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  • Prager Münzkonsortium

mehr als 1000 Beiträge seit 10.07.2022

F16 der nächste logische Schritt.

Da die Leoparden ohne Luftwaffe nicht ganz so wirksam sind, wird die nächste, unvermeidliche Diskussion die über Kampfjets sein. Gerüchteweise war schon zu hören, das Kampfpiloten bereits in den USA ausgebildet würden. Aber kann natürlich eine Ente sein.

Natürlich werden demnächst 300% der Leoparden, ähnlich wie bei den Himars und PzH 2000 abgeschossen sein von der heroischen, unbesiegbaren russischen Armee :-)

Nichts desto trotz sollte man realistisch sein. Die zunächst in homöpathischen Dosen gelieferten Panzer / Spz können helfen, dass die Ukraine sich weiter verteidigt. Die avisierten Anzahlen sind aber weit weg von Gamechanging Zahlen. Es sieht nicht so aus, dass eine Seite hier die Oberhand gewinnt. Allerdings scheinen sich die Verluste der russischen Seite - die sich das allerdings auch eher leisten kann - bereits jetzt erheblich höher zu liegen als die ukrainischen. Eine normale Folge des Kriegshandwerks. Der Angreifer verliert i.d.R. mehr, muss auch mit mehr angreifen, insb. wenn sich der Gegner - wie hier - tief eingegraben hat. Modernere Waffen dürften - selbst wenn sie nicht top-modern sind - das Verhältnis weiter zuungunsten Russlands verschieben. Ein T64 hat gegen einen Leopard A4 eben keine Chance, genauso wie beide gegen modernste Panzerabwehrraketen ihre Probleme haben.

Es scheint unvermeidlich, dass auch die europäische und deutsche Industrie auf Kriegsproduktion analog der russischen umstellt, vielleicht nicht in dem Maße - weil nicht nötig - aber doch eher. Manufakturarbeit um einzelne Panzer zu kreieren wird zur Serienfertigung. Das sollte bei entsprechendem Willen schneller möglich sein, als in Russland. Sprich hier wird sich die 20fach höhere Wirtschaftsleistung und Flexibilität des Westens auswirken. Wenn denn der Wille da ist - der aber im Moment zu wachsen beginnt.Dann kann es allerdings schnell gehen - Beispiel Tesla Grünheide. Ich erinnere hier an die Produktionsziffern der USA im 2. Weltkrieg - Steigerung von 1400 Kampfflugzeugen 1941 auf 24.000 1942, bis 74.000 in 1944, bei Panzern noch steiler. Auch der Westen könnte hier auf die Strategie gehen eine einfachere, billige Massenfabrikation von z.B. Drohnen etc. anzuschieben, der Russland schlicht nichts entgegenzusetzen hat.

Da die Ukraine nicht viele andere Möglichkeiten hat, als sich zu verteidigen, mit dem was sie geliefert bekommt und offensichtlich auch der Wille dazu da ist, hat Russland vermutlich nur noch dieses Frühjahr / Sommer die Chance die Ukraine zu überrennen, bevor zuviele moderne Waffensysteme geliefert sind, die solches verhindern. Vermutlich kippt es aber bereits im Sommer zuungunsten Russlands, auch aufgrund der vermutlichen Verluste durch Frühjahrsoffensiven.

In welche Richtung es kippt, ist an sich aber unerheblich, denn Russland hat schon jetzt verloren. Militärisch hat es gezeigt, das es ein Papiertiger ist, Wirtschaftlich hat es sich massiv geschadet, wird auf lange Sicht mit deutlichen Discounts seine fossilen Rohstoffe verkaufen müssen, die das Fundament des Staatshaushalts waren, politisch ist es isoliert - nur 5 Länder unterstützen es. Selbst wenn sie die Territorien der Ukraine zunächst unter schweren Verlusten erobern, werden diese Gebietsgewinne von niemandem anerkannt und vermutlich ein ziemliches Problem in der Beherrschung. Strategisch hat es jetzt eine deutlich längere Grenze zur NATO, die zudem auch ihre Militärproduktion extrem ausweiten wird, bei der Russland nicht ansatzweise mithalten wird können. In Mittel/Zentralasien und im Kaukasus verliert Russland schon jetzt an Einfluss.

Das einzige was es einigermaßen aus dem Krieg kommen ließe, wäre ein Rückzug auf die Linien vom Februar, weil es dann für die Ukraine schwer wäre einen Waffenstillstand auf dieser Basis abzulehnen. Evtl. könnten dann einige Sanktionen abgemildert werden.

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