Es ist absehbar: in rund 20 Jahren wird der Großteil des Autoverkehrs elektrisch und mit regenerativ erzeugtem Strom stattfinden; das Auto hat damit als Umwelt-Feindbild ausgedient.
E-Mobilität war schon in den 1970ern der Traum von der Lösung der Auto-Umweltprobleme, aber damals mangels erschwinglicher Batteriekapazitäten nicht praktikabel. Jetzt ist man endlich an der Schwelle, die Umweltprobleme, einschließlich des CO2 durch fossile Primärenergie, endgültig zu lösen. Schutzssysteme und Assistenten reduzieren die Unfallgefahr drastisch.
Warum pochen dennoch nicht wenige weiterhin auf eine rückschrittliche "Verkehrswende", zu Bus, Bahn und Fahrrad (der gängige Begriff "Umweltverbund" ist dann obsolet), mit viel langsamerer, komplizierterer und unbequemerer Mobilität? Warum immer noch das Geschrei nach möglichst rigiden Tempolimits, künstlicher Behinderung, hohen Parkgebühren und sonstigen Geldschneidereien, um Leute von der Autonutzung abzuschrecken?
Das Auto ist ein Mittel, mit dem auch sozialer Status ausgedrückt wird, das auch als Machtmittel missbraucht werden kann und wird. Deswegen ist Autofeindlichkeit immer ein Kampf gegen (vermeintlich) Privilegierte gewesen. Teils berechtigt (Lichthupendrängler, "eingebaute Vorfahrt"), teils Neid, typischerweise aber mit puritanischer Askesehaltung verbunden. Gegen Luxuslimousinen, Sportwagen, SUV, gegen Tempo, Komfort, Größe, Motorleistung.
Das dürfte der Hauptgrund sein, warum trotz weit besserer technischer Lösungen immer noch so auf Gängeln der Autofahrer gepocht wird. Umwelt, Klima und Verkehrssicherheit sind nur willkommene Anlässe oder Vorwände. Diese Vorwände sind im Schwinden begriffen. Gurt und Katalysator waren ihrerzeit schon bessere Lösungen als die damals auch geforderten, rigiden Tempolimits, aber eben nur Teillösungen. Jetzt kommt die umwelt- und sozialverträgliche Umgestaltung des Autoverkehrs dem Ende entgegen. Und damit dürften auch die Autohasser allmählich zu einer immer noch lauten, aber dennoch immer weniger gehörten Minderheit werden.