Man hat seit 20 Jahren jährlich gute Exportüberschüsse. Und trotzdem scheint das durchschnittliche Geldvermögen (nur dieses kann da zählen, weil Importe bereits bezahlt sind) nicht adäquat zugenommen zu haben.
Stellt sich die Frage: Wo ist die Kohle hin? Der durchschnittliche Zuwachs an Barvermögen pro Nase müßte jährlich vierstellig sein. Ist er aber nicht.
Investitionen im Ausland? Müßten bei einer Verzinsung von 5% mittlerweile jährlich einmal den Exportüberschuß an Geld nach D fließen lassen.
Es bleibt also nur der Export von Geld ohne Gegenleistung. Sei es über ins Ausland abfließende Gewinne, sei es durch kräftiges Verschenken von Geld ins Ausland.
Hinweis: alleine durch die EU-Mitgliedschaft und die Nettozahlerfunktion Deutschlands in der EU würde bei einer ausgeglichenen Export/Importbilanz (also keine Exportüberschüsse oder -defizite) zu einem substanzzehrendem Defizit führen, und zwar von rund 20 Milliarden im Jahr.
Sieht man sich dann noch die Abflüsse der (ich nenne sie mal "sekundäre bzw informelle" Entwicklungshilfe) hier erwirtschafteten Einkommen von Ausländern in ihre Heimatländer (die ich grundsätzlich für positiv erachte, so sie aus legaler Arbeit resultieren) an, dann würde man auf ein finanzielles Bilanzdefizit von vielleicht 50 Milliarden pro Jahr über alle Auslandszahlungen (Einwicklungshilfe, EU-Beiträge, sonstige Hilfen oder Zahlungen) kommen. Dazu noch abfließende Gewinne aus wirtschaftlicher Tätigkeit (Unternehmensgewinne/Renditen) und wir können noch mindestens eine eins, eher noch eine zwei vor die 50 setzen. Das sind überschlägig 5% des BIP pro Jahr.
In 20 Jahren würde sich D also zusätzlich zur Staatsverschuldung noch mit einem JahresBIP im Ausland verschulden, wenn D keinen entsprechenden Exportüberschuß ausweist.
Das sollten sich die Schmalspurökonomen ("Exportüberschüsse sind böhse!") mal ganz gemütlich in den Bregen hämmern.