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Avatar von Georg Hopp
  • Georg Hopp

21 Beiträge seit 03.11.2014

Viel Lärm um Nichts....

Uhh, woran erkennt man das jemand viel sagt ohne etwas konstruktives beitragen zu wollen....?!? Vielleicht ja daran das Mammutphrasen gedroschen werden bei denen ein Satz einen ganzen Absatz füllt der zwar grossartig klingt, aber nur Quark enthält.

Als Beispiel der Ab-/Satz in dem Interview an dem ich vorläufig aufhören muss zu lesen da ich Kopfschmerzen bekomme:

Der Anschein der Autonomie ist für die Kulturarbeiterinnen und -arbeiter genau in dem historischen Moment zu einem wichtigen ideologischen Schleier geworden wie für andere avancierte Bereiche der neoliberalen Ökonomie, wo das Dispositiv von Kreativität und Entfaltung des Selbst zur ideologischen Begleitmusik steigender Zwänge zur Unterwerfung des Selbst unter den Zwang zu Optimierung und Verwertung der Arbeitskraft geworden ist.

Ich lege jetzt mal dar was ich hier verstehe.

Kulturschaffende unterliegen einem "Anschein der Autonomie" im Gegensatz zu "echter" Autonomie. Dieser ist in dem "historischen Moment", was vermutlich jetzt ist, ein "ideologischer Schleier". Uhh, das klingt gut. Dieser wird dann gleichgesetzt mit der "neoliberalen Ökonomie" in anderen (nicht kulturellen) Bereiche der Gesellschaft....
Wo ist denn da der Zusammenhang?!? Also über die "neoliberale Ökonomie" kann man vieles sagen, aber aus meiner Sicht ganz sicher nicht das sie schleierhaft wäre. Sie teilt ihre Ideen und Ziel sehr konkret mit.

So weit so schon schwurbelig genug, aber der Satz endet hier bedauerlicher weise noch nicht.... Im folgenden wird sehr blumig beklagt, dass die, wenn man so will, Richtlinie von "Kreativität und Entfaltung des Selbst", also Selbstverwirklichung sich wirtschaftlichen Zwängen unterordnen muss.

Ich, wie vermutlich die meisten anderen Menschen auch, teile die Meinung, dass das beklagenswert ist. Allerdings nicht nur für Kulturschaffende.

Vielleicht liegt es an meiner mangelnden Bildung, aber ich habe allein um diesen Ab-/Satz richtig zu verstehen etwa 10 Minuten gebraucht. Wenn man etwas zu sagen hat sollte man sich vielleicht so ausdrücken das man verstanden werden kann.

Vielleicht lese ich später weiter. Jetzt muss ich mich erst mal wieder den Zwängen unterordnen, damit ich meine Familie ernährt bekomme.

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  • Avatar von shandar
    • shandar

    mehr als 1000 Beiträge seit 25.06.2009

    Wenn es wenigstens Lärm wäre

    Antwort auf Viel Lärm um Nichts.... von Georg Hopp.

    "Verneint man diese Frage, dann müssen wir fragen, wie wir zugleich die rückschrittlichen Tendenzen in der Verfasstheit intellektueller Arbeit analysieren und an den in ihnen angelegten emanzipatorischen Hoffnungen festhalten können."

    Das könnte aus einem Woody-Allen Film stammen.
    Der gesamte Artikel ist schwer zu ertragen.

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  • Avatar von knarr
    • knarr

    mehr als 1000 Beiträge seit 14.05.2007

    Musik

    Antwort auf Wenn es wenigstens Lärm wäre von shandar.

    shandar schrieb am 08.07.2022 16:10:

    "Verneint man diese Frage, dann müssen wir fragen, wie wir zugleich die rückschrittlichen Tendenzen in der Verfasstheit intellektueller Arbeit analysieren und an den in ihnen angelegten emanzipatorischen Hoffnungen festhalten können."

    Das könnte aus einem Woody-Allen Film stammen.

    Obiges als spontan gedachte Antwort des Protagonisten im Bademantel auf die sich vor dem Spiegel laut gestellte Frage:
    »Verkörpere ich glaubhaft das Modell einer von den Stigmata von Entfremdung und Selbstzurichtung der Lohnarbeitsgesellschaft partiell befreiten Verhaltens- und Lebensweise?«

    Der gesamte Artikel ist schwer zu ertragen.

    *augenverdreh*

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  • Avatar von Doldur
    • Doldur

    mehr als 1000 Beiträge seit 08.01.2002

    Antwort auf Wenn es wenigstens Lärm wäre von shandar.

    shandar schrieb am 08.07.2022 16:10:

    "Verneint man diese Frage, dann müssen wir fragen, wie wir zugleich die rückschrittlichen Tendenzen in der Verfasstheit intellektueller Arbeit analysieren und an den in ihnen angelegten emanzipatorischen Hoffnungen festhalten können."

    Der Wille zur Analyse impliziert die Hoffnung, dass sich die rückschrittlichen Tendenzen letztlich umkehren liessen, könnte man sie kausal erfassen. Es herrscht hier also letzendlich kein Widerspruch, vielmehr setzt die Intention zur Analyse den Glauben an die Möglichkeit einer Beeinflussung zur Besserung voraus.
    Würde man diese Phrase stellvertretend für die in ihrer Häufung wenig beschränkten sonstigen Sophistereien im Artikel heranziehen, müsste man sich auch die Frage stellen ob die Kulmination intellektueller Vorgeblichkeit in inhaltsbefreiten Sprachschaum nicht mitbegründend für die tendenzielle Rückschrittlichkeit intellektueller Arbeit ist.

    tl;dr:
    Ich denke der hört sich gern reden, hat aber nicht viel zu sagen.
    Oder er trollt :P
    Wenn ich mir vorstelle, ein ganzes Buch in dem Stil zu lesen... Da wird mir klar, dass ich definitiv nicht zur Zielgruppe gehöre.

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  • Avatar von Bummi_ER
    • Bummi_ER

    mehr als 1000 Beiträge seit 09.06.2013

    Antwort auf Viel Lärm um Nichts.... von Georg Hopp.

    Danke für die Übersetzung.
    Ich habe den Text inhaltlich nicht vollständig erfassen können.

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  • Avatar von knarr
    • knarr

    mehr als 1000 Beiträge seit 14.05.2007

    Brot und Lieder

    Antwort auf Re: Wenn es wenigstens Lärm wäre von Doldur.

    Zur Zielgruppe bekennend möchte ich berichten, die Bestellung des Produktes in einer Lieblingsbuchhandlung lieferte kraft der Lieferzeit eine spontane zweiwöchige Vorfreude.

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  • Avatar von knarr
    • knarr

    mehr als 1000 Beiträge seit 14.05.2007

    Sommernächterätsel

    Antwort auf Brot und Lieder von knarr.

    Noch im Sortiment besagter Lieblingsbuchhandlung steht unter dem Artikel nicht mehr "2 Wochen Lieferzeit", sondern "Vorbestellen". Bei der ungleich größeren Buchhandelskette Thalia gar nicht im Sortiment. Die anfängliche Vorfreude droht nun durch Einzug verschwörungstheoretischen Denkens die dynamische Stabilisierung der vermeintlichen Ordnung permanenten Selbstbetrugs zu gefährden, das 12. Kapitel klingt als könne es mir gerade gegen den absurden Wunsch nach einem hilfreichen Handbuch weiterhelfen... "Progressive Desillusionierung und Selbstermächtigung. Durchquerung des Phantasmas, Revision der Erwartungen".

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