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  • Sanherib123

mehr als 1000 Beiträge seit 07.08.2011

Die Sichtweise der Sowjets

bzw. heute der Russen, Kasachen, Usbeken usw. auf diesen Krieg wird bis heute hier zu Lande nahezu ausgeblendet und das finde ich schon erstaunlich. Das macht man m. E.um sich seine eigenen Mythen zurecht zu zimmern, wie das Zustande kommen des Hitler Stalin Paktes den Überfall auf Polen erst möglich machte und ähnliches. Man hat ja nicht umsonst das neue Dokumentationszentrum für Vertreibung am 21. Juni 2021 mit einem Staatsakt eingeweiht, wobei das Schicksal der 12 bis 14 Millionen Deutschen, die am Ende des Zweiten Weltkriegs ihre Heimat verlassen mussten, dem Vernehmen nach den Schwerpunkt der Arbeit des Vereins darstellen soll. Schon am Datum der Einweihung kann man erkennen was man erwarten darf. Vielleicht wird ja dem nächst der kausale Nexus zu neuen Leben erweckt oder die Präventivkriegsthese, wer weis.

mfg
Sanherib123

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    mehr als 1000 Beiträge seit 29.12.2013

    Täter interessieren sich nicht für die Sichtweise ihrer Opfer

    Antwort auf Die Sichtweise der Sowjets von Sanherib123.

    Wer auf Revanche aus ist, wieder eine "Neuordnung im Osten Europas" zum Ziel erklärt, in seiner Kriegsdoktrin wieder ankündigt, "die osteuropäischen Völker zu integrieren" und vom Endsieg ("Ich bin hundert Prozent überzeugt, dass wir mit unseren Prinzipien siegen werden.") träumt, den stört natürlich die Sichtweise der Opfer nur. BRD-Vergangenheitsbewältigung heißt, wieder Bomben auf Serben und Russen zu werfen.

    Adenauer proklamierte "die 'Neuordnung im Osten Europas' als
    eines der drei wichtigsten Ziele seiner Politik."
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41760702.html

    Hallstein, Nazi-Jurist und Staatssekretär im Auswärtigen Amt, auf
    einer Pressekonferenz in Washington 1952:
    "Ich betrachte als Endziel bei der Vereinigung Europas den
    Zusammenschluß aller Teile des Kontinents bis zum Ural."
    http://bit.ly/o7q3PG

    "The BND, the West German intelligence service under former Wehrmacht
    Gen. Reinhard Gehlen, formed a new relationship with Bandera. It was
    a natural union. During the war, Gehlen’s senior officers argued that
    the USSR could be broken up if only Germany wooed the various
    nationalities properly. Bandera had continued lines into the Ukraine,
    and in March 1956 he offered these in return for money and
    weapons.71"
    http://www.archives.gov/iwg/reports/hitlers-shadow.pdf

    "Zwischen Halbmond und Hakenkreuz"
    https://www.youtube.com/watch?v=hdZ7rhZRYm4&t=120

    In BRD-Strategiepapieren steht dazu:
    "Nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes muß eine stabile Ordnung auch
    für den östlichen Teil des Kontinents gefunden werden. Daran hat
    Deutschland ein besonderes Interesse, weil es aufgrund seiner Lage
    schneller und unmittelbarer als andere von den Folgen östlicher
    Instabilität betroffen wäre.
    ...
    Ein stabilitätsgefährdendes Vakuum, ein Zwischen-Europa darf es nicht
    wieder geben. Ohne eine solche Weiterentwicklung der
    (west-)europäischen Integration könnte Deutschland aufgefordert
    werden oder aus eigenen Sicherheitszwängen versucht sein,die
    Stabilisierung des östlichen Europa alleine und in der traditionellen
    Weise zubewerkstelligen.
    ...
    Seine Lage, seine Größe und sein enges Verhältnis zu Frankreich
    verleihen Deutschland eine besondere Verantwortung für die
    Integrierung des östlichen Teils Europas und die Chance, eine für
    sich und Europa gute Entwicklung maßgeblich zu befördern.

    Mit der Übernahme der Präsidentschaft der Union am 1. Juli 1994 hat
    für Deutschland eine lang währende große Anstrengung begonnen, um
    dieses Ziel zu erreichen.

