Die Bauern fahren mit ihrem Traktor nicht in den Urlaub. Sie werden danach wohl genauso viel Diesel verbrauchen wie zuvor.
Wieso spielt das CO2 in dieser Diskussion eine Rolle?
Die Bauern werden die Kosten an die Verbraucher weitergegeben.
Es geht also nur darum, Einnahmen zu generieren.
Was mir nicht klar ist...
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Antwort auf Was mir nicht klar ist... von Ammerländer.
Die Bauern können die Preiserhöhungen nicht weiter geben, außer in der Direktvermarktung.
Die Direktvermarktung ist aber ein kleines Luxussegment, dort spielt die Preiserhöhung keine große Rolle, dort wird vor allem. neben den landw. Produkten, Moral und Weltbild verkauft.
Die sonstigen Preis für landw. Produkte werden an den Rohstoffbörsen gemacht. Bauern sind im Prinzip nur Ablieferer, Spielraum zum Handel gibts da kaum.
Was passieren wird, der Strukturwandel erhält eine weitere Beschleunigung. Noch mehr kleinere private Betriebe werden aufgeben, udn die großen Agrarkonglomerate, wie die exKolchosen im Osten, werden sich weiter ausdehnen. Die Industrialisierung der LW, mit all ihren Folgen für Umwelt und Gesellschaft, wird sich weiter bescheunigen. -
Antwort auf Was mir nicht klar ist... von Ammerländer.
Sie werden danach wohl genauso viel Diesel verbrauchen wie zuvor.
Alle Ökonomen fordern eine CO2-Bepreisung aus genau dem Grund, weil sie einen Effekt hat.
Die FDP und Union führen sie immer wieder an als Alternative zu der "Verbotspolitik" (obwohl wsl nur oberflächlich, weil sie für ihr Wählerklientel/Klimaschutz am liebsten gar nichts machen würden).
Der Effekt ist mittel- und langfristig und geht von Effizienz bis zu Wechsel der Technologie.
Dass die Preise weitergegeben werden (müssen), ist kein bug, sondern feature: So regelt es der Markt, bzw wir als Kunden mit dem Kaufverhalten.
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Antwort auf Re: Was mir nicht klar ist... von marenghi.
marenghi schrieb am 17.12.2023 08:37:
Sie werden danach wohl genauso viel Diesel verbrauchen wie zuvor.
Alle Ökonomen fordern eine CO2-Bepreisung aus genau dem Grund, weil sie einen Effekt hat.
Die FDP und Union führen sie immer wieder an als Alternative zu der "Verbotspolitik" (obwohl wsl nur oberflächlich, weil sie für ihr Wählerklientel/Klimaschutz am liebsten gar nichts machen würden).
Der Effekt ist mittel- und langfristig und geht von Effizienz bis zu Wechsel der Technologie.
Dass die Preise weitergegeben werden (müssen), ist kein bug, sondern feature: So regelt es der Markt, bzw wir als Kunden mit dem Kaufverhalten.
Es hat nur den einen Effekt, das die heimischen Produkte teuerer werden und das dann Auslandsware hier mehr verkauft wird.
Beim Transport der Auslandsware ist dann das CO2 wieder egal? -
Antwort auf Re: Was mir nicht klar ist... von marenghi.
marenghi schrieb am 17.12.2023 08:37:
Sie werden danach wohl genauso viel Diesel verbrauchen wie zuvor.
Alle Ökonomen fordern eine CO2-Bepreisung aus genau dem Grund, weil sie einen Effekt hat.
Die FDP und Union führen sie immer wieder an als Alternative zu der "Verbotspolitik" (obwohl wsl nur oberflächlich, weil sie für ihr Wählerklientel/Klimaschutz am liebsten gar nichts machen würden).
Der Effekt ist mittel- und langfristig und geht von Effizienz bis zu Wechsel der Technologie.
Dass die Preise weitergegeben werden (müssen), ist kein bug, sondern feature: So regelt es der Markt, bzw wir als Kunden mit dem Kaufverhalten.
Schweden und die Schweiz haben bereits vor längerer Zeit eine CO2-Steuer eingeführt. Ich habe mir vor einigen Jahren mal die Kurven mit den CO2-Emissionen über der Zeit besorgt. Eigentlich sollte man nach der Einführung der CO2-Steuer einen Knick oder einen Übergang zu einer anderen Steigung sehen. Man sieht aber nichts.
Meine Stromkosten haben sich beim Wechsel von der Schweiz nach Deutschland mehr als verdoppelt. Mein Stromverbrauch ist praktisch gleich geblieben. Keinerlei Steuerungswirkung.
Ich habe dies Prof. H.-W. Sinn bei einer Veranstaltung vorgehalten. Er hat nur mit den Schultern gezuckt und etwas von Infragestellen der Grundlagen der VWL gemurmelt.
Eine Steuerungswirkung gibt es nur, wenn die Nachfrage elastisch ist. Das ist sie aber beim Stromverbrauch der Haushalte und auch beim Dieselverbrauch der Bauern nicht. -
Antwort auf Re: Was mir nicht klar ist... von Ammerländer.
Ich würde zuerst nicht unbedingt erwarten, dass es es einen simplen Knick eines unbereinigten Messwertes gibt.
Bsp.: Hat ein Land ein Wirtschaftswachstum, oder die Leute mehr Geld zur Verfügung als vorher, oder ein Winter kälter als der vorhergehende (bei Heizen mit Strom) oder... wird man keinen Knick in einer statistisch diese Faktoren nicht kontrollierten Kurve sehen, obwohl von einem aufs andere Jahr ein CO2-Preis eingeführt wurde.
Der banale Grund, warum man bei der Schweiz sowieso keinen erwartet hat: Der Preis ist für Schweizer lächerlich niedrig.
Richtig gemacht hat ein Preis Lenkungswirkung, dafür gibst zig Beispiele. Selbst relativ unsystematisch erzeugte Unterschiede, bspw Höhe des Benzinpreises in verschiedenen Ländern, zeigt deutliche Wirkungen: Bei uns hat die Industrie immer effizientere Motoren produziert und die Leute schauen zumindest ansatzweise etwas auf dem Verbrauch - während in anderen Ländern da noch einige für die gleiche Leistung mit 30+% Mehrverbrauch durch die Gegend sprudeln.
Und das ist bei einem ziemlich emotional besetzten Thema (für Deutsche), bei denen Privatpersonen nicht sehr rational handeln.
Bei Firmen die rationaler handeln, auch TCOs betrachten, ist der Effekt noch unverstellter.
Ich hab in der anderen Antwort https://www.telepolis.de/forum/p-43453463/ mal paar Beispiele aufgezählt, wie viele Möglichkeiten es gibt, dass nicht nur die Nahcfrage auf Privatkundenseite bei sowas wie "Spritverbrauch/Autofahren" elastisch sein - sondern eben auch die Anbieterseite darauf reagieren kann.
Die Reflexaussage "die Leute können 0,0% kurz- und langfristig ändern, und die Anbeiter auch nicht" ist halt wirklich recht kurz gedacht.