Wenn Heribert Prantl der Meinung ist, dass der Bundestag erst am 25.03.2020 den Löffel abgegeben habe, muss er die bisherige Regentschaft von Angela Merkel unter einem Stein verbracht haben. Schlafend.
In DE hat man doch nur dann eine ordentliche Regierung, wenn die Parteien, die den Kanzler/Ministerpräsidenten wählen, vorher alles minutiös ausgehandelt haben und dann jeder Abgeordnete fleißig genau dann die Hand hebt, wenn es der Fraktionsführer auch macht. Und der macht es, weil es ihm der Kanzler/der Ministerpräsident vorher gesagt hat.
Grundgesetzmäßige Zustände wie die Aufhebung des Fraktionszwangs sind seltene, gesondert erwähnenswerte Zustände, und eine völlig dem Geist der Verfassung entsprechende Wahl wie die von Kemmerich in Thüringen ein Tabubruch, der "rückgängig" gemacht werden musste, um wieder ordentliche Verhältnisse einziehen zu lassen.
Ansonsten - wenn Deutschland jetzt angegriffen würde und der Bundestag würde den Verteidigungsfall feststellen, dann würde doch auch niemand erwarten, dass jede strategische Einzelentscheidung dem Bundestag aufs Neue vorgelegt wird?
Es steht dem Bundestag darüber hinaus natürlich frei, die pandemische Lage für beendet zu erklären.