logik des Bahnkonzerns gibt es keine relevanten Stimuli für den Erhalt, die Pflege und den Ausbau des Netzes. Im Gegenteil. Infrastrukturkosten sind Sand im Getriebe der beschriebenen Gewinnmaschine.
Das ist es eben. Infrastruktur bringt einem Unternehmen nur Kosten und keinen Gewinn. Außer durch überteuerte Vermietung. Für Instandsetzung und Ausbau ist da schlicht kein Platz oder wenn nur ausschließlich dort, wo der Betrieb sich lohnt.
Jein. Infrastruktur sind halt notwendige Investitionen für den Betriebsablauf. Das reicht vom Förderband in der Werkshalle über die Werkstatt für den eigenen LKW-Park. Es mögen in der Bilanz nur Kosten auftauchen, aber das Fehlen der Infrastruktur würde zu noch größeren Kosten führen. Ebenso Glasfaserkabel/Telefon zu den Wohnhäusern Auch das Vermieten von Wohnungen kann man als Bereitstellen von Infrastruktur sehen. Und eine angemessene Miete für Erhalt/Instandsetzung und Erneuerungsrücklage und kleiner Gewinnspanne ist ok.
Bei dem Gleisnetz der deutschen Bahn gibt es aber ein paar unschöne Spezialitäten. Du hast einen Monopolisten der gleichzeitig Mitbewerber ist und zudem einen finanziellen Anreiz hat von der Substanz zu leben, da Neubauten von vergammelten Brücken/Gleisen im Gegensatz zu den Wartungskosten vom Bund bezahlt werden. Das war schon immer Blödsinn. Was sogar ein Mehdorn mal im öffentlichen Fernsehen sagte - natürlich bevor er Chef der DB wurde.