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  • tertium non datur

mehr als 1000 Beiträge seit 03.05.2001

"...Es reicht eben nicht, wenn jemand gegen Putin ist. ..." [edit]

Hochrheinpirat schrieb am 10.05.2022 08:12:

Wenn eine Zeitung einen Meinungsartikel einer Gastautoren druckt, dann ist die Zeitung noch lange nicht der gleichen Meinung wie der Autor. Gilt ja auch für Gastautoren von Telepolis. Da in der Überschrift "taz:" davorzuschreiben, ist das nicht Steinewerfen im Glashaus?

Immerhin hat die taz die braune Kacke abgedruckt und damit der Putin-Propaganda eine Steilvorlage geliefert. (Ich bin mir sicher, dass dieser Text viral bei RT deutsch und deren publizistischen Wiederkäuern geht).

Völlig zurecht gab es dafür auch einen fetten Shitstorm unter dem Artikel.
Siehe zB. diesen trefflichen Kommentar (Hervorhebungen von mir)

warum_denkt_keiner_nach?
heute, 06:21

Hier:

https://taz.de/Archiv-Suche/!5545369&s=JULIA%2BLATYNINA&SuchRahmen=Print/
Schrieb die TAZ noch Folgendes:

"Die Journalistin Julia Latynina wird als mutige Putin-Kritikerin verehrt, führt aber ebenso einen Kreuzzug gegen Linke, Migranten, Menschenrechtler und das allgemeine Wahlrecht."

Heute darf sie in der TAZ Hitler entlasten.

Es reicht eben nicht, wenn jemand gegen Putin ist. Man muss schon schauen, was die Person sonst noch von sich gibt.

Einige weitere Beispiele aus dem Kommentarbereich:

Bouncereset
gestern, 22:58

"Die tatsächliche Geschichte des Zweiten Weltkrieges ist, dass Stalin diesen Krieg geplant hatte, der die ganze Welt erfassen und erst enden sollte, wenn auch noch die letzte argentinische Sowjetrepublik ein Teil der UdSSR geworden sein würde. Er hatte diesen Krieg geplant – lange bevor Hitler an die Macht kam."

Wie viele Tankwagen braunen Lackes muß man zu sich nehmen um so eine Nazi-Legende ernsthaft in einer deutschen Tageszeitung am Tag der Befreiung abzudrucken?!?

Oder hat die Junge Freiheit Server und Layout der TAZ erobert?

oder

Jamo
gestern, 20:31

Geschichtsrevisionismus der allerübelsten Sorte - da freuen sich die Herrschaften vom ganz weit rechten Rand jetzt aber drüber. Ihr seid wohl übergeschnappt?!

etc.pp.
...Und zu guter Letzt:

Lumpenpazifist
gestern, 18:37

Der Text sorgt mittlerweile auch redaktionsintern für Kopfschütteln:

https://twitter.com/AndreasSpeit/status/1523674766195838977

Die taz hätte wissen können, welcher Rechtspopulistin sie hier Auslauf gewährt: https://taz.de/!5545369/

edit: Der im ersten und im letzten Kommentar verlinkte taz-Artikel von 2018 zu Julia Latynina gibt einen guten Überblick über deren Weltbild:

[...] In den vergangenen Jahren hagelte es Auszeichnungen, internationale Journalistenpreis und zuletzt den Kamerton-Preis der Russischen Journalisten-Union für ihren Einsatz für Menschenrechte und Pressefreiheit. Vor allem erhielt sie 2008 den „Freedom Defenders Award“ des US-Außenministeriums. US-Außenministerin Condoleezza Rice überreichte ihr damals die Auszeichnung.

Doch während die Ehrungen das Bild einer mutigen Freiheitskämpferin und Menschenrechtsaktivistin zeichnen, wollen ihre Positionen in vielen Fragen dazu nicht passen. Schon vor Jahren waren sie mindestens ungewöhnlich. So nahm sie den bei der liberalen Opposition in Russland besonderes verhassten tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow immer wieder in Schutz. Menschenrechtler machen Kadyrow für Entführungen, Folter und die Tötungen von Zivilisten verantwortlich. Seit 2007 herrscht er in Tschetschenien – mit Unterstützung Putins und als sunnitischer Muslim.

Beides steht eigentlich in Kontrast zu Latyninas Gegnerschaft zu Putin wie zu ihren ständigen Warnungen vor den Gefahren des Islams. Wer sich jedoch die Mühe macht, Latyninas Romane zu lesen, dem öffnen sich ganz eigene Einsichten in die Art ihres Kaukasusbildes: Edle Krieger sind die Tschetschenen darin, die klassische maskuline Tugenden nicht verlernt haben und gegen die korrupten und versoffenen Vertreter des russischen Staates jedes Kräftemessen gewinnen.

[...] Inzwischen entwickelte sich Latynina zu einer Adeptin von Ayn Rands Libertarismus, bei dem dem Markt möglichst keine Grenzen zu setzen seien und einem Sozialdarwinismus das Wort geredet wird. Latynina kritisiert das allgemeine Wahlrecht, das ihr als eine Gefahr für die Demokratie gilt, weil dadurch die Steuerzahler einer Tyrannei der Wohlfahrtempfänger ausgeliefert seien. Die Leistungsträger finanzierten mit ihren Steuern „arbeitslose Junkie-Frauen mit fünf Kindern“, wie Latynina in einem Artikel erklärte. Wer verneine, dass „jeder arbeitslose Bastard“, der einen Laden plünderte, „genau der Kerl sein soll, der entscheiden sollte, wie wir alle leben sollen“, werde Faschist genannt, erklärte sie weiter zu ihrer ablehnenden Haltung zum allgemeinen Wahlrecht. [...]

Der komplette alte taz-Artikel zu dieser Dame ist jedenfalls recht lesenswert. Dass sie zum Thema Klimawandel ähnlich schräge Ansichten, wie viele Forenten hier hat, ist noch das kleinste Übel...

Falls Peter Thiel (neben Sebastian Kurz) noch irgendwelche PR-Mietmäuler braucht wäre Julia Latynina in meinen Augen sehr geeignet.

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (10.05.2022 09:40).

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  1. - Hochrheinpirat -52 "taz: Nicht Adolf Hitler hat Zweiten Weltkrieg geplant"
    1. tertium non datur 10 "...Es reicht eben nicht, wenn jemand gegen Putin ist. ..." [edit]
      1. DifferentName   Re: "...Es reicht eben nicht, wenn jemand gegen Putin ist. ..."
        1. tertium non datur -10 Re: "...Es reicht eben nicht, wenn jemand gegen Putin ist. ..."
          1. DifferentName   Re: "...Es reicht eben nicht, wenn jemand gegen Putin ist. ..."
      2. Hochrheinpirat -30 Audiatur et altera pars
        1. tertium non datur -10 Steck Dir den "altera pars" dorthin, wo die Sonne nicht scheint!
          1. Hochrheinpirat   Re: Steck Dir den "altera pars" dorthin, wo die Sonne nicht scheint!
            1. tertium non datur   Re: Steck Dir den "altera pars" dorthin, wo die Sonne nicht scheint!
    2. Karsten14478   Re: "taz: Nicht Adolf Hitler hat Zweiten Weltkrieg geplant"
      1. BigLA   Re: "taz: Nicht Adolf Hitler hat Zweiten Weltkrieg geplant"
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