… möchte man in Anlehnung an den Titel des 4. Supertramp-Albums fragen.
Es gab keine Kuba-Krise.
Das war eine Türkei-Krise. Denn was Herr Kolenda – wie fast alle, die von dieser Krise sprechen höchstens – in einem Nebensatz andeutet, ist eben die Tatsache, dass die USA zuerst Atomraketen an der türkischen Westgrenze in Reichweite Moskaus stationiert haben.
Erst daraufhin erfolgte der Transport der sowjetischen Raketen nach Kuba!
Und DAS hatten die (wie immer maßlos überheblichen) Amis nicht kommen sehen. Und sie fühlten sich zu unrecht so bedroht, wie die Moskau sich ZURECHT bedroht fühlen musste. Damals wie heute.
Wenn die sowjetische bzw. russische Überlegenheit atomar und konventionell sowie die dem Kreml zugeschriebene "Aggressivität" jemals auch nur annähernd so groß gewesen wäre, wie von der westlichen Propaganda-Schmierenkomödie behauptet, hätten die UdSSR bzw. Russland den "Westen" schon längst mehrmals "plattmachen" müssen und können.
Seltsamerweise wollten die das nicht mal …
Aber wer hatte und hat bis heute eine Doktrin des atomaren Erstschlags … natürlich nur in der "Feiglings"-Version: Denn wer zuerst schießt, stirbt darin nur als zweiter – es sei denn, es gelingt ihm, die Zweitschlagskapazität des Angegriffenen auszuschalten. Genau dazu sollte die atomare Bewaffung der Ukraine durch Aufkündigung des Budapester Memorandums durch Selenskij auf der Münchner "Kriegskonferenz" dienen.
Dumm nur, dass die ganzen "Strategen" im Westen dabei eine Winzigkeit außer Acht gelassen haben: Dass RU nicht einmal die landgestützten Raketen braucht, um wirksam und endgültig zurück zu schlagen. Allein die atomaren Kapazitäten auf U-Booten dürften mehrmals reichen, die USA und Westeuropa in Schutt und Asche zu legen – und damit zugleich die restliche Welt durch nuklearen Winter (für Menschen) unbewohnbar zu machen.
Trotzdem "zündeln" diese "Strategen" gegen RU, was das Zeug hält. Vgl. das Paper "Extending Russia" der RAND Corporation von 2019. Und wer es nicht wissen sollte: RAND ist so eng mit der US-Regierung, den Geheimdiensten und dem Pentagon, dass Daniel Ellsberg als Mitarbeiter bei RAND die geheimen "Pentagon Papers" zum Vietnam-Krieg in die Hände bekam und veröffentlichen konnte! RAND kann man also getrost als in alle wichtigen US-Entscheidungen mit einbezogen ansehen.
Und was den angeblichen russischen "Angriffskrieg" angeht: RU hat die Volksrepubliken am 21.2. 2022 anerkannt. Das muss man nicht gutfinden oder akzeptieren, man sollte es aber in seine eigenen Handlungen z.B. als Staat Ukraine einbeziehen. Schließlich ist das nur der Endpunkt einer Entwicklung seit 2014 gewesen, die wegen standhafter Weigerung der Ukraine, Minsk II umzusetzen, Russland als letzter Ausweg blieb.
Am darauffolgenden Tag wurden die Beistandsverträge der Republiken mit RU geschlossen. Statt aber diese Warnung ernst zu nehmen, denn sie bedeutet nichts anderes als: "Wenn Du einen von uns angreifst, schlagen wir alle gemeinsam zurück!" – ebenso wie also z.B. Art. 5 des NATO-Vertrags –, begann die Ukraine den Beschuss "ihrer" Bürger auf "ihrem" Territorium laut OSZE zu verdreifachen. Damit war Russland zum militärischen Handeln GEZWUNGEN, wollte es nicht vor der Welt weiter als der harmlose Hansel erscheinen, dem man (als Ukraine) bisher schon 8 Jahre lang ungestraft auf der Nase herumtanzen konnte.
Die "Entscheider" in der Ukraine hätten sich nur einmal erinnern müssen, was 1979 in Afghanistan geschehen war: Der Beistandsvertrag Afghanistans mit Russland war in Kraft, Brzezinski löste durch Finanzierung und Aufrüstung der "Mudschaheddin" BEWUSST den "Bündnisfall" aus, so dass die UdSSR einmarschieren MUSSTE, wollte sie nicht alle ihre anderen Beistandsverträge mit Staaten der Dritten Welt zu wertlosem Papier machen. Und diese Verträge waren diese Staaten eingegangen, weil sie sich von der UdSSR zurecht eine andere, nämlich bessere Behandlung erwarteten als von ihren ehemaligen Kolonialmächten, den "Demokratien" des Westens, die in den 1960ern wieder hemmungslos in Vietnam, Algerien, dem Kongo und überall dort "herumbombten" oder Menschenschlächter installierten (s. Südamerika oder Indonesien), wo die Leute meinten, vielleicht nicht mehr wie Sklaven leben zu wollen, sondern auch einen Anspruch auf ein menschenwürdiges Leben – vielleicht sogar in einer Demokratie! – zu haben. Kaum jemand erinnert sich ja, dass Fidel Castro erst durch die kriegerische Haltung der USA (nach anfänglicher Unterstützung seines Trüppchens gegen den kubanischen Diktator*) in die Arme der Sowjetunion getrieben wurde, eigentlich aber eher eine Demokratie nach westlichem Vorbild angestrebt hatte. So wie die Somoza-Gegner in Nikaragua oder Allende in Chile …
Aber statt Freiheit und Demokratie herbei zu bomben – was bis heute nirgends geklappt hat –, meinten die Amis und ihre Vasallen ja, es wäre (für ihre Konzerne) besser, in den Ländern Diktaturen oder wenigstens Chaos herbei zu bomben … Tja, so ist er, der "Werte"-Westen …
*PS: Die "Granma", nach der heute noch die kubanische Parteizeitung benannt ist, und auf der Castros Trüppchen nach Kuba übersetzte, soll ja sogar der Ölfirma von Herbert G. W. Bush gehört haben und nach dem innerfamiliären "Kosenamen" seiner Frau Barbara benannt worden sein… go figure!