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  • Mathematiker

mehr als 1000 Beiträge seit 22.02.2014

Kreuzritter und Reichbedenkenträger

Tja, da kommen wieder einmal die deutschen Untugenden zum Tragen.

Der deutsche Kreuzritter oder auch Ritter des Deutschen Ordens (Logo der Bundeswehr) litt weniger an der Krankheit alle Heiden totschlagen oder bekehren zu wollen, sondern an der Hybris im Kampf für die gute Sache unbesiegbar zu sein. Mit der Jungfrau Maria als Schutzpatronin oder später mit dem gottgegebenen Recht ritt man auch gerne mit starker, zahlenmäßiger Unterlegenheit ins Gefecht oder den Krieg. Denn es kann nicht sein, was nicht sein darf. Oft hatte die Sache sogar geklappt. (Weil man damals auch wert darauf legte, wenigstens die am Besten traninierte und ausgerüstete Truppe zu haben.)
Aber manchmal gab es dann dafür auch richtig den Arsch voll. (Siehe 1.ter und 2.ter Weltkrieg)

Und dann gibt es noch die Gilde der Reichsbedenkenträger. Die "Von deutschen Boden darf nie wieder Krieg ausgehen"-Fasler. Das wollen diese Helden dadurch ereichen, dass man die Bundeswehr schlecht ausrüstet. Nach der Denke dieses Menschenschlags, soll sollen sich die Bundeswehr und z.B. die Taliban nach alter Rittermanier auf irgendeinem Feld treffen, ganz weit weg von irgendwelchen Zivilisten die Sache dann am besten mit Stöcken austragen. Diese Kinderdenke stört nur wenig, dass sich bisher nie irgendwelche Gegner gefunden hatten, die zu ihrem Nachteil, dieses Spiel mitspielen wollen. Diese kognitive Dissonanz drückt sich auch in einer größeren Angst vor den eigenen Streitkräften aus, als das einmal die eigene Existenz, die der eigenen Kinder und Enkel von dem quasireligiösen Gefasel bedrohnt sein könnte.

Die Kombination von beidem ergibt eine hochbrisante Mischungen, bei dem dann die Bundeswehr nicht als Garant für Frieden und Stabilität auftritt, sondern ein dickes Schild "Opfer" auf der Stirn kleben hat und gerade dadurch zur Zielscheibe wird.

Laut der UN-Sonderberichterstatterin für außergerichtliche Hinrichtungen, Agnès Callamard, verfügen über Hundert Staaten über militärisch genutzte Flugdrohnen.

Und genau dort wird auch die Reise hingehen. Den Gegner aus der Luft überwachen und dann auch direkt zuschlagen.
Nur in Deutschland stellt man sich die Kriegsführung etwas anders vor: Die Drohne erkennt auch den Feind, aber dann muss erst einmal ein Kommando ausrücken oder irgendein Fluggerät von einem Flughafen starten. Dann, ggf. nach Stunden, sind dann Kräfte vor Ort, um sich vom Feind beschießen zu lassen. Hat diese selbst eine ordentliche Aufklärung, dann hat der sich längst zurückgezogen, sich verschanzt oder benutzt Zivilisten als menschliche Schutzschilde.

Die stärkste Waffe der Bundeswehr in Afghanistan waren daher die beiden Haubitzen, die defacto den Job einer Bewaffneten Drohne hatten. Da schoss man halt ein paar Granaten auf die Zielkoordinaten. Erst damit bekam man wieder mehr Ruhe in das Schutzgebiet der Deutschen.

Aber die SPD hat das ja jetzt als mögliches Wahlkampfthema entdeckt.
Huuu der Terminater kommt...
Wir wollen einen sauberen Krieg!!

Zum Abgewöhnen.

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  • Avatar von macc
    • macc

    mehr als 1000 Beiträge seit 15.03.2002

    Antwort auf Kreuzritter und Reichbedenkenträger von Mathematiker.

    Mathematiker schrieb am 19.03.2021 09:02:

    Tja, da kommen wieder einmal die deutschen Untugenden zum Tragen.

