... auch demokratisch denkende und handelnde Menschen und deren gewählte Politiker sich gegen klimaschutzpolitische Maßnahmen entscheiden?
Ich verstehe die Gegenüberstellung nicht: Demokrat vs Autokrat == Klimaschützer vs Klimasünder. Das ist Framing und es ist Quatsch. Im Gegenteil: mir kommt es eher so vor, als ob der Klimaschutz eine völlig verkopfte Angelegenheit ist, bei der ausschließlich demokratisch gewählte Politiker undemokratische Entscheidungen treffen. Denn schaue ich nur mal nach Deutschland, dann wurden den Grünen ganze 12% der Stimmen der Wähler abgegeben. Vorausgesetzt, man setzt Klimaschützer mit Grünen gleich, was zumindest zu hinterfragen wäre eingedenk der Tatsache, dass man relativ sauberes Pipelinegas aus Russland mit Umweltsündefrackinggas aus den USA ersetzen möchte.
Würde man die Nichtwähler angemessen berücksichtigen, kämen die Grünen auf keine 10% Stimmanteil. FDP, CDU und AfD sind keine klassischen Klimaschutzparteien und sowohl SPD als auch Linke sollten eigentlich zuerst an den kleinen Mann und die kleine Frau denken, die den ganzen Spaß am Ende ja finanzieren müssen mit ihrer Hände Arbeit.
12% Grüne "Klimaschützer" vs 88%, denen das Klima nur sekundär oder gar völlig egal ist. Damit ist zumindest für Deutschland doch die Aussage, dass Klimaschutz keine demokratische Mehrheit hat unter der Bevölkerung! Auch wenn man sich die aktuelle Problematik mit der Energieversorgungssicherheit (Gas, Strom) und den explodierenden Kosten für diese Dinge anschaut, die bröckelige Kraft der mittelständischen Unternehmen, die von Insolvenzwellen bedroht sind - der Klimaschutz rutscht weg von "nice to have" zu "bleib mir weg damit". Also selbst in fetten Zeiten ist für die Masse der Klimaschutz nur von sekundärer Wichtigkeit und je länger die Dauerkrisensituation andauert (Corona, Krieg, Energie, ...) desto weniger wichtig ist das Thema. Und bevor wer was von "Erst das Fressen, dann die Moral" platziert, dem sei empfohlen, sich mit der Bedürfnispyramide nach Maslow auseinanderzusetzen. Solange die Grundbedürfnisse nicht erfüllt sind, sind die höheren Bedürfnisse einfach unwichtig. Klimaschutz läuft wahlweise unter "Selbstverwirklichung" (weil man seinen Teil beitragen will) oder Luxus (leistet man sich, wenn man was übrig hat). Aber wenn schon Nahrung und Getränke immer teurer werden, wenn die Energieversorgungssicherheit auf den Spiel steht, wenn der soziale Unfriede greifbar ist, damit maximale Unsicherheit droht, dann ist das Klima hat, vorsichtig gesagt, "scheißegal".
Vielleicht, aber nur vielleicht, sollte das unglückliche Framing unterlassen werden. Stattdessen ist zu akzeptieren, dass eine demokratische Gesellschaft auch eine Entscheidung GEGEN den Klimaschutz treffen kann - und diese ist dann auch politisch umzusetzen. Es ist eher das Zeichen von Autokratie, wenn das Mandat der Bevölkerung ignoriert wird - etwa, um Vorgaben fremder Herren umzusetzen, beispielsweise derer, die da in Brüssel sitzen, im Parlament oder im Kommissariat.
Das Posting wurde vom Benutzer editiert (06.10.2022 13:01).