    III. Was ist zu tun? - Vorschläge
    ...
    • die Stärkung der außen- und sicherheitspolitischen
    Handlungsfähigkeit der Union,
    • die Erweiterung nach Osten."
    https://web.archive.org/web/20150812070211/https://www.cducsu.de/uplo
    ad/schaeublelamers94.pdf
    https://www.heise.de/forum/p-28488383/

    BRD-Kriegsdoktrin 1992:
    "(8) Aufrechterhaltung des freien Welthandels und des ungehinderten
    Zugangs zu Märkten und Rohstoffen in aller Welt im Rahmen einer
    gerechten Weltwirtschaftsordnung"
    "Ohne Deutschland ist es unmöglich, die osteuropäischen Völker zu
    integrieren."
    "Vertiefung und Erweiterung der europäischen Integration
    Entwicklung Europas zum globalen Akteur
    Stabilisierung der östlichen Reformprozesse
    Reform der transatlantischen Partnerschaft
    Fortentwicklung der euro-atlantischen Institutionen"
    http://www.ag-friedensforschung.de/themen/Bundeswehr/vpr1992.html

    "Generalstabsoffizier Reinhard Herden, Bereichsleiter für Analysen
    und Risikoprognosen des Amtes für Nachrichtenwesen der Bundeswehr,
    nach intensivem Gedankenaustausch mit Angehörigen der
    US-amerikanischen Military Intelligence Community in einem
    offiziellen Organ der Bundeswehr bereits 1996
    ...
    «Das 21. Jahrhundert wird die Ära eines neuen Kolonialismus sein ...
    Die Kolonien der Zukunft werden vor allem Ressourcenlieferanten und
    Absatzmärkte für die Kolonialmächte sein. ... Die Regierungen der
    reichen Staaten werden physische und digitale Sicherheitskorridore
    für den Abtransport von Bodenschätzen und den Handel sowie zu
    Informationszwecken einrichten und überwachen.»"
    http://www.ag-friedensforschung.de/themen/Bundeswehr/woit.html

    "Deutsche Machtambitionen
    Die ideologische Grundposition des deutschen Imperialismus zur
    Expansion seines Einflußbereiches markierte der damalige
    BRD-Außenminister Klaus Kinkel bereits 1993, indem er in einem
    außenpolitischen Grundsatzartikel feststellte: »(N )ach außen gilt es
    etwas zu vollbringen, woran wir zweimal zuvor gescheitert sind: im
    Einklang mit unseren Nachbarn zu einer Rolle zu finden, die unseren
    Wünschen und unserem Potential entspricht. ... Wir sind aufgrund
    unserer Mittellage, unserer Größe und unserer traditionellen
    Beziehungen zu Mittel- und Osteuropa dazu prädestiniert, den
    Hauptvorteil aus der Rückkehr dieser Staaten nach Europa zu
    ziehen.«[16] Aufschlußreich ist dabei, mit welcher
    Selbstverständlichkeit Kinkel hier die aktuellen Ambitionen der BRD,
    den »Hauptvorteil« aus der EU-Integration zu ziehen, angesichts
    zweier vom Deutschen Reich verschuldeter Weltkriege als quasi dritten
    Versuch hinstellt, die »traditionellen Beziehungen zu Mittel- und
    Osteuropa« zu pflegen."
    http://www.ag-friedensforschung.de/themen/Weltordnung/woit.html

    "Der damalige Bonner Verteidigungsminister Volker Rühe habe im März
    1993 als erster öffentlich erklärt, das Kriegsbündnis auf mehrere
    Staaten Osteuropas ausdehnen zu wollen, berichtet Brill. Damals habe
    Washington höchst skeptisch auf die deutschen Vorschläge reagiert;
    die Osterweiterung sei Politik "Made in Germany" gewesen. Die USA
    hätten ihre Strategie jedoch im Laufe der folgenden Jahre angepasst.
    Heute sei eine stets weiterrückende NATO-Osterweiterung "für die USA
    (...) Teil ihrer Globalstrategie im Kampf um Eurasien", konstatiert
    der Oberstleutnant der Reserve."
    http://www.davidnoack.net/ostukraine.html
    Ab Seite 36:
    "Die NATO-Osterweiterung und der Streit um Einflusssphären in Europa"
    http://www.bmlv.gv.at/pdf_pool/omz/oemz2009_06.pdf

    CSU-Führer Waigel 1989:
    "Mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 ist das Deutsche Reich nicht untergegangen. Es gibt keinen völkerrechtlich wirksamen Akt, durch den die östlichen Teile des Deutschen Reiches von diesem abgetrennt worden sind."
    https://www.youtube.com/watch?v=4Pww5dUxDW4