    Der deutsche Kreuzritter oder auch Ritter des Deutschen Ordens (Logo der Bundeswehr) litt weniger an der Krankheit alle Heiden totschlagen oder bekehren zu wollen, sondern an der Hybris im Kampf für die gute Sache unbesiegbar zu sein. Mit der Jungfrau Maria als Schutzpatronin oder später mit dem gottgegebenen Recht ritt man auch gerne mit starker, zahlenmäßiger Unterlegenheit ins Gefecht oder den Krieg.

    Die hysterische Kraft der "Ausgewähltheit und Berechtigung zum Besitz" ist gigantisch.

    Conquistadores, Kreuritter, US-Amerikaner, Braune, Sozialhilfeempfänger..

    Alles Kräfte die (anfänglich) wie ein Scharfes Messer durch die Butter der weniger von sich überzogen überzeugten Menschen geht.

    MACC

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  • Avatar von Arutha
    • Arutha

    mehr als 1000 Beiträge seit 09.04.2015

    Antwort auf Kreuzritter und Reichbedenkenträger von Mathematiker.

    Die Idee des "sauberen Krieges" ist das größte Verbrechen der Bundesrepublik.
    Die schlechte Ausrüstung der Bundeswehr das zweitgrößte.

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  • Avatar von Rasel
    • Rasel

    mehr als 1000 Beiträge seit 08.06.2010

    „(SO) 36 brennt, (SO) 61 pennt“

    Antwort auf Kreuzritter und Reichbedenkenträger von Mathematiker.

    aus >https://de.wikipedia.org/wiki/Berlin_SO_36#Hintergründe_und_Geschichte

    M. Monroy >https://digit.so36.net/

    Für die Penner
    Noch ist kein Drohnenabend mit Doppelschlägen. Der zweite Einschlag gilt den herbeilaufenen Helfern. Der klass. Militarismus war immer feige aus Menschensicht, er attackiert nur bei Überlegenheit. Auch die modernen Deutschritter werden ihren Peipussee finden.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_auf_dem_Peipussee

    Jemand, der auf Obamas Liste stand und wie der Zufall so will, nicht darauf gehörte
    >https://www.independent.co.uk/voices/i-am-us-kill-list-what-it-feels-be-hunted-drones-a6980141.html

    übersetzt 2016 von Dagmar Henn auf vineyardsaker.de (dead-link >www.vineyardsaker.de/usa/so-fuehlt-es-sich-an-von-drohnen-gejagt-zu-werden/)

    »
    Malik Jalal

    I´m on the Kill list. This is what it feels like to be hunted by drones

    Ich bin in der seltsamen Lage, zu wissen, dass ich auf der ‘Todesliste’ stehe. Ich weiß es, weil es mir gesagt wurde, und ich weiß es, weil ich wieder und wieder Ziel von Mordanschlägen war. Vier mal wurden Raketen auf mich abgefeuert. Ich habe außergewöhnliches Glück, noch am Leben zu sein.

    Ich möchte nicht als „Insektenspritzer“ enden – das hässliche Wort, das benutzt wird, um die Überreste eines Menschen zu beschreiben, der von einer Hellfire-Rakete in die Luft gejagt wurde, die von einer Predator-Drohne abgefeuert wurde. Noch wichtiger, ich möchte nicht, dass meine Familie dem zum Opfer fällt, oder auch nur mit den Drohnenmaschinen über ihren Köpfen leben muss, im Wissen, dass sie jeden Augenblick vaporisiert werden können.

    Ich bin diese Woche in England, weil ich beschlossen habe, dass, wenn die aus dem Westen mich töten wollen, ohne auch nur zuvor mit mir zu reden, ich vielleicht gehen sollte, um mit ihnen zu reden. Ich werde meine Geschichte erzählen, damit ihr selbst beurteilen könnt, ob ich die Art Mensch bin, die ihr ermordet sehen wollt.

    Ich komme aus Wasiristan, an der Grenze zwischen Pakistan und Afghanistan. Ich bin einer der Anführer des Friedenskomitees von Nordwasiristan (NWPC), einer Organisation örtlicher Maliks (oder Gemeindevorsteher), die sich der Aufrechterhaltung des Friedens in unserer Region widmet. Wir arbeiten mit Genehmigung der pakistanischen Regierung, und unsere Hauptaufgabe besteht darin, Gewalt zwischen den örtlichen Taliban und den Behörden zu verhindern.


    «

    Das Posting wurde vom Benutzer editiert (19.03.2021 10:46).

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