Lies dir mal diesen Text durch und frag dich, ob einer, der so schreibt "Ideologie liefern" will oder womöglich die "legitime Kritik" an den Corona-Maßnahmen der Bundesregierung "zersetzen" möchte. Ich würde sagen: weder noch!
Ich glaube, er möchte nur einen einen ultimativen, wissenschaftstheoretischen Beitrag zur Politikwissenschaft oder besser gesagt zum Marxismus liefern. Mehr nicht.
"Der "Jude" diente den Nazis letztendlich zur ideologischen Personifizierung der gesellschaftlichen Realabstraktion des automatischen Subjekts, die den kapitalistischen Fetischismus konstituiert. In der jüdischen Weltverschwörung fungiert das antisemitische Wahnbild des Juden als das konkrete Subjekt der fetischistischen Selbstbewegung des Geldes.
Und daran, an diesem genozidalen Kern des modernen Antisemitismus, hat sich nicht viel geändert, wie es die aktuellen Beispiele illustrierten, wo immer noch jüdischen Finanzkapitalisten für Klima- oder Flüchtlingskrisen von Verschwörungsbewegungen verantwortlich gemacht werden.
Solange die Gesellschaft nicht die Kontrolle über ihren eigenen Reproduktionsprozess erlangt, solange die Menschen dem Fetischismus des Kapitals in all seinen Aggregatzuständen ausgesetzt sind, wird - gerade in Krisenphasen - solcher Verschwörungswahn, der das automatische Subjekt des Kapitals in Sündenböcken zu konkretisieren versucht, immer wieder - allen Tabus zum Trotz - Auftrieb finden. (Tomasz Konicz)