    Die deutschen Imperialisten wollten schon Krieg gegen Russland als es noch gar kein Deutschland gab:
    "Debatten zu Südosteuropa in der Paulskirche
    Klaus Thörner
    ...
    Noch weiter als Moering ging ein Parlamentarier, der die Schaffung eines »mitteleuropäischen Riesenstaates« zu Deutschlands »Mission« erhob. Dieser »Riesenstaat mit einer Bevölkerung von 70 bis 100 Millionen« solle »gerüstet gegen Osten und Westen, gegen die slawischen und lateinischen Völker« dastehen, den Engländern die Seeherrschaft abringen und »das größte und mächtigste Volk auf diesem Erdenrunde« werden (RfdN, Bd. 4: 2882). [ 6 ]
    ...
    Ein anderer Parlamentarier sprach vom »heiligen Krieg«, der ohnehin irgendwann »zwischen der Kultur des Westens und der Barbarei des Ostens« ausgetragen werden müsse (Wollstein 1977: 303). [ 41 ] Ein weiterer erklärte: »Wenn es je zum Kriege kommen sollte, dann käme es zu einem Kriege zwischen Deutschen und Slaven« (RfdN, Bd. 4: 2779). [
    42 ] Heinrich von Gagern schrieb im Rückblick über die Periode der bürgerlichen Revolution:

    Der Krieg mit Rußland – um der Ostsee und der Ostseeprovinzen willen – um Polens – um der Donau und der orientalischen Verhältnisse … war der populärste durch ganz Deutschland (zit. n. Valentin 1977, Bd. 1:544).

    Bakunin berichtete, »das sinnlose Geschrei der Deutschen gegen die Slawen« sei 1848/49 am lautesten im Frankfurter Parlament zu vernehmen gewesen. Dies hätte nichts mehr mit Demokratie zu tun gehabt, sondern sei »der Ruf des deutschen nationalen Egoismus« gewesen. Die Deutschen seien seit langem gewohnt gewesen, die »Slawen« als ihre Leibeigenen zu betrachten und verträten die Auffassung, sie müßten jene »unter dem Stock halten«, um sie zu disziplinieren (zit. n. MEW 18: 609). Bakunin bemerkte:

    In diesem Haß gegen die Slawen, in dieser Slawenfresserei waren sich sämtliche Parteien (1848/49) ausnahmslos einig; … am lautesten schrieen die Demokraten gegen die Slawen: in Zeitungen und Broschüren, in Parlamenten und Volksversammlungen, in den Klubs, den Bierkneipen und auf der Straße… Es war ein solcher Lärm, ein so unaufhörlicher Sturm, daß die Slawen, wenn das deutsche Geschrei
    jemanden töten oder beschädigen könnte, schon längst allesamt umgekommen wären (Bakunin 1973: 137 f.).

    Den Hass auf Rußland bezeichnete Bakunin als eine »der stärksten Nationalleidenschaften Deutschlands« (zit. n. MEW 18: 613).

    Die Redebeiträge der Paulskirchenversammlung dokumentieren, wie sehr eine angebliche »slavische Gefahr« als Bedrohung der deutschen Kultur und der deutschen Wirtschaftskraft betrachtet wurde. Sechs Jahrzehnte später wurde diese Gefahr zum Begründungsmuster für die angebliche Notwendigkeit des Ersten Weltkrieges (Lammich 1978: 3, 5)."
    https://web.archive.org/web/20090404001504/http://www.isf-freiburg.org/verlag/leseproben/thoerner-suedosten_lp1.html

    "Das ist ein als »Geheime Reichssache« bezeichneter Aktenvermerk vom
    16. Juli 1941 über eine Besprechung im Hauptquartier des Führers
    betreffend den Krieg im Osten.
    ...
    Die Bildung einer militärischen Macht westlich des Ural darf nie wieder in Frage kommen und wenn wir hundert Jahre darüber Krieg führen müßten. Alle Nachfolger des Führers müssen wissen: die Sicherheit ist nur dann gegeben, wenn westlich des Ural kein fremdes Militär existiere; den Schutz dieses Raumes vor allen eventuellen Gefahren übernimmt Deutschland."
    https://web.archive.org/web/20111106095803/http://docusec.de/text/0289.htm

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