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Avatar von erregt Repeater
  • erregt Repeater

101 Beiträge seit 26.11.2018

Idealismus vs. finanzielle Auskömmlichkeit

Das Leben ist kompliziert. Warum gehen wir arbeiten? Und warum genau in diesem oder jenem Job?
Ich behaupte mal, die meisten von uns MÜSSEN arbeiten gehen, weil sie Miete oder den Kredit abzahlen müssen. Das Leben ist nicht umsonst und die wenigsten verfügen wohl über ein Erbe, dass es erlaubt niemals arbeiten zu müssen.
Dann aber: Warum arbeite ich als Journalist, Arzt, Ingenieur, Bäcker, Maler, Schauspieler etc etc.
Ich behaupt nun weiter, dass hier die "Berufung" liegt. Man möchte gewissen Sachen, die man interessant findet oder die einem sogar "purpose" und "meaning" geben, seine Zeit widmen.
Unser kapitalistisches System führt nun diese beide Dinge zusammen. Das System gibt allen Dingen, Menschen und Zeit usw. einen Wert. Gerade im medizinisches Bereich tuen sich da Abgründe auf. Der H. Eid und das Gesetz lassen es nicht zu medizinische Hilfe zu unterlassen. Ein Mensch muss immer versorgt bzw. "gerettet" werden. Der Kapitalismus sagt aber: naja, bis zu einem gewissen Preis. Dann wird es zu teuer. Dass das medizinische Personal an diesem Dilemma verzweifelt ist nachvollziehbar.
Zu Journalisten: Alle Menschen wollen in der ein oder anderen Form in unterschiedlichem Maße informiert werden. Die Informationen werden mittlerweile nicht mehr nur von Journalisten bereitgestellt. Der journalistische Beruf hat an Wert verloren, da seine "Ware" leichter beschafft und geteilt werden kann, quasi umsonst. Würde Brot auf ähnliche Weise quasi frei zur Verfügung stehen, gäbe es keine Bäcker mehr. Aber es gäbe trotzdem Menschen, die für ihr Leben gerne Brot backen und sich davon nicht abhalten lassen. Sie könnten nur davon ihre Miete nicht mehr zahlen...

TL;DR: Das Leben ist kompliziert. Ich habe tatsächlich keine Ahnung, wie das weitergehen oder sogar "fair" gestaltet werden soll. Vielleicht geht es nicht anders?

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    • unbekannter Benutzer

    219 Beiträge seit 20.08.2023

    Antwort auf Idealismus vs. finanzielle Auskömmlichkeit von erregt Repeater.

    erregt Repeater schrieb am 16.02.2024 10:23:

    Zu Journalisten: Alle Menschen wollen in der ein oder anderen Form in unterschiedlichem Maße informiert werden. Die Informationen werden mittlerweile nicht mehr nur von Journalisten bereitgestellt. Der journalistische Beruf hat an Wert verloren, da seine "Ware" leichter beschafft und geteilt werden kann, quasi umsonst.

    Der Punkt ist doch, dass das, was Journalisten heutzutage liefern, eben keine bezahlenswürdige Mehrleistung mehr ist. Das war vllt. noch der Fall, als Journalisten nach ihrem Berufsethos gehandelt haben ("mache dich mit keiner Sache gemein, auch keiner Guten") und man ihnen somit - auf Erfahrung basierend - im Zweifel einfach glauben konnte.
    Heutzutage ist das aber nicht mehr so... auch nicht in den ganz großen Häusern.
    Da wird dann z.B. ein nicht belegter Bericht einer regierungsnahen NGO zu Fakten hochstilisiert und daraus ein Staatsskandal konstruiert. Und den steigert man dann selbst so lange, bis daraus "die wollen Deutsche deportieren, bitte geht nun demonstrieren" wird.

    Das ist halt unseriös und sorgt dafür, dass man den Glauben an die Leute verliert. Denn wenn sie hier lügen, dann lügen sie sicher woanders auch. Nur gibt man halt für Lügen nicht freiwillig Geld aus...

    Würde man wieder redlich arbeiten, könnte sich das Problem von selbst lösen... aber das will/kann man wohl nicht.

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  • Avatar von Nemo21
    • Nemo21

    436 Beiträge seit 15.01.2023

    Antwort auf Idealismus vs. finanzielle Auskömmlichkeit von erregt Repeater.

    Vielleicht einfach den Menschen mal mehr Spielraum und Anerkennung der Berufung (!) einräumen, anstatt sie einfach im Job auszuplündern?

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