Das die Ukraine ein korruptes Armenhaus und politisch und gesellschaftlich dysfunktional ist dürfte den Entscheidern klar sein. Dieses Bild der Ukraine als idealistische Möchtegern-Europäer entstand mit dem Wiederaufstieg Russlands nach Jelzin, als der Westen merkte das ihm der Zugriff auf das Land und die Region entgleitet. Seitdem wird die Heimatfront im Westen auf den Konflikt mit Russland vorbereitet. Und da die Ukraine dank ihrer Lage und historischen Verbindungen als Proxy dient, um den russischen Bären zu Fall zu bringen, muß Solidarität (und folgend Leidensfähigkeit) generiert werden.
Viel interessanter fände ich die Frage, wie dieser gesellschaftliche Gleichschritt, mit derart absurden Sichtweisen, in angeblich pluralistischen Gesellschaften bei geopolitischen Dingen immer wieder organisiert wird. Ich halte es z.B. nicht für einen Zufall, dass eine junge Journalistin, die Iranistik studiert hat und keine Russland- und Russisch-Kenntnisse hat, Chefreporterin für Osteuropa just in dem Moment wird, als die Propagandawelle während Oympia in Sochi und dem Maidan in Kiew ihren ersten Höhepunkt erreichte.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (22.06.2022 06:56).