Mit Ausgang des 2. Weltkriegs hatten die großen Siegermächte sich eine Weltordnung gegeben, in welcher sie die Herrscher der Welt waren. Diese Machtverhältnisse sind in der UNO kodifiziert worden. Im Wesentlichen wurde darin festgelegt, wer das Sagen hat und wer bloß am Katzentisch sitzt, wenn es um Krieg und Frieden geht. Die Entscheider sind die Veto- und Supermächte, deren herausgehobene Stellung es ihnen ermöglicht, eine Vasallenschar um sich zu versammeln, deren Handeln unter Schutz und Patronage der Supermächte gestellt wird, einmal durch das Monopol des Atomwaffenbesitzes und zum andern durch das Vetoprivileg, das jegliche Sanktionen der UNO-Gremien wirkungslos macht.
Die UNO-Regeln sind also nicht etwa Ausfluss einer höheren Moral oder eines höheren Rechts, sondern unterliegen einem simplen Vertragskonzept, dass den Vetomächten Narrenfreiheit gewährt. Da nur die UNO für die Unrechtmäßigkeit einer Handlung zuständig ist, wird selbst der Angriffskrieg zu einem Recht, diesen ungestört auszuüben, wenn er von einer Vetomacht protegiert und abgesegnet worden ist.
Wer will, dass der Angriffkrieg verboten ist und abgeurteilt werden kann, darf die UNO nicht wollen, so wie sie verfasst worden ist. Das ist die schlichte Wahrheit hinter der Glanzfassade.
Eine andere Wahrheit ist, dass alle großen Kulturnationen, die was auf sich halten, über Atomwaffen verfügen - mit Ausnahme der beiden Weltkriegsverlierer Deutschland und Japan. Das war nach der bedingungslosen Kapitulation logisch und ist heute nur noch ein Relikt der Vergangenheit. Darum hat Deutschland diesen merkwürdigen Zwitterstatus, im Kriegsfall für den Atomwaffeneinsatz gerüstet zu sein und das entsprechende Waffensystem inklusive Atombomben zur Verfügung zu haben, offiziell aber keine Atommacht zu sein.
Atombewaffnung ist die Grundvoraussetzung für autonomes Handeln und politische Unabhängigkeit. Je mehr demokratische Länder über eine derartige Rückversicherung gegen die Bedrohung und Erpressbarkeit feindlicher Diktatorenstaaten verfügen, desto sicherer ist die Welt.
Die UNO hingegen ist mehrheitlich ein Diktatorenverein. Dort sind die Regierungen repräsentiert, nicht aber die Völker, wie dieser Verein gerne den Glauben erwecken will. Denn nur diejenigen Regierungen können wahrhaft die Völker vertreten, die durch den Willen der regierten Völker legitimiert worden sind.
Was wir wirklich bräuchten, wäre ein internationales Gremium der demokratisch regierten Völker zwischen denen ein Nichtangriffspakt und eine atomare Rückversicherung für alle ihre Mitglieder besteht, falls sich jemand Stücke aus deren Staatsgebiet herauszuschneiden beliebt.
Die UNO ist tot, das hat viel mit der zerfallenden Macht des Westens zutun. Was wir brauchen, ist einen kulturübergreifenden Demokratischen Pakt. Dieser sollte über ein eigenes Atomwaffenarsenal verfügen und seine Mitglieder unangreifbar machen.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (24.02.2021 14:52).