Was Suchsland hier leistet, ist ein erster Annäherungsversuch an eine in deutschen Bewusstseinen weitgehend abgespaltene Seite deutscher Barbarei im Zweiten Weltkrieg, als solcher verdankenswert. Dem sollte noch viel mehr folgen, die Fixierung auf den Holocaust - Faschismus erschöpft sich nicht in Judenhass - muss zugunsten einer breiteren Sicht aufgegeben werden. Das wäre zentral für eine Aussöhnung mit Russland, die erst dieses Grauen endgültig beenden könnte.
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Re: Mir war gar nicht bewusst, wie wenig den Deutschen dies bewusst ist
Antwort auf weiter so von Pnyx (1).
Ich damit quasi aufgewachsen. An dieser Stelle muss ich wohl meinen friedensbewegten Eltern danken. Die Gräueltaten der Deutschen in der Sowjetunion waren mir schon als Kind genauso bewusst wie die Gräueltaten der Amerikaner in Vietnam oder gegen ihre Ureinwohner oder den afrikanischen Sklaven. Und ich wurde nicht etwa indoktriniert, sondern war ein sehr neugieriges Kind, dass ständig wissen wollte und Fragen stellte. Meine Eltern nahmen das ernst, ich bekam nie ein "dafür bist Du noch zu klein" zu hören. Besonders mein Vater nahm sich Zeit.
Andere Dinge musste ich mir erst später aneignen, vor allem die Rolle Britanniens und Frankreichs in der Geschichte, aber meine Eltern waren dafür wohl einfach zu frankophil und zu große Beatles-Fans. Aber offenbar sind die Menschen um mich herum noch viel ignoranter und dümmer, was ihre eigene Geschichte angeht, als ich das sowieso schon seit meiner Jugend glaube.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (27.06.2021 19:57).
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Re: Mir war gar nicht bewusst...
Antwort auf Re: Mir war gar nicht bewusst, wie wenig den Deutschen dies bewusst ist von Feuerwurst.
Es ist natürlich unangenehm, vom hohen moralischen Ross immer mal wieder heruntergestossen zu werden. Wenn man in der Geschichte so richtig hinschaut, entdeckt man unzählige Untaten unzähliger Urheber. Es gibt für kein Volk einen Grund, sich für etwas Besseres zu halten, aber ebensowenig muss eines dauernd in Sack und Asche gehen. Es würde reichen, die alten Gräuel anzuerkennen und sich zu bemühen, keine neuen zu begehen.
Der heutige Militarismus macht allerdings nicht optimistisch...