Was mit einem hohen, mit Jonas und Dürrenmatt unterlegten Allgemeinheitsanspruch eingeleitet wird, verengt sich im Lauf des Artikels immer mehr auf die Darstellung von Wegen zur Befriedigung von Bedürfnissen einer nicht übermässig breiten Schicht unter deutschen Grossstadtverhältnissen in der new economy Arbeitender. Das ist nicht uninteressant, aber denn doch deutlich zu kurz gehupft.
Schon nur in Deutschland ist die Problemspannweite eine weit grössere, die sich nochmals erheblich weitet, wird Stadtentwicklung global, also auch in nicht so affluenten Regionen, mitgedacht. Bei Kaltenbrunner verengt sich der Blick auf einige mehr oder minder innovative Beispiele für Nutzungskombination oder allgemeiner -offenheit, die aber nur unter sehr spezifischen Verhältnissen denkbar und irgendwie relevant sind. Urbane Funktionalität als solche kommt nicht wirklich in den Blick und schon gar nicht ausdifferenziert auf die unterschiedlichen Schichten / Klassen von Menschen unter den Bewohnern. Und so bleibt am Schluss das Gefühl einer gewissen Beliebig- und Belanglosigkeit. Schade, das Thema ist zentral.